Wendling, P.: Die äquatorialen Passatgrenzen und der Kalmengürtel usw. 61
{8° N-Br.
Auffallend war die Bewegung der Südgrenze des Nordostpassats. im. Sep-
tember, in welchem sie von der hoch nördlichen Lage nach Süden zurückwich
und in der letzten Dekade des Monats nach neun Beobachtungen in ungefähr
9° N-Br., also bedeutend südlicher als die mittlere Lage, verweilte. ‚Zum Ver-
gleich wurde die Kurve für 25° W-Lg. gezeichnet, nach der die Äquatorialgrenze
des Nordostpassats eine noch beträchtlichere Schwankung vollzog und in den letzten
Tagen des Monats ebenfalls in einer andauernd südlichen Position angetroffen
wurde (s. Fig. 2). Wenn nun auch die polare Grenze des Nordostpassats in bezug
Fig. 2.
Die jiquatoriale Grenze des Nordostpassats im September 1907.
> 10. 20. 2.
September
ee
6°
DO
>
ai
- — ll
für 259, .....is für 28° W-Lry.
auf die nichtjahreszeitlichen Verschiebungen von der Wetterlage im Norden ab-
hängig ist und zwischen den von ihr hervorgerufenen oft großen und raschen
Schwankungen und denen der äquatorialen Passatgrenze ein regelmäßiger Zu-
sammenhang zunächst nicht zu erkennen ist, so wurde doch in diesem Falle nach
den synoptischen Wetterkarten, die für das Jahr 1907 auf der Deutschen See-
warte noch bearbeitet und vervollständigt werden, festgestellt, daß die polare
Grenze in der letzten Dekade des September zwischen 20° und 30° W-Lg. eben-
falls eine sehr südliche Lage einnahm. Dieselbe wird durch folgende in den
synoptischen Wetterkarten eingetragenen Windangaben von Schiffen gekennzeichnet:
Am 22, September beobachtet ein Segler auf 25° N-Br. und 24° W-Lg. NW >
22, « « « 24° « « 21° 350 &.
K « « Dampfer « 30° x« x 20° « SW 2.
26, « « « 26° « « 24° « W
26. « . 279 « « 20° « WNW
Da 339 + 38° flau.
Über die in den Diagrammen in der Kalmenzone eingezeichneten Winde
und über alle aus den meteorologischen Tagebüchern gemachten Windauszüge
jassen sich folgende allgemeine Bemerkungen anführen: In den Monaten Januar
bis Mai wurden nicht selten leichte beständige, östliche Winde und die Mallungen
meist aus vorwiegend östlichen Richtungen angetroffen, die es den Segelschiffen
ermöglichten, oft ohne erheblichen Aufenthalt den Kalmengürtel zu durchqueren,
Auch zeigten in diesen Monaten die Mallungen die Tendenz, an der Grenze des
Nordostpassats mehr aus dem Nordostquadranten, im südlichen Teile der Kalmen-
zone aber mehr. aus dem Südost- und auch Südwestquadranten vorzuwalten, Zur
Zeit des Südwestmonsuns, also in den Monaten Juni bis Oktober, erhielten auch
Mallungen aus westlicher Richtung die Oberhand, solche aus dem Nordost-
quadranten wurden in: dieser Zeit südlich von 10° N-Br. wenig gefunden. Wind-
stillen, die bekanntlich das ganze Jahr über in der Kalmenzone auftreten, waren
in den Monsunmonaten am häufigsten in der Nähe der Südgrenze des Nordost-
passats, Im November und Dezember lagen die Verhältnisse ähnlich wie im
Jahresanfange.
. Das Diagramm für November zeigt in der zweiten Dekade Stillen, west-
liche Mallungen und leichte südwestliche Winde, die letzten Spuren des Südwest-