Streaky Bay (Flinders).
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Schiffe mit weniger als 3.7 m Tiefgang können auf 4.3 bis 4.6 m Wassertiefe über
Schlickgrund etwa 3 Kblg von der Landungsstelle beim Orte Flinders ankern,
von wo aus die Kirche rw. 178° (mw. S'/,O) und One Tree-Hügel rw. 85°
(mw. 03/N) peilt, ; |
Ballastgrund. . Der Ankerplatz für Ballast löschende Schiffe befindet
sich unter der North-Bank. Zur Kennzeichnung seiner Südostgrenze sind an der
Südseite der North-Bank zwei Stangenbaken mit viereckigen, weißen Toppzeichen
errichtet worden. Der Ballast darf nur nordwestlich von der Verbindungslinie
der beiden Baken über Bord geworfen werden.
Die Ankerplätze zum Laden der eingangs angeführten Schiffe waren bei
der Eba-Insel und südlich von Spithead.
Hafenanlagen. Eine 328 m lange Landungsbrücke mit 4.3 m Wasser bei
Niedrigwasser an ihrem Außenende ist bei dem Orte Flinders errichtet,
Das Laden des Weizens geschieht auf dem Ankerplatze aus Küstenfahr-
zeugen oder aus dem Dampfleichter der Firma John Darling & Son. Der
Weizen wird mit den Dampfwinden der Fahrzeuge aufgehievt. Kosten und Risiko
für die Ladung der Leichter trägt der Ablader. Liegt jedoch ein Schiff weit
vom gewöhnlichen Ladeplatz ab, so muß es eine Extravergütung von 1sh6d
per t für die Leichter bezahlen. Kapt. C. W. Stege setzte es jedoch bei seinem
Ablader durch, daß er keine Extravergütung für die ihm nach dem Ballast-
grunde geschickten Leichter zu bezahlen hatte. Stauer und Holz zur Garnierung
des Schiffes sind nach Kapt. C. W. Stege nicht zu erhalten; er selbst brachte
Holz und Stauer von Port Adelaide mit. Bootslandungsstelle befindet sich
bei der Brücke,
Hafenordnung. Es gelten die für die Häfen von Süd-Australien üblichen
Bestimmungen, Kapt. C. W. Stege erhielt bei seiner Ankunft vom Hafenmeister
einen kleinen gedruckten Bogen, der die Bestimmungen über das Löschen des
Ballastes enthielt, ;
Hafenunkosten. Leuchtfeuerabgaben betragen 6d p. R-T. ;
Der Ort Flinders zählte im Jahre 1902 etwa 230 Einwohner, Eine Bank,
eine Kirche und mehrere Hotels sind am Orte. Eine Post- und Telegraphenstation
ist ebenfalls vorhanden,
Die Ausfuhr besteht aus Weizen und etwas Wolle. Von den am nördlichen
Teile der Bucht liegenden Faktoreien werden mittels Küstenfahrer viele Schafe
verschickt,
Dampferlinien. Ein Dampfer und ein Schuner suchen den Hafen regel-
mäßig auf; wöchentliche Post kommt von Port Adeleide über Land via Port
Lincoln. Der Ort ist an das allgemeine Telegraphennetz der Kolonie an-
geschlossen.
Schiffsausrüstung, Kesselkohlen sind nicht zu haben. Frischer Proviant
ist in beschränktem Maße zu bekommen, Austern kann man an verschiedenen
Stellen der Bucht fangen. Dauerproviant und sonstige Ausrüstung muß
man von Port Adelaide beziehen. Kapt. C. W. Stege bezahlte für ein Schaf von
144 Pfd. Lebendgewicht 15 sh, für ein acht Wochen altes Ferkel 12 sh. Trink-
wasser ist zum Preise von 1£ p.t zu erhalten, es soll etwas brackig sein.
Kapt. C. W. Stege bezog 900 Gallonen Regenwasser zum Preise von 1£p.t
von einem Schmiedemeister, der es in seinem Boot an Bord brachte, Seine
Leute holten auch einmal ein Faß voll Wasser aus einem Brunnen hinter der
Eba-Insel. Sonst soll nach dessen Angaben die Bucht wasserarm sein.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutscher Konsul ist nicht am Orte,
das nächste Konsulat ist in Adelaide. Agenten des Germanischen Lloyd und
deutscher Dampfergesellschaften sind nicht am Platze, Die eingangs angeführten
Kapitäne hatten John Darling & Son als Agenten. Mannschaftsentweichungen
kommen vor, Seekarten und nautische Bücher muß man von Port Adelaide
beziehen.