Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1911.
bei Hochwasser betragen. Ausgeworfen für die Fertigstellung des Docks sind
6300000 Mark.
Hafenunkosten. Nach Konsulatsfragebogen vom Jahre 1909 wurden an
Hafenabgaben vorläufig nur Tonnengelder erhoben, und zwar 25 Sen für die
R-T. Die Löschkosten der Ladung stellten sich ungefähr wie folgt: für Stück-
gut 30 Sen, für Schwergut 35 bis 45 Sen p.t; für Agenturkommission 25 bis
100 Yen, je nach der Ladungsmenge; Erlaubnisschein für volle Nachtarbeit von
6EN bis 62 V 10 Yen, für halbe Nachtarbeit von 6*N bis Mitternacht 5 Yen, für
Sonntagsarbeit von 6» V bis 6? N 25 Yen.
Die Stadt liegt in der Provinz Kjöng-kwi und zählt etwa 30 000 Einwohner.
Im Jahre 1909 verteilte sich diese Einwohnerzahl nach dem Konsulatsbericht wie
folgt: Etwa 15000 Koreaner, 13 000 bis 14 000 Japaner, 1000 bis 2000 Chinesen,
100 Europäer und Amerikaner, von denen 12 Reichsdeutsche, nämlich 6 Männer,
2 Frauen, 4 Kinder, waren. Seit 1881 ist der Hafen den Japanern, seit 1883
den übrigen Vertragsmächten zum Handel geöffnet. Iın russisch-japanischen
Kriege fand auf der Reede von Chemurupo ein Seegefecht statt; von russischen
Schiffen wurden dabei ein Kreuzer und ein Kanonenboot zerschossen, die beide
sanken; deren Wracke sind 1909 beseitigt worden. Obwohl Fusan neuerdings
einen großen Teil des koreanischen Seehandels an sich gezogen hat, ist Chemu-
rupo immer noch der bedeutendste Seehafen Koreas, namentlich gehen alle
Eisenbahnmaterialien für die Neubauten hier ein, Koreanische und japanische
Kleinindustrie herrscht am Orte, auch eine Zigarettenfabrik ist vorhanden.
Handelsverkehr. Nach dem Konsulatsbericht für 1908 liefen aus und ein
1107 Schiffe mit 3 088 671 R-T. Raumgehalt. Die Einfuhr im Jahre 1906 hatte
einen Wert von 29521 799 Yen, die Ausfuhr von 8 132 844 Yen. Die Haupteinfuhr
besteht aus Baumwollwaren, Metall und Metallwaren, Eisenbahnmaterial, Balken,
Tabak und Zigarren; die Hauptausfuhr aus Bohnen und Erbsen, Reis, Rindshäuten
und Rindvieh, Außerdem sind alle Kulturerzeugnisse an der Einfuhr beteiligt,
namentlich auch Wollwaren, Spiegel, Streichhölzer, Petroleum, Nadeln, Bier,
Farben, Chemikalien, Arzneien, Grastuch, Seidenwaren, Maschinen, Wein,
Spirituosen usw. Verkehrsverhältnisse im Hafen nehmen beständig zu und
werden nach Möglichkeit gefördert, Während des Arbeitstages können 600 bis
700 t Stückgut, dagegen Schwergut, wie Maschinen, Schienen, Brückenmaterial,
200 bis 300t entlöscht werden. Verzögerungen durch Leichtermangel treten
gelegentlich, bei sehr regem Verkehr fast regelmäßig ein. Auch werden die
japanischen Dampfer immer besser als europäische bedient. Außerdem ist bei
schwerer Ladung immer noch mit dem Umstand zu rechnen, daß die Leichter
während einer Tide nicht fertig werden, dann nicht rechtzeitig genug in den
Hafen an ihre Kaie gelangen, bei Ebbe festkommen und erst mit der nächsten
Flut wieder flott werden,
Dampferlinien und Verkehr. Von deutschen Schiffen laufen den Hafen an
die der Hamburg-Amerika-Linie, des Norddeutschen Lloyd und gelegentlich andere,
Die japanische »Nipon Yusen Kaisha« unterhält folgende Linie: Kobe—Nagasaki-—
Fusan—Chemurupo—Dairen—Taku monatlich, Die »Osaka Shosen Kaisha« fährt
regelmäßig wie folgt: Kobe— Osaka — Fusan — Mokpo— Kunsan — Chemurupo.,
„Urasaki & Co.« unterhalten einen wöchentlichen Dienst nach Chefoo. Außerdem
laufen viele japanische Dampfer Chemurupo in wilder Fahrt an. Durch die Bahn
nach der Hauptstadt Söul, die in einer Stunde zu erreichen ist, hat der Hafen
Anschluß an die große Linie von Fusan—Söul— Neu Wiju—Antung und weiter
an die Sibirisch-Europäische Eisenbahn, Über Fusan hat man täglich die
schnellste Verbindung nach den Hauptplätzen Japans (vgl. »Fusan«). Das
koreanische Bahnnetz soll übrigens jetzt unter japanischer Herrschaft aus-
gedehnt werden, um das Land besser zu erschließen und die Landesprodukte im
Welthandel verwerten zu können. Bisher liegen die natürlichen Schätze dieses
reichen Landes noch fast ganz brach. Zehn Millionen Yen sollen während der
nächsten fünf Jahre für Straßenbau verbraucht werden; im Innern von Korea
gibt es kaum Wege, die den Namen Straßen verdienen, Waren, Gemüse, Holz,
Reis und andere zum Leben notwendige Artikel werden noch auf Packtieren
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