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Maschinenreparaturen können jedoch wegen. gänzlichen Mangels an hierzu
nötigen Arbeitern zur Zeit noch nicht ausgeführt werden. Die Tagelöhne der
in Levuka befindlichen Handwerker sind sehr hoch, 16 sh. pro Tag.“
Suva, „Es liegt in der Absicht des Gouverneurs von Fiji, Levuka als
Hauptstadt von Fiji aufzugeben und den Sitz des Gouverneurs nach Suva zu
verlegen. Dieser Platz besitzt zur Zeit bereits Leuchtfeuer und Baken, deren
Peilungen in Linie, ebenso wie in Levuka, als sichere Einfahrtsmarken benutzt
werden können. Suva hat ein gesundes Klima; man - kann hier vortreffliches
Wasser und auch Vieh etc, erhalten. Der Ort steht ferner mit Levuka in regem
Verkehr und mit Melbourne durch einen monatlich verkehrenden Handelsdampfer
in direkter Verbindung, und dürfte dieser innere, völlig von Land eingeschlossene
Hafen namentlich in der Hauptorkanzeit (März) als ein äufserst sicherer
Anunkerplatz empfohlen werden.“
4. Reise von Levuka nach Sydney im Oktober 1879,
„Nach den von mir auf dieser Fahrt von den /%ji-Inseln nach Sydney
gemachten Erfahrungen kann den von den Fiwji- resp. Samoa-Inseln nach Sydney
bestimmten Schiffen nur sehr empfohlen werden, dafs sie, ebenso wie ich dies
that, nach dem Passieren von Matthews und Walpole Island, selbst bei günstigen
Winden, den Kurs auf Sugarloaf oder Stephens Point (beide mit 22 bezw. 17 Sm
weit sichtbaren Leuchtfeuern) absetzen, bis sie in den nach Süden setzenden
ostaustralischen Küstenstrom gelangen, welcher sich von dem NW-Strom durch
seine Farbe unterscheidet, weil sie dadurch fortwährend einen südwestlichen,
also in der Kurslinie nach Sydney wirkenden Strom mit sich haben und dann
dem etwa 25 Sm pro Tag nach NE setzenden Zweigarm des ostaustralischen
Küstenstromes aus dem Wege gehen. Der kleine hierdurch entstehende Umweg
wird durch den an der Ostküste bis zu 48 Sm den Tag nach Süden setzenden
Küstenstrom eingebracht, und haben nach Sydney bestimmte Schiffe, wenn sie
denselben ‚erreicht haben, noch den Vorteil, dafs sie bei südlichen Winden
mit Hülfe dieses Stromes sich nach Sydney aufarbeiten können, was unmöglich
wird, sowie sie in den nach NE setzenden vorher erwähnten Zweigstrom geraten.
Das. südoceanische Wasser ist hier wie überall azurblau, während nach meinen
Beobachtungen der australische Küstenstrom grün-dunkelblau erscheint. Die-
selbe Beobachtung machte ich an den Küsten Neu-Seelands, und war mir dort
in dickem nebeligem Wetter dieser Umstand zur Erkenntnis der Nähe von
Land wesentlich, da dort Tieflotungen wenig oder gar kein Wert beizu-
legen ist.“
Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Comet“, Kapt.-Lieut.
Frhr. v. Senden -Bibran.
S. M. Kbt. „Comet“ war von Juli 1876 bis September 1879 in dem
Bosporus, an der westlichen Küste des Schwarzen Meeres, und in den östlichen
Teilen des griechischen Archipels stationiert. Kapt.-Lieut. v. Senden-Bibran,
seit September 1878 Kommandant des „Comet“, berichtet Nachstehendes:
Bemerkungen über die Witterungs- und Stromverhältnisse im Bosporus und
über den Ankerplatz bei Constantinopel. )
„Der ‘vorherrschende Wind in dem ‚Bosporus ist sowohl im Sommer,
wie im Winter der nordöstliche, welcher während der heifsen Jahreszeit mit
klarem Himmel, im Winter meist mit Regen weht. Derselbe setzt bei nor-
malen Witterungsverhältnissen, in den‘ Monaten Mai-bis Oktober, morgens
zwischen 9 und 10 Uhr ’ein, weht mit Stärke 4—5 durch und nimmt mit
Sonnenuntergang‘ an Stärke ab, um zur Nacht meist ganz einzugehen. ‘ Au&-
nahmsweise wird der NE-Wind- in diesen Monaten durch SW- ung Ost-Stürme.