Klaehn, J.: Über die Meeressirömungen zwischen Kap Horn und der La Plata-Mündung. 649
1 Jahresisothermenkarte,
der Jahresamplitude, ;
| der Jahrestsanemalen, jerate 34),
L Karte$ der mittleren Strömung,
des wärmsten (Figur 1, S. 658),
des kältesten } Monats (78° > S 659),
2 Chrono-Thermo-Isoplethendiagramme (Tafel 36 und 37),
12 Monatsisothermenkarten (Tafel 35),
12 kleine Karten lassen erkennen, für welche Gebiete mehr oder weniger
Beobachtungen gesammelt werden konnten (Tafel 35).
In gleicher Weise wurden alle Stromversetzungen, fast 17000 an der
Zahl, welche dieselben Schiffe auf ihren Fahrten von Tag zu Tag feststellten,
tabellarisch geordnet, Da sie des Mittags für die voraufgegangenen 24 Stunden
bestimmt sind, sind sie jedesmal für die Mitternachtsposition in Anrechnung ge-
bracht. Doch konnten mehrere Eingradfelder zu einem Gebiete zusammengefaßt
werden, so daß, wie die Orientierungskarte (siehe Figur 3, S. 661) angibt, 31 Gebiete
unterschieden werden. Die Einteilung geschah nach der Menge der Beobachtungen
und besonders unter Rücksichtnahme auf die Stromrichtungen.
Es sind sodann Tabellen der prozentualen Häufigkeit der Stromversetzungen
berechnet und am Schluß der Arbeit für die einzelnen Jahreszeiten und für das
ganze Jahr!) wiedergegeben,
Eine Karte (Tafel 38) gibt für das Jahr die Stromrichtungen in graphischer
Darstellung. .
In den Tabellen ist die mittlere Stromstärke jedesmal berechnet. Doch
muß bei allen Angaben der Stromstärke berücksichtigt werden, daß die Strom-
stärken von den Schiffen oft zu schwach empfunden werden. Fährt ein Schiff
den einen Teil des Tages in einem Südstrom, den anderen in einem Nordstrom,
so kann es geschehen, daß trotz der Strömungen keine oder eine nur schwache
Stromversetzung zu verzeichnen ist. In dem vorliegenden Gebiete tritt dieser
Übelstand besonders dort zutage, wo die Schiffe aus dem Brasilienstrom in den
Falklandstrom oder umgekehrt von diesem in den Brasilienstrom gelangen,
Auch die Stromrichtungen werden aus diesem Grunde oft falsch beobachtet,
Da von englischer Seite die Winde des Südatlantischen Ozeans?) für
jeden Monat bearbeitet und die Küstengebiete von Südamerika noch besonders
eingehend in ihren Windverhältnissen untersucht sind,®) wurde von einer Zu-
sammenstellung der Windbeobachtungen‘ der deutschen Schiffe für das vor-
liegende Gebiet abgesehen.
Es stützen sich demnach alle späteren Bemerkungen über die Winde nur
auf englische Beobachtungen,
X. Allgemeines Strömungsbild.
Das Jahresmittel und die Jahresisanomalie der Temperatur des Ober-
flächenwassers gestatten bei einer Berücksichtigung der prozentualen Häufigkeit
der Stromversetzungen sichere Schlüsse auf den jährlichen Gang der Strömungen.
Es muß aber sogleich darauf hingewiesen werden, daß die Strömungen im
Laufe des Jahres nicht immer die gleichen Bahnen innehalten., Es wehen zwar
in dem vorliegenden Gebiete die stärkeren Winde gewöhnlich von Westen und
wirken darum auf die Strömungen ziemlich gleichmäßig ein, indessen werden oft
Stürme angetroffen, deren Häufigkeit nach Süden beständig zunimmt, und die in
einigen Monaten sogar von allen Richtungen her zu erwarten sind. In solchen
Fällen verschieben sich leicht die Stromgrenzen, und es kann demnach das
Jahresmittel der Temperaturen und Stromversetzungen nur dann ein sicheres
Bild für die allgemeine Strömung liefern, wenn ein großes Beobachtungsmaterial
zugrunde liegt,
') Tabellen für die einzelnen Monate finden sich in der Dissertation (siehe Fußnote 1. auf S. 647.)
+ Wind Charts for the South Atlantic Ocean, London. Published at the Admiralty 1902.
% Wind Charts for the Coastal Regions of South America, London. Published at the
Admiralty 1901.
Ann. d. Hydr. usw. 1911, Heft XII.