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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 8 (1880)

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als die für Hochwasser, Letzteres hat seinen Grund darin, dafs bei Niedrig- 
wasser der Wellenschlag von draufsen in den dann teilweise freiliegenden 
Tunnel eindrang und auf dem Papier eine breit schattierte Kurve gezeichnet 
wurde, deren richtige Ablesung oft etwas schwierig war. Wenn man diesen 
Umstand berücksichtigt, so zeigt sich, dafs die Beobachtungen die obigen 
Folgerungen bestätigen: in Zeit sind die Zahlen für die beiden Deklinationen 
nur wenig verschieden und für südliche etwas gröfser, als für nördliche, in 
Höhe laufen die Zahlen etwas unregelmäfsig, sind aber wesentlich kleiner, 
wie für Hochwasser und für südliche Deklinationen kleiner, wie für nörd- 
liche, allerdings nicht soviel, wie man erwarten könnte, indes wird man bei 
so kleinen Gröfsen und bei der geringen Zahl von Beobachtungen zufrieden 
gein können, wenn sich nur eine der Theorie entsprechende Tendenz zeigt. 
Die tägliche Ungleichheit in Zeit hätte dem Betrage nach größer erwartet 
werden dürfen; dafs dies nicht der Fall, kann aber darin seinen Grund haben, 
dafs zufällig bei den vielen Lücken, welche in den Beobachtungen vorhanden 
waren, die unberücksichtigten Glieder, welche von der Mondkulminationszeit 
abhängen, und die sich im Laufe eines halben resp. ganzen Monats aufheben, 
in den Mittelwerten eine nicht zu vernachlässigende Gröfse behalten und da- 
hin gewirkt haben, den Betrag der täglichen Ungleichheit herabzusetzen; wahr- 
scheinlicher ist dies aber der Ausdruck eines unten zu behandelnden Grundes, 
Bis soweit, dürfen wir wohl sagen, hat die T’heorie die Probe bestanden; 
eine weitere und entscheidende Probe werden die Beobachtungen des laufenden 
Jahres 1880 bieten. Da nämlich die Apsidenlinie ihre Lage am Himmel nicht 
beibehält, sondern vielmehr in 8,8 Jahren einen vollen Umlauf macht, so werden 
sich nach 4,4 Jahren die Verhältnisse umkehren, d. h. es wird das Perigäum 
auf die gröfste südliche, das‘ Apogäum auf die größte nördliche Deklination 
fallen, und dann wird bei Hochwasser die tägliche Ungleichheit in Zeit für süd- 
liche Deklinationen die gröfsere sein müssen. Ungefähr um 1876,2 fiel das 
Perigäum auf die gröfste nördliche Deklination, es wird also 1880,6 auf die 
gröfste südliche fallen, und daher wird das laufende Jahr die Umkehrung der 
aus den Beobachtungen von 1876 gefundenen Zahlen liefern müssen, wenn die 
obige Theorie richtig ist, woran wohl nicht zu zweifeln ist. 
Wir sind im Vorhergehenden von der Voraussetzung ausgegangen, dafs 
wir. alle, die. erste übersteigenden Potenzen von S- vernachlässigen dürfen. 
Es können aber Fälle eintreten, und wahrscheinlich bilden sie die Regel, dafs 
dies nicht erlaubt ist, und es treten dann neue Eigentümlichkeiten auf, welche 
die Erklärung gewisser bisher rätselhaft gebliebener Abweichungen von der 
Theorie zu enthalten scheinen, und die wir daher hier noch kurz andeuten 
wollen. Wir behandeln zuerst die Ausdrücke für die Zeiten des Hoch- und 
Niedrigwassers. Es war: 
. 5 8in(1—m—%+2F—E—0) 
tang GG = — x —— — A 
1— 5 cos (1— m: —%-+2F—E—C) 
woraus sich ergiebt: 
FF nF—B—0) 
Hochwasser: tgl. Ungl. in Zeit = De oberes. Zeichen 
17 605 (F—E—0)" für 0. K. 
. T -B- cos (F — E— 0) | unteres Zeichen 
Niedrigwasser: tgl. Ungl. in Zeit = a N für U. K, 
1+ zz sin (F—E— C) 
Setzen wir der Kürze halber in (7) K — dem Faktor von sin C sin 24, 
30 ist: 
Ann. d. Hvdr.. 1880, Heft II (Fahruar)
	        
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