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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1911.
Port Vila. Die Einsteuerungslinie in den Hafen von Vila ist am Tage
schwer aufzufinden. (Siehe N. f. S. 08—2426 und Der Pilote, Heft 59, S. 149.)
Fliegende Fische und Wale. Auf etwa 24° S-Br. wurden zum erstenmal
Schwärme fliegender Fische gesehen. Auf etwa 11° S-Br. hielten sich große
Scharen von Walen kurze Zeit beim Schiffe auf, die als Schwertfische aus-
gemacht wurden, Es waren 4 bis 5 m lange Tiere mit langem, vorn rundem
Schädel, weißen Flecken auf den Backen, und auffallend großer, spitzer, schwert-
artiger Rückenflosse.
5. Alexishafen in Deutsch Neu-Guinea. Bericht des Kapt. D. Lenz,
D. »Prinz Sigismund“ vom 5. September 1910.
Am 25. August 1910 besichtigten wir mit dem Herrn Oberinspektor Krebs
den 12 Sm nördlich von Friedrich-Wilhelmshafen gelegenen Alexishafen, wo der
Sitz der katholischen Mission ist. Alexishafen ist in Deutsch Neu-Guinea wohl
als der größte und schönste Naturhafen zu bezeichnen. Die Einfahrt ist voll-
kommen rein und der Hafen durch die davor liegende Insel Segu vollkommen
geschützt. Die im Hafen liegende, fast mit dem Festlande verbundene Amosin-
Insel würde sich als Anlegeplatz für Schiffe vorzüglich eignen. Ein im großen
Stil auf dem Festlande angelegtes Sägewerk der katholischen Mission befindet
sich in vollem Betriebe. Es lagerte dort zur Zeit etwa 600 cbm geschnittenes Holz.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Meereskunde. Sammlung volkstümlicher Vorträge zum Verständnis der nationalen
Bedeutung von Meer und Seewesen. Jährlich 12 Hefte. IV. Jahrgang,
Heft 1, 9, 10. Berlin 1910. E. S. Mittler & Sohn.
Professor Dr. Albrecht Penck: Der Hafen von New York.
Dr. Paul Neubaur: Der Suezkanal.
Baurat G. de Thierry: Die freie Hansestadt Bremen.
Durch alle drei zur Besprechung vorliegenden Hefte der Sammlung Meereskunde zieht sich
wie ein roter Faden der siegreiche Kampf der modernen "Technik gegen Hemmnisse der Natur, Am
yünstigsten lagen für den Menschen die Verhältnisse bei New York, das, wie Penck zeigt, durch
die Natur zu dem Hafen der östlichen Vereinigten Staaten bestimmt war, Allerdings fiel auch hier
die Frucht dem Menschen nicht ohne Arbeit in den Schoß, Er mußte säen um zu ernten, d, h. um
New York zu der Handelsmetropole zu machen, die es heute ist,
Viel größer war die Leistung des zähen Hanseatengeistes in Bremen. Hier wehrte sich die
Weser gegen eine größere Tiefe als 3 Meter, es fehlte Landbesitz an der Unterweser zur Ausführung
der Stromkorrektionen, und es fehlte gleichfalls ein großes Hinterland, Aber diese Hindernisse wurden
in schwerer Arbeit besonders unter der Leitung von Franzius überwunden — nur ein größeres
Hinterland kann erst ein Mittellandkanal schaffen — und Bremen wieder zum Seechafen gemacht, was
es nun wohl auch für die Zukunft bleiben wird.
Daß der Suezkanal eine Wunderschöpfung darstellt, ist Allgemeingut, aber eine Vorstellung
der Arbeit fehlt doch meistens. Neubaur gibt in dem Heft alles, Geschichte, Werden und weitere
Entwicklung in kurzer und doch erschöpfender Weise,
Die Ausstattung der Hefte ist. wie stets. vorzüglich.
Lütgyens.
B. Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrt- und der Meereskunde
sowie auf verwandten Gebieten.
a. Werke.
Witterungskunde,
Schmidt, W.: Gewitter und Böen, rasche Druckanstiege. Zur Beobachtung und Analyse
rascher Luftdruckschwankungen. II. 8%. 113 8. u. 4 Taf. (Aus: Sitzungsber. d. Akad. d,
Wiss, Wien.) Wien 1910. A. Hölder. 3.80 M
Magnus, K. H. L.: Merkbuch für Wetterbeobachter. ?2. Aufl. 8. 54 8. Hannover 1910.
C. Meyer. 1.00 4
Reisen und Expeditionen. N
Filchner, W. und Seelheim, H.: Quer durch Spitzbergen. Eine deutsche Übungsexpedition
im Zentralgebiet östlich des Eisfjords, 8°, 147 ©. Berlin 1911. E. 8. Mittler & Sohn
3.00 4