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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Albatross“, 
Korv.-Kapt. Mensing 1.9 
Nach einem Aufenthalte in Auckland vom 31. Mai bis 15. Juli 1879 
kehrte S. M. Kbt. „Albatross“ nach Apia zurück und traf daselbst am 30. Juli 
ein. In den Monaten August und September besuchte das Kanonenboot mehrere 
Häfen auf Unolu und Savatı. Am 2, Oktober verliels „Albatross“ die Rhede 
von Apta und segelte zunächst nach Sydney, wo. das Schiff vom 29, Oktober 
bis 22. November verweilte. Den Reiseberichten des Korv.-Kapt. Mensing I. 
entnehmen wir nachstehende Notizen, 
1. Auffindung einer Klippe an der Ostspitze von Upolu. 
„Auf der Reise von Saluafata nach Falealili, am 19. August 1879, sichtete 
das Kanonenboot in der Mitte der zwischen der Ostspitze von Upolw und der 
vor dieser liegenden Insel Nuutele befindlichen Passage, welche sowohl nach 
den Karten, wie nach Ansicht der auf Upolw als Lotsen fungirenden Weifsen 
völlig rein sein soll, bei Niedrigwasser, etwa auf '/2 Schiffsbreite, einen grofsen 
Stein oder Korallenfelsen, auf welchem sich nach meiner damaligen Schätzung 
nicht mehr wie 5 bis 6m Wasser. befinden. Trotz eines scharfen Ausgucks vom 
Topp aus, bei klarem Wetter und hinter dem Schiff stehender Sonne war diese 
Untiefe erst in nächster Nähe dicht an der B. B.-Seite zu sehen, und zwar als 
ein gelbschimmernder Fleck von etwa 20m Ausdehnung. 
Wie ich nachträglich erfahren habe, ist diese Untiefe sowohl den an der 
Ostseite von Upolw lebenden Händlern der Südsee - Gesellschaft, als den 
dortigen Eingeborenen bekannt, und sollen nach Angabe der letzteren sich über 
diesem Stein bei Niedrigwasser Springzeit-nur 2,3m Wasser befinden; auch 
soll, wenn der Wind durch die Strafse weht, die See auf der Klippe branden, 
Da die Lage dieses der Schiffahrt gefährlichen Steins zur Zeit nicht 
zenau bestimmt ist und derselbe wegen des in der Strafso zwischen Nuutele 
und Upolu überhaupt heller gefärbten Wassers schlecht gesehen werden kann, 
so dürfte diese Passage von gröfseren Schiffen am besten ganz zu vermeiden 
sein. Machen Umstände es größeren Schiffen wünschenswert, sie dennoch zu 
wählen, so müssen diese, fortwährend lotend, sich dicht an der Nwuutele-Seite 
halten, welche reiner sein soll, als die Unolu-Seite.“ 
2. Segelanweisung für den Hafen von Levuka. Fiji-Inseln. 
„Sobald die Stadt in NW peilt, ungefähr 3 bis 4 Sm ab, drehe ein 
Segelschiff bei und erwarte den Lotsen, Uber der Stadt stehen zwei weiße 
Baken; diese müssen in Eins gehalten werden, um durch die Levuka-Passage 
in den Hafen zu laufen.. Diese Passage ist 2 Kblg breit; der Ankerplatz ist 
nördlich und südlich von derselben, auf 27 bis 33m Wasser, 
An B. B. beim Einsegeln, auf dem Nordende des Riffes, welches die 
Passage bildet, steht ein eiserner, rot angestrichener Pfahl, welcher einen 
Korb trägt und für Schiffe, welche von Süden kommen, auf eine beträchtliche 
Entfernung sichtbar ist, während er von Osten schwer zu erkennen bleibt. 
Dies ist besonders der Fall am Nachmittage, wenn nebelige Wolken die Berge 
einhüllen und die im Westen stehende Sonne derartig blendet, dafs weder die 
Stadt noch die Einsegelungsbaken zu sehen. sind. Dieser Umstand braucht 
jedoch kein Schiff abzuhalten, den Hafen anzusteuern, da ein Lotse stets auf 
Ausguck ist und an Bord kommen wird, ehe das Schiff sich irgend einer 
Gefahr nähert. 
Nachmittags ist vor dem Hafen der leichte SE-Passat iu der Regel durch 
Stille oder leichte Landbriese verdrängt. Unter solchen Umständen thun Segel- 
schiffe gut, nach der Insel Agaw bis zum nächsten Morgen abzuhalten. Bei 
Nacht wird die Einsegelung durch zwei Feuer markiert, welche sich in den 
beiden Leitbaken befinden; das obere ist weils, das untere rot, orstores 
15 bis 20 Sm, letzteres 2 bis 3 Sm weit sichtbar. Beide Feuer werden manchmal 
durch Reryenschauer verdunkelt, wenn es in See vollständig klar ist. - 
) S. „Ann, d. Hydr, etc.“, 1878, pag. 145, 290; 1879, pag. 286, 340, 621.
	        
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