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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Brennecke, W.: Luft- und Wassertemperatur sowie relative Feuchtigkeit und Niederschläge usw. 69 
Lufttemperatur .... 
Wassertemperatur . . . 
Wind ........ 
BD 
an N | g&nN 
a HI 
an V | 66V | su V | 1m v. | dan 
15,7 13.6 10.1: 70 7.0 7.0 6.2 
15.7 154 |. 104 * 62 ' 5.7 64 6.3 
SW 2/3 | S 23 S6 8204/51 SO 5 | SO 4/5 | SO 4/5 
) 
Zur näheren Erläuterung der eigenartigen Verhältnisse der Oberflächen- 
temperaturen sei auf Figur 9 und Seite 36 des »Segelhandbuches für den Atlan- 
tischen Ozean« (3. Aufl.) verwiesen; es ist hieraus ersichtlich, daß der Kurs des 
Schiffes vom 13. zum 14. September aus dem warmen Brasilien-Strom in den 
kalten nordwärts setzenden Falkland-Strom führte. Überraschend ist der parallele 
Gang der Wasser- und Lufttemperatur, die innerhalb 24 Stunden um 9,5° ab- 
nimmt und, wie die Haupttabelle zeigt, auch weiter so niedrig bleibt, 
II. Die Beobachtungen der Oberflächentemperatur des Meeres. 
Die höchsten Temperaturen der. Meeresoberfläche im Atlantischen Ozean 
wurden auf der Ausreise im August mit 27.9° in 12° N-Br. und auf der Heim- 
reise im Januar mit 27.3° in 2° und 3° N-Br. gemessen; Temperaturen über 27.0° 
kamen auf der Ausreise zwischen 15° und 10° N-Br., auf der Heimreise zwischen 
4° und 0° N-Br. zur Beobachtung, so daß sich eine jahreszeitliche Verschiebung 
des Gebietes höchster Erwärmung von rund 10 Breitengraden ergibt. Die Einzel- 
beobachtungen zeigen in diesen Gebieten höchster Erwärmung auf der Ausreise 
keine Besonderheiten, da die Wassertemperatur nicht unter 26° sinkt, wohl aber 
für die Heimreise. Ich gebe folgenden kleinen Auszug: 
7./8. I. 2 bis 4° N-Br., 29° W-Lg. 
80a N | anV | mv _| 86V | 90nV 
Wassertemperatur . . . 27.0 | 24.7 25,7 26.2 | 27.0 Himmel fast 
Wind ®* 20000000 023 | N1 ONO 2 ONO1 | NNO2 [ee Bedeokt 
* In den Stunden vorher SO 2/3. 
Der große Temperaturunterschied zwischen der Abend- und der Morgen- 
beobachtung, der erst allmählich sich ausgleicht, scheint mir hervorgerufen zu 
sein durch Auftrieb kalten Tiefenwassers, da, wie wir später sehen, die tägliche 
Periode der Oberflächentemperatur bedeutend geringer ist. Begünstigt wurde 
der Auftrieb durch die leichten Winde, die von SO über O nach NO drehten, 
auch ist hier vielleicht das unterseeische Plateau, auf dem der St. Pauls-Felsen 
aufsitzt, von Einfluß. Die Lufttemperatur machte die anormale Schwankung nicht 
mit, sondern bewegte sich zwischen 25° und 26°, sank aber später zwischen 9*/,* 
und 11% V von 25,8° auf 23.4° unter Drehung des Windes nach SSW. Diese Ab- 
kühlung dürfte sich indessen durch Zufuhr von Luft, die in benachbarten Gebieten 
durch Niederschläge stark abgekühlt worden ist, erklären lassen, 
Sehr sprunghaft änderte sich die Wassertemperatur zwischen 29° und 
30° S-Br. im Gebiet des Brasilien-Stromes. Hier wurden in den Nachmittagstunden 
des 9, September folgende Werte gemessen: 19.2° (12%), 20.1° (11/,»), 18.3° (31/„»), 
19.6° (62), 18.1° (8%), 17.5° (12). Die atmosphärischen Erscheinungen bieten 
keine Erklärung, so daß man wohl auch auf Auftrieb von Tiefenwasser infolge 
von Zerrungsvorgängen in der abkurvenden Strömung zurückgreifen muß. 
Von regionalen Unterschieden sei, nachdem der krasse Übergang ‚vom 
Brasilien- zum Falkland-Strom schon im vorigen Abschnitt Erwähnung gefunden 
hat, nur kurz auf die Differenz in den beobachteten Wassertemperaturen an der 
Westküste Südamerikas hingewiesen. Wir finden hier auf der Ausreise im Oktober 
durchweg Temperaturmittel unter 15°, selbst in den niedrigen Breiten unter 
30° S-Br., indessen auf der Heimreise Ende November zwischen 26° und 33° S-Br. 
die Wassertemperatur über 18°, dagegen zwischen 23° und 26° S-Br. unter 18° 
beträgt. Die Unterschiede dürften in erster Linie auf den größeren Küstenabstand 
bei der Heimreise zurückzuführen sein, indem auf der Ausreise, trotzdem auch
	        
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