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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

6° N-Br. 
62 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1911, 
monsuns; Ende des Monats erschienen Winde und Mallungen aus östlicher 
Richtung, der Kalmengürtel verschmälerte sich, so daß von 15 Segelschiffen, 
welche im Dezember 1907 die Aquatorialzone zwischen 24° und 31° W-Lg. durch- 
segelten, fünf ohne jegliche Störung von einem Passatgebiet in das andere ge- 
langten, indem der Wind von Stärke 3 bis 5 nach Beauforts Skala in vier Fällen 
auf 4° N-Br. und in einem Falle auf 2,5° N-Br. durch Ost holte. Aber auch die 
übrigen Segler hatten sehr günstige Gelegenheit und größtenteils durch Böen 
und mallende Winde aus östlichen Richtungen stets guten Fortgang, so daß als 
längster Aufenthalt im Kalmengürtel der der beiden tief beladenen Vollschiffe 
»Elfrieda« und »Terpsichore« zu betrachten ist. Ersteres Schiff befand sich auf 
der Ausreise und erreichte die Südgrenze des Nordostpassats am 4. Dezember 102 N 
in 6.5° N-Br. und 26.9° W-Lg. und die Nordgrenze des Südostpassats am 7, De- 
zember 42V in 4.2° N-Br. und 26.7° W-Lg.; die Zwischenzone von 2.3° Breite 
wurde also in 2.4 Tagen zurückgelegt, »Terpsichore« verlor heimkehrend den 
Südostpassat in einer Regenböe am 6. Dezember um 74V in 3.2° N-Br. und 
29.5° W-Lg. und gelangte mit Hilfe von heftigen Gewitterböen aus Östlichen 
Richtungen, die zeitweise mit Stärke 8 einsetzten und den Verlust eines Bram- 
segels herbeiführten, bis 6.5° N-Br. und 29.6° W-Lg., wo am 8. Dezember 12h mittags 
der Wind in einer steifen Böe nach Nordost holte. 3.3° Breite wurde demnach 
in 2.5 Tagen gutgemacht, in denen die extremen Wachdistanzen 30 und 8 Sm be- 
trugen (siehe Schluß dieser Arbeit). Daß der Kalmengürtel im Jahre 1907 im 
Dezember die geringste Ausdehnung besaß, geht schon aus dem errechneten 
Monatsmittel der äquatorialen Passatgrenzen hervor; zur Veranschaulichung 
dessen und der geringen Schwankungen der Passatgrenzen wurde das Diagramm 
für 30° W-Lg. entworfen (Fig. 3), dem 51 Beobachtungen zugrunde liegen. 
Fig. 3. 
Der Kalmengürtel im Dezember 1907 für 30° W-Le. 
10. 15. 0 2. 
Dezember 
AUT 
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Bei 40 Dampferreisen konnten neun Passatübergänge ermittelt werden, so 
daß man folgende prozentische Häufigkeit derselben für den Monat Dezember 
des Jahres 1907 erhält: 
Für die Beobachtungen der Seglerreisen 33%, 
« « « Dampferreisen 23%, 
« aller Reisen 25. 
Nächst Dezember hatte der Monat Januar die meisten Passatübergänge zu 
verzeichnen, die sich hier folgendermaßen verteilen: 
Auf Seglerreisen 13%, 
« Dampferreisen 15%, 
« alle Reisen 15%. 
Was die Stärke der im Kalmengebiet notierten Böen anbetrifft, so betrug 
dieselbe gewöhnlich 4 bis 6 der Beaufortskala, Stärke 7 wurde schon seltener er- 
langt. Über die heftigsten Böen und deren Windrichtungen erteilen folgende 
Auszüge aus den meteorologischen Tagebüchern Auskunft. 
Das Schulschiff »Herzogin Sophie Charlotte« verzeichnete am 8, November 
10b 45min N eine steife Regenböe aus ONO, Stärke 7 bis 8 auf 7.6° N-Br. und 
24.8° W-Lg. Dampfer »Rugia« hatte am 7. Dezember von 1h bis 38 V strömenden 
Regen und steife östliche Brise von Stärke 7 auf 3.1° N-Br. und 30.2° W-Lg. ganz 
ähnliche Wetterverhältnisse wie der etwas östlicher stehende Segler »Terpsichore«, 
auf dessen Durchsegelung der Äquatorialzone schon an einer vorhergehenden 
Stelle hingewiesen ist.
	        
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