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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

396 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1911, 
periode zugeführten Oberwasser. Die Summe beider Wassermengen ist nun nach 
Fig. 2 am größten für die Flutwelle mit der größten Fortpflanzungsgeschwindigkeit. 
Da die Gefällinien sich schneiden, so sind die Mengen stromaufwärts von dem 
Schnittpunkte negativ, d.h. es läuft daselbst Ebbe, während das Flutbecken sich 
füllt, so daß diese Füllung nicht allein aus See erfolgt. Die negative Menge ist 
desto kleiner, je größer die Fortpflanzungsgeschwindigkeit ist. 
Fie 2. 
MT Begrenzung der eingetretenen Flutwassermenze, 
BR 
2, Fortpflanzungsgeschwindigkeit. 
Von den verschiedenen, die Gezeitenbewegung betreffenden, teils aus Ver- 
suchen und teils mathematisch abgeleiteten Formeln beziehen sich die wichtigsten 
auf die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Flutwelle. Die einfachste der- 
selben lautet: 
Y= gt 
in der V = Fortpflanzungsgeschwindigkeit, g == Beschleunigung der Schwerkraft 
und H = Tiefe ist. 
Scott Russell leitete aus Versuchen dieselbe Formel ab, gab ihr aber 
die Form 
V = Je 
worin H = Tiefe bei N-W, (Niedrigwasser) und h == Tidenhub (Höhe der Flut- 
welle) ist. , 
Bazin fand bei seinen bekannten hydraulischen Versuchen in verschiedenen 
Fällen etwas größere Werte für V (Experiences hydrauliques von Darecy und 
Bazin). 
Von Bazin und Barre de St, Venant ist folgende Formel, deren Ab- 
leitung u. a. im Hydraulique von A, Flamant zu finden ist, aufgestellt worden. 
V = Van 
oder auch in der Form 
r FT h 
V=1lgH (142 4) 
Verl Aa BI. 
voV g H (14% za) 
Boussinesq hat eine Formel abgeleitet, in der auch die Flutwellenform 
eine Rolle spielt, nämlich: 
„ { / 33h HH? @h\ 
Y=)eHit oa ap af 
oder annähernd 
za (33h H? d?h 
vyga( A IE CN) 
in der A die Krümmung der Wasseroberfläche in dem Punkt der Welle dar-
	        
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