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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Brennecke, W.: Ozeanographische Arbeiten der Deutschen Antarktischen Expedition. 645 
Die Temperaturumkehr in diesen Tiefenschichten ist nur so ermöglicht, daß 
sich von Süden her in geringerer Tiefe (600 bis 800 m) ein kühler, aber salz- 
armer Strom vorschiebt, so daß die. Lagerung der Wasserschichten eine 
stabile bleibt. Auf der Textfigur sind Salzgehalt und Temperatur der beiden 
Stationen graphisch dargestellt. 
Station 70. Station 90, 
9° 15’ S-Br., 34° 0’ W-Lg. 5. VIIL 1911. 34° 23’S-Br., 48° 4’W-Lg. 28. VII 1911. 
Zalzgehalt%/o 34.00 %o 35.00% 00 86.00 % 0 84.00 %o 35,00% 0 38.00 % 0 
Femp. °O, 0° 2°, 4° 6° 8° 10° 12° 14° 186° 18° 20° 29° 24° 28° 0° 2° 4° 6° 8° 10° 12° 14° 16° 18° 20° 
00} 
00 
100 
00 
300 
3 L 
= 1000 
. 
1400 
1600 
190} 
000 
Temperaturkurve, 
Salizgehaltskurve 
Zu den sonstigen Messungen an diesen beiden Stationen ist hinzuweisen 
auf die Unterschiede in der vertikalen Verteilung des Sauerstoffes: Bei der 
äquatornahen Station findet eine starke Abnahme des Sauerstoffes (über 50°) 
bis zu 300 m Tiefe statt, der sodann eine Zunahme bis zur 3000 m-Schicht folgt, 
indessen die Schwankungen bei der Station 90 relativ gering sind. Ferner sei 
aufmerksam gemacht auf das sekundäre Maximum des Salzgehaltes in 100 bis 
150 m Tiefe bei Station Nr. 70, das einen vom subtropischen Salzgehaltsmaximum 
nordwärts sich vorschiebenden Tiefenstrom anzeigt. Die Verhältnisse sind, wenn 
auch graduell verschieden, so doch analog zu den Ergebnissen, die auf der 
Forschungsreise S. M. S. »Planet« gefunden wurden. Station 90 beleuchtet ferner 
kraß den Wert, den wir Einzelmessungen der Temperatur in gewissen Gebieten 
beilegen dürfen. So ergab eine Wiederholung der Temperaturmessung bei 
Station 90 in 200 m Tiefe (sofort): 14.90°%, (nach 3 Stunden): 13.04°%, (nach 
5 Stunden): 12.98°! Ferner wurde in der 400 m-Tiefe in 40 Sm Entfernung von 
Station 90 eine um 5° höhere Temperatur gefunden! Dies erklärt auch die 
Unterschiede, wie sie im Gebiet des Benguela-Stromes zwischen den »Planet«- 
und »Valdivia«-Werten bestehen.‘!) 
Da es die Zeit gestattete, wurde an zwei Tagen noch im Falklandstrom 
gearbeitet, was namentlich auch Herrn Professor Lohmann, der von Buenos 
1, Vel, Forschungsreise S. M. &. »Planet«, Bd. III, Ozeanographie, S. 68 und 69.
	        
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