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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Port‘ Augusta. 
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anzuhalten scheinen, wobei sich der Wasserstand oft nur um wenige Zentimeter 
ändert. Nach dieser Erscheinung werden die Gezeiten wieder regelmäßiger, 
aber die Zeit des Hochwassers wird nach 5 bis 6 Uhr verlegt und kehrt all- 
mählich nach der bei Springtide angegebenen Zeit zurück, Im: allgemeinen 
kann man annehmen, daß..in Port Augusta ein Hochwasser am Morgen und 
eins am Abend auftritt, während man Niedrigwasser mitten am Tage erwarten 
kann. - Die Geseiten sind zu, gewissen Zeiten im Jahre am Abend höher als am 
Morgen. 
Die Gezeitenströme setzen im allgemeinen mit 11'/, bis 2 Sm Ge- 
schwindigkeit in der Stunde den Arm hinauf oder herunter und ändern ihre 
Richtung mit Flut und Ebbe. In der Nähe der Mündungen der kleinen Durch- 
fahrten, die durch die östlichen Sände (East Sands) führen, und südlich von der 
Douglas-Bank setzt der einlaufende Strom nach Nordwesten, der auslaufende nach 
Südosten. 
Wasserstandsanzeiger. Die schwarze Bake an der Westseite von 
Snapper Reach ist mit einem Wasserstandsanzeiger versehen worden, der die 
geringste Tiefe in dem Fahrwasser nach Port Augusta anzeigt. Ein zweiter 
befindet sich auf der Bake östlich von der Curlew-Insel, der die geringste Tiefe 
des Fahrwassers von hier nach Port Augusta angibt. 
| Wind, Wetter, Klima. Von Dezember bis März sind steife Süd- und Süd- 
südostwinde vorherrschend, „Diese werden im Januar, Februar und März oft 
von heißen, sehr heftigen Nordwinden unterbrochen, die manchmal 7 oder 8 Tage 
lang wehen und bis 49°C. Wärme im Schatten bewirken, Diese Winde, die bei 
klarem Himmel mit dichtem roten Dunst auftreten, enden häufig mit einer Bö 
aus Süden oder einem Gewitter aus Südwesten... Von November bis März treten 
auch Wirbelwinde auf, die sich aber gewöhnlich auf die Strecke zwischen der 
Flinders-Kette und dem Golfe beschränken; man kann manchmal mehrere zu 
gleicher Zeit beobachten, wie sie ganze Säulen Staubes zu großer Höhe auf- 
wirbeln. Während der Monate April bis Mai treten manchmal starke nördliche 
Winde auf, die aber nicht, wie die eben erwähnten heißen Winde aus derselben 
Richtung, die Temperatur so stark erwärmen, sondern sie nur auf etwa 24° bis 
27° C. Wärme bringen. Von Mai bis September herrschen gewöhnlich Winde 
aus nordwestlicher bis südwestlicher Richtung vor. Das Barometer hat etwa 
763.2 mm mittleren jährlichen Stand; der höchste beträgt 780 mm,. der niedrigste 
7142 mm. Die Temperatur erreicht. im Jahresmittel 19.5° C., im Januar im all- 
gemeinen mit 45° C. ihren höchsten und im Juli mit 0.5° C, ihren niedrigsten 
Stand. Januar ist der heißeste Monat mit 26° C. Durchschnittswärme, Juli der 
kälteste mit 12°C. Manchmal herrscht mehrere Tage lang beständige Wärme 
von über 38° C, Der Regenfall in Port Augusta beträgt durchschnittlich 235 mm 
und verteilt sich auf 60 Tage im Jahre. 
Einsteuerung. Das Fahrwasser zwischen der Lowly-Huk und Port Augusta 
ist gut durch Baken und: Tonnen gekennzeichnet. An der Westseite befinden 
sich schwarze, an der Ostseite rote Seezeichen; erstere bleiben einkommend an 
B-B., letztere an St-B. Die schwarzen Baken und Bakentonnen haben ein rauten- 
lörmiges, die roten Baken ein rundes Toppzeichen, während die roten Baken- 
tonnen einen Ball als Toppzeichen tragen. Ferner steht noch eine rot und 
schwar horizontal gestreifte Bake mit Balltoppzeichen auf der Douglas-Bank, 
Erstere Baken sind alle in 0.6 bis 3.0 m Wassertiefe bei Niedrigwasser auf- 
gestellt, und man muß sich ihnen mit Vorsicht nähern, da verschiedene von 
ihnen an den Kanten von steil unter Wasser abfallenden Bänken stehen. Letztere 
Bake kann man an beiden Seiten passieren, 
Obwohl auf diese Weise das Fahrwasser nach Port Augusta gut ge- 
kennzeichnet ist, so ist es doch für ortsunkundige Schiffsführer nicht empfehlens- 
wert, ohne Lotsenhilfe hier zu fahren, da. durch zahlreiche Bänke und Untiefen, 
die teils im Fahrwasser liegen, teils den Ufern an beiden Seiten vorgelagert 
sind, das tiefe Wasser stark eingeengt wird, namentlich wenn man weiter nach 
Norden kommt. Da übrigens auch Lotsenzwang herrscht, so könnte es nur 
Ann. d, Hydr. usw., 1911, Heft X.
	        
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