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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1911.
Kleinere Mitteilungen.
li. Dr. Bernhard Funk 7. Am 8. April d. J. wurde der Deutschen See-
warte durch den Tod des praktischen Arztes Dr. Bernhard Funk ihr ältester
und einer ihrer besten Mitarbeiter an den »Deutschen Überseeischen Meteoro-
logischen Beobachtungen« entrissen. Seine zu Apia vom 12. Januar 1890 bis
31. Oktober 1910 fast lückenlos durchgeführten meteorologischen Aufzeichnungen
bilden einen der wertvollsten Beiträge zu dieser Zeitschrift. Fast 20 Jahre hat
er mit einziger Unterbrechung vom 19, Dezember 1907 bis 13. Januar 1909 täglich
um 7b V, 22 N und 9® N die Beobachtungen durchgeführt; auch diese Lücke ist
nur entstanden, weil Dr. Funk Herstellung seiner angegriffenen Gesundheit in
Deutschland suchen mußte. Seine Arbeit werden besonders diejenigen zu schätzen
wissen, die selber meteorologische Terminbeobachtungen gemacht haben. Außer-
dem hat Dr. Funk vom Februar 1882 bis Dezember 1888 Regenmessungen auf der
Pflanzung Utumapu bei Apia angestellt.!)
Daß wir heute langjährige und zuverlässige Werte der meteorologischen
Elemente von Apia besitzen ist das hervorragende Verdienst von Dr. Funk.
Mit besonderem Dank ist es zu begrüßen, daß er auch nach Einrichtung des
»Samoa-Observatoriums« durch die »Göttinger Akademie der Wissenschaften«
noch so lange es ihm möglich war, seine Beobachtungen fortgesetzt hat, und so
die Reduktion beider Beobachtungsreihen aufeinander gesichert ist. Bei jeder
Darstellung des Klimas der Samoa-Inseln haben denn auch die Beobachtungen
von Dr. Funk eine sehr erwünschte und wichtige Grundlage gebildet und werden
sie ferner bilden.
Einen sehr warm gehaltenen Nachruf widmete dem Verstorbenen die
»Samoanische Zeitung« in ihrer Nummer vom 6. Mai 1911, der hauptsächlich die
folgenden Angaben über seinen Lebenslauf entnommen sind. Geboren ist Dr. Funk
zu Neubrandenburg in Mecklenburg. Seine Studienzeit verbrachte er auf den
Universitäten Berlin und Tübingen, Nachdem er alsdann zwei Jahre bei der
Hamburg - Amerika Linie als Schiffsarzt gefahren war, ging er im Oktober 1879,
einem Anerbieten Godeffroys folgend, nach Apia. Im Februar 1880 landete
er hierselbst, um sofort seine Privatpraxis aufzunehmen. Später wurde er Hafen-
arzt, welche Stellung er 1904 niederlegte. Jahrelang war er auf Samoa der
einzige Arzt, und stets bis in seine letzten Jahre fanden ihn alle, die seiner be-
durften, zur Hilfe bereit. Die Trauer, die sein Tod in Apia hervorrief, war daher
auch allgemein. Dr. P. Heidke,
2. Schlechtes Wetter (Sandsturm) an der chilenischen Salpeterküste
Ende Juni und Anfang Juli 1911. Über die schon aus den Tageszeitungen be-
kannt gewordenen ungewöhnlichen Witterungsverhältnisse an der Westküste
Südamerikas gegen Ende Juni d. J. berichtet D. »Nauplia«, Kapt. Kritzky, von
der Hamburg- Amerika Linie durch besondere Eintragungen des II. Offiziers,
Herrn Wallner, und III. Offiziers, Herrn Seidel, in dem meteorologischen
Tagebuch folgendes:
»In der Nacht vom 22. zum 23. Juni 1911 um Mitternacht wehte während
der Reise von Antofagasta nordwärts der Wind auf der Breite von Iquique in
Böen bis zur Stärke 9 aus NO, begleitet von leichten Regenschauern, Eine heiße
Luft wehte, das Barometer fiel stark. Der Abstand von Iquique wurde auf 6 Sm
geschätzt. Gegen 0b 15mian V hörte der Regen auf, und ein starkes Sandtreiben
von rötlichem, stark glitzerndem Sande begann, so daß wir Iquique-Feuer aus
Sicht verloren. Das Meer leuchtete stark, und es herrschte eine grobe, kabblige
See. Gegen 12h 30mm N flaute der Wind ab und drehte bei steigendem Barometer
über O nach S und SW. Von 2hV nahm die Brise wieder zu, dabei fortwährend
zwischen SSW und NO herumspringend. Das Sandtreiben hielt noch während
) Siehe »Ann. d. Hrdr. usw. 1890. S. 195.