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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

646 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1911. 
Aires aus nach Europa zurückkehrte, zum Abschluß seiner biologischen Unter- 
suchungen sehr erwünscht war. Die beiden Stationen zeigen durchgreifende 
Unterschiede gegen den Brasilstrom, indem der Falklandstrom sowohl an der 
Oberfläche wie auch in der Tiefe bedeutend salzärmeres und kälteres Wasser 
führt; auf der südlichsten Station fanden wir Schichtung in den obersten 100 m 
und eine schnelle Änderung der Verhältnisse in kurzer Zeit. 
Sonstige Untersuchungen. Am 13. August südlich der Montague- und 
Jassur-Bank konnte eine zweite Bootsverankerung auf hoher See ausgeführt 
werden, um Strommessungen vorzunehmen, Die Tiefe betrug 3099 m, die See 
war nicht so ruhig wie das erste Mal in der Kalmenzone, da Nordwestwind von 
Stärke 4 wehte. Wir verankerten das Boot wieder an 4000 m Drahtlitze, die vom 
Schiff ausgegeben wurde, als Anker wurde ein starker Holzstab, der schräg zu- 
yespitzt war, benutzt, auf den ein großes Lotgewicht aufgekeilt war. Wie die 
Besichtigung nach dem Aufhieven ergab, hat der Anker gut funktioniert. Der 
Holzstab war etwa 40 cm weit in den Boden eingedrungen und bis zu dieser 
Länge mit einer gleichmäßigen Schlickschicht bedeckt. Da sonst keine Schlick- 
spuren wahrzunehmen waren, so geht daraus hervor, daß der Anker nicht ge- 
schleift hat. Das Boot lag nicht so gut wie in der spiegelglatten See am 
Äquator, namentlich gegen Schluß der Messungen, als eine Böe heraufzog, waren 
seine Bewegungen ziemlich heftig. Die Messungen dauerten von 12h V bis 3'/„b N. 
Die Ergebnisse unserer Messungen sind folgende: Von der Oberfläche bis 
100 m war die Stromrichtung annähernd dieselbe (vorwiegend aus Nord), während 
die Geschwindigkeit mit der Tiefe schnell abnahm; Oberfläche: 48 cm/sek,, 
10m: 36 cm, 50: 18 cm und in 100m 12em/sek. In 200 m Tiefe war die Richtung 
wechselnd (Kugeln verstreut), Geschwindigkeit 18 cm; in 400 m Richtung aus SSO, 
Geschwindigkeit 11 cm und in 800 m Richtung aus NNW mit einer Geschwindigkeit 
von 13 em. Die Wiederholung der Messung an der Oberfläche und in 50 m er- 
gab, daß die Geschwindigkeit auf 11 bzw. 10 cm zurückgegangen war, was gut 
mit unseren Beobachtungen über die Größe der Abtrift des Schiffes zu Beginn 
und zum Schluß unserer Beobachtungen stimmte. 
Folgerungen aus den Strommessungen zu ziehen, ist in Anbetracht der 
wenigen Beobachtungen sehr schwer. Nur soviel können wir wohl mit Sicherheit 
schließen, daß bis zur 100 m-Schicht die Wasserverschiebungen noch mit relativ 
großer Geschwindigkeit erfolgen. Nach unseren Messungen kann man sie auf 
etwa 5 bis 6 Sm in 24 Stunden ansetzen. Eine größere Zahl von Strombeob- 
achtungen zu machen, mangelte es uns an Zeit; es erscheint mir jedoch nach 
unseren Erfahrungen durchaus lohnend, die Bootsverankerungsmethode weiter 
auszubauen. Am geeignetsten würde ein kleines Motorboot hierzu so eingerichtet 
werden, daß der Motor zum Einhieven der Drahtlitze benutzt werden kann, damit 
man auch die Geschwindigkeit in größeren Tiefen untersuchen kann; auch 
könnte eventuell der Verankerungsdraht selbst vom Motorboot ausgelegt und 
wieder eingenommen werden. 
Von gelegentlich ausgeführten Untersuchungen sind einige Bestimmungen 
der Alkalinität zu erwähnen, die in Übereinstimmung mit den früheren Unter- 
suchungen zeigten, daß die Alkalinität in erster Linie abhängig ist vom Salz- 
gehalt des Wassers. Die Alkalinität schwankte auf der ganzen Reise nur zwischen 
26.6 und 28.4 ccm CO,. Um die Genauigkeit der Bestimmungen zu sichern, 
wurden hier im Instituto nacional del profesorado secundario mit Unterstützung 
des Vorstandes des chemischen Laboratoriums, Herrn Professor Sorkau, die 
Normallösungen kontrolliert. — Die Wasserstoffjonenkonzentration des 
Wassers wurde an einigen Stationen nach der Methode von Palitzsch bestimmt‘); 
an der Oberfläche war die Konzentration nur wenig veränderlich, sie blieb in 
den Grenzen zwischen 10-—%% und 10-—8%, In den Tiefen war in der Regel der 
Wasserstoffjonenexponent kleiner und erreichte im Bodenwasser den Wert 7.85 
bis 7.40. Zu bemerken ist hierzu, daß die Farbentönung des Bodenwassers von 
derjenigen der Normallösungen, die das Carlsberg-Laboratorium freundlichst zur 
ij) Siche Publ. de eirconstance No. 60. Kopenhagen, Juni 1911
	        
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