572 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1911.
Kursen wird man bei Niedrigwasser 4.9 bis 5.2 m, bei Hochwasser 6.7 m geringste
Wassertiefe finden; Schiffe müssen jedoch darauf achten, daß sie den sogenannten
Austernsteert meiden, der sich von der Crawford-Landungsstelle erstreckt.
Nach dem Ballastgrund oder nach einem Ankerplatz unter der North-Bank
bestimmte Schiffe müssen nach Passieren der Barre nördlichen Kurs aufnehmen,
Die Süd-Durchfahrt, die bei Niedrigwasser 3.3 m Wassertiefe hat, ist bei
Niedrigwasser nur mit schlichtem Wasser für Schiffe mit weniger als 3 m Tief-
gang passierbar. Einlaufende Schiffe müssen von einem Punkte, der etwa 3 Sm
nordwestlich von der Olive-Insel liegt, rw. 82° (mw. OzN)-Kurs steuern, bis die
höchste Stelle der Eba-Insel rw. 94° (mw. O) peilt. Dann nehme man diese
Peilung als Kurs auf und kreuze die Barre. Man ist über diese hinüber, wenn
der One Tree-Hügel im Blanche-Hafen in rw. 161° (mw. SSO)-Peilung mit der
Gibson-Huk in Linie kommt, oder wenn die rote Pfahlbake mit kreisförmigem
Toppzeichen an der Nordkante der 1.8 m (1 Fad.)-Stelle rw. 139° (mw, SO) peilt.
Es ist bislang nicht bekannt, ob das neu errichtete Leuchtfeuer auf dieser Bake
brennt, jedenfalls ist es aber in nächster Nähe derselben errichtet und daher
beim Einsteuern an St-B. zu lassen. Man passiere 2 Kblg nördlich von der Bake
und steuere dann rw. 183° (mw. SO1/, O)-Kurs, wobei man darauf achte, daß man
in gutem Abstande von dem Sandsteerte vor der Gibson-Huk bleibe. Peilt die
östliche Perforated-Klippe rw. 161° (mw. SSO), so halte man auf die Klippen zu
und verfahre, wie oben beschrieben.
Auslaufen. Kapt. C. W. Stege schreibt: »Am 24. Februar 1905 durch-
segelten wir mit leichter südlicher Brise bei etwa halber Ebbe die Dashwood-
Durchfahrt. Wir loteten als geringste Tiefe in der Mitte der beiden Barre-Tonnen
6.2 m Wasser; der Tiefgang des Schiffes betrug 5.8 m. In früheren Jahren hatten
Schiffe mit 5.8 m Tiefgang die Barre schon bei Niedrigwasser und solche mit
6.8 m Tiefgang bei Hochwasser passiert. Um 9% V passierten wir die Außentonne
mit frischer Südostbrise, die aber gegen 10h 15m®in wieder abflaute; um 11% 30min
setzte die Seebrise aus Südwest ein, Wir kreuzten in Sicht der auf der Dash-
wood-Klippe stehenden Brandung und in Sicht von Kap Bauer gegen diesen Wind
und hohen Seegang aus Südsüdwest.«
Ankerplätze in der Bucht. Im nordöstlichen Teil der Streaky-Bucht ist
östlich von der Lindsay-Huk für tiefgehende Schiffe ein vollkommen gegen
stürmische Winde und Seegang geschützter Ankerplatz. Dieser ist auch der
einzige gute und vollkommen sichere Ankerplatz für tiefgehende Schiffe an der
ganzen Küstenstrecke zwischen dem King George-Sund (Albany) und Port Lincoln,
Große Schiffe ankern hier auf 9.6 m Wasser über Sandgrund mit Seegras in den
Peilungen: Lindsay-Huk rw. 274° (mw. W), 2 Sm entfernt, Hügel auf der De Mole-
Huk rw. 257° (mw. WSW!/,W), und auffälliger Sandhügel innerhalb des Acraman-
Krieks rw. 307° (mw. NWzW). Kleinere Schiffe können ihrem Tiefgang ent-
sprechend zwischen diesem Ankerplatze und Acraman-Kriek ankern. Im mittleren
Teil der Bucht können Schiffe irgendwo an der Innenseite der North-Bank und
des South-Sandes ankern, oder zwischen diesen Bänken und dem Festlande im
Süden. Bei stürmischen westlichen Winden aber steht an der Ostseite der Bucht
in der Nähe der Küste unbequeme kurze See, wodurch die Ankerketten stark
belastet werden. Unter solchen Umständen ist es besser, südöstlich von der Mitte
der North-Bank und so nahe wie möglich an ihrer Kante zu ankern. wo man
geschützt liegt,
Der beste Ankerplatz ist im südlichen Teil der Bucht im Blanche-Hafen,
wo Schiffe vollkommen durch Land geschützten Ankerplatz über sehr gut
haltendem Grund finden. Schiffe mit 5.5 bis 5.8 m Tiefgang ankern über Schlick-
grund auf 7.3 m Wasser, von wo aus die Flinders-Kirche rw. 177° (mw, S°/,O)
und das Nordende der niedrigen felsigen Huk bei der Crawford-Landungsstelle
rw. 82° (mw. OzN) peilt. Kleinere Schiffe ankern dichter beim Orte Flinders
auf etwa 3.7 bis 4.11 m Wassertiefe in 2 Kblg bis 1 Sm Abstand von der Küste,
von wo aus die Kirche zwischeg rw. 161° (mw. SSO) und rw. 195° (mw. SzW)
peilt. Eine Stelle mit 5.5 m Wasser und mehr liegt 1 Sm von der Kirche ent-
fernt: von ihrer Mitte aus peilt die Kirche rw. 156° (mw. SSO1/,O). Kleine