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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

v. Horn, A.: Eigenschaften unter dem Einflusse der Gezeiten stehender Flußläufe usw. 609 
überall die erforderliche Tiefe erhalten werden kann und damit zugleich die 
Strecke oberhalb Brunshausen in noch stärkerem Maße von der Belebung der 
Flutwelle Nutzen zieht. Eine solche lokale Regulierung ist anderseits vollkommen 
hinreichend für den vorliegenden Zweck, da im allgemeinen die Stromverhältnisse 
unterhalb Brunshausen derart liegen, daß eine durchgehende Regulierung bis 
Cuxhaven nicht erforderlich ist. Die lokalen Regulierungen können sich auf die 
verwilderten Stromstrecken bei Pagensand oberhalb Kolmar und beim Osteriff 
beschränken, während auf den übrigen Strecken unterhalb Brunshausen der Strom 
selbsttätig die genügenden Tiefen erhält und auch der sicheren Navigierung 
keine Hindernisse bereitet. 
Hamburg. 
A, v. Horn, Wasserbauinspektor. 
Kurs- und Geschwindigkeitsindikator für Luftschiffe. 
Von R. Topp, Offizier des Norddeutschen Lloyd. 
(Hierzu Tafel 31.) 
Da man, soweit ich unterrichtet bin, den wirklichen Weg und die Ge- 
schwindigkeit eines Luftschiffes wegen der Wirkung des Windes nur annähernd 
bestimmen kann, also bei bedecktem Himmel in großer Ungewißheit über den 
Schiffsort ist, ‚so habe ich versucht, einen Apparat zu konstruieren, der mit 
einiger Genauigkeit gleichzeitig Kurs und Geschwindigkeit anzeigt, also eine 
Loggerechnung ermöglicht. Allerdings ist derselbe nur beim Überfliegen großer 
Wasserflächen anwendbar, 
Der Grundgedanke ist der, daß ein im Wasser vom Luftschiff nach- 
geschleppter Körper den Weg über dem Wasserspiegel angeben wird; z, B. das 
Luftschiff steuert rw. West 30 Sm per Stunde, der Wind sei Nord von ebenfalls 
30 Sm stündlicher Geschwindigkeit, so wird sich das Luftschiff in der Richtung 
der Resultierenden des Parallelogrammes fortbewegen, welches man aus Eigen- 
geschwindigkeit und Wind konstruieren kann, also SW 43 Sm per Stunde. Schleppt 
man nun an einem Draht, der möglichst dünn sein muß, um der Luft nur geringen 
Widerstand zu bieten, einen Körper (Bleizigarre) im Wasser nach, so wird sich 
derselbe in der Richtung 45° St-B. hinten einstellen, Bringt man diesen Winkel 
an den rechtweisenden Kurs (hier West) an, so erhält man die Kurslinie, auf der 
man sich fortbewegt: S 45°W. 
Befestigt man den Schleppdraht außerdem noch an einer Federwage, so 
kann man auch gleichzeitig die Geschwindigkeit wenigstens annähernd feststellen, 
da mit zunehmender Geschwindigkeit der Widerstand des Schleppkörpers wächst, 
die Federwage also mehr belastet wird und umgekehrt. Auf Grund dieser Über- 
legung beruht die Konstruktion des Apparates, der in folgendem beschrieben ist. 
An der Stütze A ist eine Gabel befestigt, die um den Punkt B drehbar 
ist und deren Arme zu Rohren ausgebildet sind. In diesen Rohren bewegen 
sich die Führungsstangen C + D. Um bei einem Bruch der Federwage E das 
Hinausgleiten der Führungsstangen zu verhindern, sind auf denselben die Stifte 
F -- G aufgeschraubt, die sich in Schlitzen der Rohre bewegen, und zwar dem 
Spielraum der Federwage entsprechend. Der feste Teil der Wage ist bei H, der 
bewegliche .Kolben bei J am Querverband der Führungsstangen befestigt. 
Die Rolle K dient zur Aufnahme des Schleppdrahtes und ist mittels zweier 
abnehmbarer Händel drehbar. Als Bremsvorrichtung ist die Scheibe L an der 
Rolle befestigt, gegen welche der Bremsklotz M radial durch den Hebel N ge- 
drückt wird. Zum Arretieren der Rolle ist der Splint O vorgesehen. Die Achse 
der Rolle ruht in den zu Lagerschalen ausgebildeten oberen Enden des Stativs. 
Dasselbe ist auf den Rädern R + S, die sich auch um ihre vertikale Achse 
drehen können, aufgestellt und kann sich daher sowohl in der Längs- wie Quer- 
schiffsrichtung auf dem Gradbogen X — Y bewegen, je nachdem Richtung und
	        
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