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Weise zu, dafs das Barometer innerhalb 24 Stunden von 705,3 mm auf 751,8 mm,
also 46,5 mm stieg. Wie es hier „Marie“ erfuhr, so mögen in den meisten
Fällen die östlichen Winde, welche in den Wintermonaten beim Kap Horn an-
getroffen werden, der Südseite von Depressionen angehören, welche sich in
dieser Jahreszeit in .einer nördlicheren Breite als in den Sommermonaten in
östlicher Richtung fortbewegen, und dies berechtigt zu der Annahme, dafs es
einem westwärts bestimmten Schiffe, indem es bei nördlichem Winde und
fallendem Barometer voll weg nach Süden hält, möglich ist, in die südliche Hälfte
der Depression zu gelangen und damit eine Richtungsänderung des Windes nach
Ost herbeizuführen. Am 22. Juni, 14 Tage später als man 50° S-Br im Atlan-
tischen Ocean verlassen hatte, gelangte „Marie“ in 80° W-Lg wieder zum
Parallel von 50° 8.
Wie in der Regel zu dieser Jahreszeit war der Verlauf der Reise von
hier nach Norden ein rascher; man kreuzte 40° S-Br in 81° W-Lg am 26. Juli
und 30° S-Br in 83,3° W-Lg am 30. Juli. Aus vorher kräftig aus SW-Richtung
wehendem Winde entwickelte sich ohne Unterbrechung durch Windstille in der
Nähe von 30° S-Br der Passat. In dem Gebiete desselben herrschte zwischen
25? und 12° S-Br frische Briese; weiter nach Norden hin wehten schwächere
Winde. Am 17. Juli wurde in 117,5° W-Lg. der Aquator überschritten.
Der Passat, welcher gleich nördlich der Linie sehr unbeständig wurde,
endete in 8° N-Br und 121° W-Lg; hier setzten sehr leichte, oft von Stille
unterbrochene südwestliche Winde ein, die von einer stark nach Osten setzenden
Strömung begleitet waren. Am 28, Juni traf man in 13,2° N-Br und 120,5° W-Lg
den Nordostpassat, mit welchem 20° N-Br in 128,4° W-Lg am 2. August und
30° N-Br in 137,6° W-Lg am 9. August überschritten wurde. Die nördliche
Grenze seines Gebietes lag in 36,8° N-Br und 141,8° W-Lg.
Nachdem „Marie“ noch 3 Tage durch Windstille und dann durch an-
haltend aus nördlicher Richtung wehende Winde aufgehalten worden war, wurde
sie schliefslich durch den aus NNW wehenden Küstenwind zum Bestimmungsplatze
geführt. Am 24. August liefs „Marie“ in der Bai von San Francisco den Anker
fallen. Die Reisedauer von der Strafse von Gibraltar ab betrug 132 Tage.
Am 1. Dezember 1878 trat „Marie“ eine Reise von San Francisco nach
Punta Arenas an. Die Bark folgte auf ihrer Route der Küstenlinie nach SO,
wobei 30° N-Br in 119,6° W-Lg am 6. Dezember, 20° N-Br in 108,1° W-Lg
am 14, Dezember, und 10° N-Br in 86° W-Lg am 9. Januar 1879 überschritten
wurde. An der mexicanischen Küste befand man sich meistens in Sicht des
Landes. Im allgemeinen fand man auf dieser Route nur leichte Winde. Der
Nordwestwind der Californischen Küste wehte nur bis 32,5° N-Br; der Nord-
ostpassat, dessen Nordgrenze in der Nähe von 27° N-Br lag, nur zwischen
22,5° und 18,5° N-Br mit ziemlicher Frische und Beständigkeit, Nach Erreichung
von 18,5° N-Br in 116,1° W-Lg fand „Marie“ solch leichte, sehr häufig von
Stillen unterbrochene, meist aus nordwestlicher Richtung kommende Winde, dafs
der Verlauf der Reise ein sehr langsamer war und nur von der günstigen
Strömung, welche auf der Strecke zwischen 18,5° und 14° N-Br in 13 Tagen eine
Versetzung von 173 Sm nach SE*/4S verursachte, einigermafsen befördert wurde.
Von 14° N-Br bis zum Bestimmungsplatze war die Stromrichtung veränderlich,
doch vorwiegend ungünstig. Die Summe der hier in 13 Etmalen erfahrenen
Versetzung war 85 Sm nach NW*%/N. Am 12. Januar, nach 42tägiger Fahrt,
erreichte „Marie“ die Reede von Punta Arenas.
Am 24, April ging die Bark wieder in See, um nach einem englischen
Orderhafen zurückzukehren. Bei ganz leichtem Winde aus SSW bis WSW,
welcher oft von Stillen unterbrochen war, suchte man, über B.B. segelnd,
einen möglichst südlichen Kurs einzuhalten und erreichte in dieser Weise am
15. Mai 0,8° N-Br in 82,4° W-Lg. Hier wurde gewendet, indem der Wind so
südlich holte, daß über St. B. noch etwas Süd gut gemacht werden konnte. Die
Strömung, welche bis dahin bei einer Wassertemperatur von etwa 27° C. eine
südöstliche Richtung gehabt hatte — zwischen 5° und 1,5° N-Br versetzte sie
im Mittel täglich ESE 28 mm — lief auf, und eben südlich von dem Aquator,
wo die Wasserwärme zwischen 23° und 24°C. schwankte, nach Norden und
Westen. Am 21. Mai wurde in 86° W-Lg die Linie überschritten. In südlicher
Breite nahm der Wind entsprechend dem wachsenden Abstande von der Küste