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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Die Fortbewegung des Gebietes niedrigen Luftdruckes und des Sturmes 
nach westlicher Richtung hin ist durch diese Thatsachen erwiesen, und hat wahr- 
zscheinlich die Sturmbahn die durch den starken Strich in Tafel II angedeutete 
Richtung gehabt, 
Ungleich mehr Schwierigkeiten, als bei der Verfolgung dieses östlichen 
Gebietes niedrigsten Luftdruckes, zeigten sich bei einem weiteren Versuche den 
am 12. März bei „Deutschland“ herrschenden Orkan mit dem am 20. März über 
Mauritius hingehenden direkt in Verbindung zu bringen. Aus den der See- 
warte für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Beobachtungen, und deren 
sind auf der von der heimkehrenden Reisflotte befahrenen Route gar nicht 
wenige, läfst sich ein Zusammenhang nicht erkennen. Sollte ein solcher dennoch 
stattgefunden haben, so müfste, was an und für sich nicht wahrscheinlich er- 
scheint, die Sturmbahn nach dem 13. März zuerst wahrscheinlich nach WNW 
and später erst nach SW gerichtet gewesen: sein. 
Cyklone bei den Maskarenen im südlichen Indischen Ocean 
am 26. und 27. Februar 1879. 
Ungefähr einen Monat früher, als der pag. 106 ff. erwähnte Mauritius-Orkan, 
wehte auf und bei der Insel Reunion (Bourbon) eine Cyklone, welche von 
dem Hafenkapitän von St. Denis, Schiffslieutenant Barse, in den „Annales 
hydrographiques“, 2° Sem. 1879, pag. 164—168, beschrieben ist. Wir ent- 
aehmen diesem Berichte auszugsweise nachstehende Angaben. 
Schon vom 22. Februar ab konnte man auf der Reede von St. Denis 
Anzeichen von bevorstehendem schlechtem Wetter wahrnehmen, In der Nacht 
vom 23. zum 24. Februar folgten sich heftige Windstöfse und Böen auf einander; 
während des ganzen Tages wehte am 24. Februar starke Briese aus SE; der 
Horizont blieb sehr dunkel; Cirrus-Wolken, welche von NE schnell heraufzogen, 
bedeckten den Zenith; im Osten zeigte sich eine grau-schwarze, auf ihrem Flecke 
bleibende Wolke; der Sonnenuntergang sah drohend aus; der Luftdruck betrug 
758mm, die Temperatur 29,5°. Die Hafendirektion sendete an dem Abend 
Sturmwarnungen aus, die am folgenden Morgen wiederholt wurden. 
Am 25. Februar, gegen 3* a. m., nahm der Seegang aus NNE etwas zu; 
am Vormittag war der Himmel klar im Zenith, nach Osten zu sehr dunkel; 
gegen Mittag bedeckte sich der Himmel; Böen traten abermals auf und der 
Seegang nahm zu. Um 4" p.m. war der Barometerstand 756,5mm, die Tempe- 
ratur 29,2°. Frische Winde, mit Böen, wehten aus SE. Bei Sonnenuntergang 
nahm der Himmel ein sehr drohendes Aussehen an; der südöstliche Teil schien 
bis zu 45° Höhe wie in Glut zu stehen; im Osten stiegen rote, grofßse eum- 
Wolken auf und bewegten sich langsam nach Norden, wo sie sich in schwarze 
cum str verwandelten. - 
In der Nacht zum 26, Februar nahm der Seegang so zu, dafs die Ein- 
fahrt zum Hafen von St. Denis unpassierbar wurde; Böen traten wiederum auf, 
Gegen 3"a.m. flaute die SE-Briese ab, und SSW-Wind frischte auf; der Himmel 
klarte plötzlich auf, der Horizont blieb dunkel und schien näher gerückt; der 
Luftdruck war 754,3 mm, 
Am Tage war der Himmel klar von NW bis Ost; am Zenith zeigten sich 
lange schwarze cirrus-Streifen. Von 7* a. m. bis Mittag war der aus NNE 
kommende Seegang auf der Reede von St. Denis sehr stark und noch stärker 
auf hoher See; der Horizont erschien wie ausgezackt, das Wetter war schwül, 
die Luft stark mit Elektricität beladen. Der Wind wehte stürmisch aus SSW 
bis NW. 
Von 2" 30” bis 4" p. m, nahm der Seegang etwas. ab; die Temperatur 
betrug 32° und der Luftdruck blieb stationär auf 753mm, seinem niedrigsten 
Stande, gegen 4* 30“ fing er an plötzlich zu steigen. Um Mitternacht war 
schönes Wetter, der Seegang nahm nach und nach ab; der Barometerstand 
war 756mm.
	        
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