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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Germein-Bucht mit Port Pirie, 
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Dockanlagen sind nicht vorhanden; kleinere Reparaturen an Schiff und 
Maschine können in Port Pirie zu annehmbaren Preisen ausgeführt werden. 
Hafenunkosten. Leuchtfeuer- und Mooringabgaben siehe ebenfalls 
unter Port Adelaide, Tonnengelder betragen in Germein 1'/„ d per R-T., in 
Port Pirie 3d per R-T. für Segelschiffe, 1'/, d per R-T. für Dampfer. Brücken- 
geld beträgt in Port Pirie 6 d bis 1sh 8 d per t. Für Einnehmen von Weizen 
muß 1sh bis 1sh 3 d per t, von Wolle 1sh 2 d bis 1sh 3 d per Ballen an den 
Stauer entrichtet werden, Das 1860 R-T. brutto (1714 R-T. netto) große Schiff 
»Elfrieda« hatte in Germein einschließlich des Ballastlöschens und der Wasser- 
versorgung 96 £ 17 sh 9 d Unkosten; Proviant und sonstige Bedürfnisse sind 
hiermit nicht eingerechnet. Die Stauerrechnung für das Laden von 23571 Sack 
(etwa 2860 t) Weizen betrug 181 £ 17 sh. S, »Neck«, 2200 R-T. brutto (2120 R-T. 
netto) groß, hatte in Port Pirie außer Proviant und Vorschuß an die Mannschaft 
640 £, S. »Schiffbek«, 2527 R-T. netto, im ganzen, einschließlich der Unkosten für 
neu angemusterte Leute, 1625 £ 15sh 11 d Unkosten, 
Der Ort Germein ist nur klein; er zählte im Jahre 1902 etwa 400 Ein- 
wohner. Von größerer Bedeutung ist dagegen die etwa 9 Sm südlich davon ge- 
legene Stadt Port Pirie, die das Aussehen eines geschäftigen und aufblühenden 
Platzes trägt. Hierzu tragen namentlich die ausgedehnten in der Nähe des 
Wassers errichteten Schmelzwerke bei, deren Unterhaltung das Herbeischaffen 
von großen Mengen Kohlen, Koks und Flußmittel erfordern; auch das Verschiffen 
der Erzeugnisse von Ackerbau und Schafzucht der Umgebung sowie des weiter 
landeinwärts in den Minen von Broken Hill gewonnenen Erzes und Silbers ver- 
hilft dem Orte zu immer größerem Aufschwung, Bei der südlichen Krümmung 
des nach dem Hafen führenden Krieks ist ein Stadtviertel mit guten Straßen an- 
gelegt, während die eigentliche Stadt auf sumpfigem Gelände steht, dessen Um- 
gebung bei Springtide überflutet wird. Im Jahre 1902 zählte die Stadt mit dem 
dazu gehörigen Bezirk 11000 Einwohner. 
Handelsverkehr. Der Handelsverkehr in Germein ist nicht bedeutend. Es 
liefen jm Jahre 1907 6 Schiffe von 108314 R-T, ein, 7 von 11992 R-T. aus. 
Die Hauptausfuhr ist Weizen; der Wert derselben betrug 119417 £.. Einfuhr 
ist gering, und es betrug deren Wert nur 1426 £. In Port Pirie dagegen sind 
118 Schiffe von 254342 R-T. ein- und 197 von 386732 R-T. ausgelaufen, Die 
Haupteinfuhrartikel sind Säcke, Kohlen, Koks, Holz, Stückgüter, Eisenbahn- 
material und Kunstdünger. Die Hauptausfuhr besteht aus Zink, Blei, Silbererz, 
Weizen und Mehl. Der Wert der Einfuhr betrug 465385 £, der der Ausfuhr 
1536857 £, 
Bahnverbindung. Port Pirie hat zweimal täglich Bahnverbindung mit 
Adelaide und Brocken Hill; der Ort ist hierdurch auch an das allgemeine Bahn- 
netz der Kolonie angeschlossen. Telegraphischer Anschluß an das staatliche 
Telegraphennetz ist ebenfalls vorhanden, Germein hat täglich einmal Verbindung 
mit Port Pirie vermittels eines Postwagens; außerdem ist telephonische Ver- 
bindung mit Port Pirie vorhanden, Eir Dampfer fährt wöchentlich einmal nach 
Port Augusta. 
Schiffsausrüstung, Bunkerkohlen. In Germein sind keine Kohlen vor- 
rätig. Kapt. W. Grübmeyer bekam seine Kohlen von einem Dampfer aus Port 
Adelaide, der wöchentlich einmal nach Germein kommt. In Port Pirie sind 
immer Kohlen zu haben. Sie werden aus Eisenbahnwagen mit Hilfe von Pferden 
oder eigenen Dampfwinden übergenommen, Kapt. H. Jolles bekam seine Kohlen 
von der Broken Hill Co. zum Preise von 24 sh per t geliefert. Die Kohlen 
schwanken jedoch im Preise. Frischer Proviant ist sowohl in Germein wie 
in Port Pirie stets zu haben, der Preis ist aber etwas teuer, Dauerproviant 
und andere Ausrüstung ist in Port Pirie erhältlich; in Germein tut man 
aber am besten, solche Sachen direkt von Port Pirie oder Wallaroo zu beziehen, 
da der Schiffshändler in Germein dieselben auch von Port Pirie kommen lassen 
muß, Kapt, W. Grübmeyer bezog seine ganze Ausrüstung von dem Schiffs- 
händler R. Burden in Wallaroo, von dem er sehr gut bedient wurde, Die Aus- 
rüstung war. schon 3 Tage nach Bestellung längsseit. Wasserversorgung. An
	        
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