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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Westwind, welcher den Fortgang der Reise sehr verlangsamte. Das Schiff 
wurde in der nächsten Zeit nach Süden hin abgedrängt, ohne viel Länge gut- 
machen zu können. Die Bark „Amaranth“, welche um diese Zeit an der Nord- 
spitze von Schottland stand, konnte sich mit dem hier aus einer südlicheren 
Richtung wehenden Winde auf einer höheren Breite halten und die Folge war, 
dafs dieses Schiff den Wind fortwährend günstiger behielt und, obgleich es 
Fair Island sieben Tage später passiert war, doch nur einen Tag später als 
„George Washington“ den Meridian von 30° West und zwar in 55,5° N-Br er- 
reichte. „George Washington“ überschritt denselben am 4, Juli in 48,5° N-Br. 
Von den heftigen Stürmen, welche „Amaranth“ am 5. und 6. Juli überstand, 
wurde „George Washington“ nur leicht betroffen. Es fand zwar auch ein Aus- 
schiefsen des Windes von SW nach NW statt, doch beobachtete man keinen 
niedrigeren Luftdruck als 757,2 mm und keine gröfsere Windstärke als 8. Am 
23. Juli befand sich das Schiff in 43,8° N-Br und 50° W-Lg auf der Neufund- 
(and-Bank, Der letzte Theil der Reise wurde durch dio geringe Stärke der 
angetroffenen Winde sehr verlängert. Man hielt sich in dem kalten Küsten- 
strome nördlich vom Golfstrom, überschritt 60° W-Lg in 43° N-Br am 29. Juli 
und erreichte am 9. August den Hafen von New- York. Die Reisedauer von der 
Nordspitze Schottlands ab betrug 50 Tage. 
Am 5. September, zwei Tage später, als die Bark „Amaranth“ die offene See 
erreichte, verliefs der nach Bremen bestimmte „George Washington“ den Hafen 
von New- York. Dieselben mäfsig starken, vorherrschend aus günstiger Richtung 
wehenden Winde, wie sie „Amaranth“ auf der Fahrt über den Ocean fand, 
wurden auch von „George Washington“ angetroffen, und die Reise dieses Schiffes 
verlief in derselben Weise, wie die der Bark. Man kreuzte 50° W-Lg in 42,7° N-Br 
am 16, September, 30° W-Lg in 46,5° N-Br am 22. September und den Meridian 
von Lizard am 28, September. Die Reise hatte 23 Tage gedauert. , 
10. Reise der Hamburger Bark „Suaheli“, Kapt. 6. F. C. Fröhling. 
An Bord der Bark „Suaheli“, welche auf einer Reise von Hamburg nach 
Zanztbar begriffen war, begann man am 26. Februar 1879 in 44,5° N-Br und 
14° W-Lg mit der Führung des meteorologischen Journals, Der frische, hier 
aus Norden wehende Wind lief in der Nähe von 38,5° N-Br und 16,8° W-Lg 
nordöstlich, wurde dann sehr kräftig und führte die Bark in rascher Fahrt 
nach Süden. Man schnitt 40° N-Br in 16,3° W-Lg am 28. Februar, 30° N-Br 
in 20,1° W-Lg am 3. März, 20° N-Br in 25° W-Lg am 6. März und 10° N-Br 
in 25° W-Lg am 10, März. Von 11° N-Br au herrschte nur noch flaue Briese, 
in 4° N-Br und 23,4° W-Lg, nahm auch diese ein Ende, und in 2,5 N-Br geriet 
die Bark in eine längere Zeit anhaltende, nur zuweilen von Mallung unter- 
brochene Windstille. Am 20. März wurde in 23,8 W-Lg, bei leichtem Süd- 
winde der Aquator überschritten. 
Der Stillengürtel und mit ihm das Gebiet einer täglich konstatierten, 
östlichen Strömung erstreckte sich über die Linie bis nach 0,5° S-Br in 23,5° 
W-Lg; an diesem Punkte traf man den Südostpassat. 
„Suaheli“ kreuzte im Südatlantischen Ocean, wo zwischen 2° und 14° 
S-Br sehr frischer Wind herrschte, 10° S-Br in 28° W-Lg am 25. März, 20° 
S-Br in 28° W.Lg am 29. März und 30° S-Br in 22,2 W-Lg am 6. April. Die 
Passatgrenze wurde in 23,5° S-Br und 25,4° W-Lg überschritten. Der Wind 
vollendete südlich derselben eine rechtlaufende Drehung und wehte dann noch 
wieder für längere Zeit kräftig aus östlicher Richtung. Erst in der Nähe von 39° 
S-Br drehte er durch Nord, und im Süden dieses Parallels waren nordwestliche, 
wiederholt als Stürme auftretende Winde die herrschenden. Am 14. April, 
25 Tage später als man den Aquator verlassen hatte, überschritt „Suaheli“ in 
39,5° S-Br den ersten Meridian. 
In östlicher Länge war der Verlauf der meist von stürmischen Nord- 
winden begünstigten Fahrt zunächst ein sehr rascher. Nachdem jedoch am 
19. April der Meridian von 20° Ost erreicht worden war, traten zu wieder- 
holten Malen östliche Winde auf, welche die Reise längere Zeit verzögerten. 
Am 28. April beobachtete man in 35°S-Br und 39,5° O-Lg einen nur kurze 
Zeit anhaltenden, aber sehr schweren Sturm, in welchem der Wind von NE 
nach NW umsprang. Von dem genannten Punkte aus schlug Kapt. Fröhling
	        
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