Germein-Bucht mit Port Pirie.
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Kapt. F. Reiners sind die Gezeiten sehr vom Winde abhängig, und es kann
vorkommen, daß man beim Mondviertel mehr Wasser im Port Pirie-Kriek findet,
als bei Voll- und Neumond, Wenn am Eingange des Spencer-Golfes Südwest-
sturm weht, kann man sicher auf hohen Wasserstand rechnen, während derselbe
bei heftigen Nordwinden sehr niedrig ist.
Gezeitenströme. Im nördlichen Fahrwasser der Germein-Bucht setzen
die Gezeitenströme während der Flut nach Nordosten und während der Ebbe
nach Südwesten quer über die Einfahrt mit etwa 1'/, Sm Geschwindigkeit bei
Springtide. In der False-Bucht setzen sie in !/, Sm Abstand von der Black-Huk
auf 9 m Wassertiefe während der Flut nach Osten, während der Ebbe nach
Westen mit etwa 1 Sm Geschwindigkeit; in !/, Sm Abstand von der Hummock-
Huk setzen sie Nord—Süd. .
Gezeitensignale. Pegel sind aufgestellt: 1. an der Einfahrt zum Port
Pirie-Kriek an der Leuchtbake Nr. 10; 2. am Außenende der Germein-Landungs-
brücke; 3. nördlich von Cockle Spit am Rande der Bank; 4. am Ostende von
Cockle Spit. Letzterer trägt ein Zifferblatt, auf dem die Zahlen 0 bis 12 an-
gebracht sind; ein drehbarer Zeiger gibt den jeweiligen Wasserstand des nach
Port Pirie führenden Kriekes an. Da dieser augenblicklich 4.6 m Wasser hat bei
gewöhnlichem Springniedrigwasser, so ist diese Tiefe noch zu der auf dem Ziffer-
blatt angezeigten hinzuzuzählen. Die übrigen Pegel geben direkt die Tiefe des
Fahrwassers an zwischen Bake Nr. 10 und den Anlegestellen in Port Pirie; sie
können gewöhnlich auf 1 bis 1!/, Sm Entfernung abgelesen werden.
Klima, In Port Pirie ist es von November bis März sehr heiß, so daß an
manchen Tagen nicht gearbeit werden kann; auch soll hier oft tagelange Wind-
stille herrschen, Gesundheitshalber ist Germein nach Angaben von Kapt. H. Jolles
Port Pirie bei weitem vorzuziehen, da in Germein stets etwas Wind ist. Der
Gesundheitszustand war während des Aufenthaltes der eingangs angeführten
Schiffe am Orte und auf den Schiffen gut.
Einsteuerung. Von der Mündung des Krieks bis zum Südende des Port
Pirie-Hafens ist ein Fahrwasser ausgebaggert worden, das bei 46 m (150') ge-
ringster Breite 4.6 m (15) Tiefe bei mittlerem Springniedrigwasser und 6.1 bis
7.6 m bei Hochwasser hat. Schiffe bis zu 6.5 m (21’ 4”) Tiefgang haben das Fahr-
wasser bereits benutzt. Schiffe mit größerem Tiefgang müssen auf der Reede
von Germein leichtern oder dort ihre Ladung ergänzen. Zehn rote Leuchtbaken,
die von innen nach außen von 1 bis 10 numeriert sind, und verschiedene rote
Tonnen sind einkommend an der rechten Seite des Fahrwassers, während eine
schwarze Bakentonne gegenüber der Außenbake Nr.10 liegt und die Einfahrt des
Kanals kennzeichnet; außerdem liegen noch mehrere schwarze Tonnen an der
linken Seite des Fahrwassers, Man kann bei Tag und Nacht ein- oder auslaufen,
wenn im Fahrwasser genügend Wasser ist. Einkommend läßt man die roten
Leuchtbaken und Tonnen an St-B. und passiert in etwa 27 m (30 Yard) Abstand
davon. Ortsunkundige können nur mit Lotsenhilfe den Kanal befahren; auch
ist nach Kapt. F. Reiners für größere Segelschiffe wegen der vielen Krümmungen
im Fahrwasser ein zweiter Schlepper notwendig. Wenn ein größeres Schiff das
Fahrwasser herabkommt, dürfen tiefgehende Schiffe erst dann in den Kriek ein-
laufen, wenn das auslaufende Schiff die Leuchtbake Nr. 1 passiert hat. Schiffe,
die auslaufen wollen, dürfen. dagegen, wenn ein einkommendes größeres Schiff
bereits in den Kriek eingelaufen ist, nicht früher von der Anlegebrücke los-
werfen, als bis das einlaufende Schiff den Hafen erreicht hat und das Fahrwasser
frei ist. Im Kriek sich passierende Schiffe müssen unter allen Umständen ver-
suchen, dies in einem der geraden Teile des Fahrwassers zu tun, ;
Hafenanlagen, Eine 1660 m lange Anlegebrücke ist querab von dem Orte
Germein in die Bucht hinausgebaut. Liegeplätze für 3 Schiffe sind bis zu 6.4
und 7 m Tiefe ausgebaggert worden. Das Fahrwasser von der Reede nach der
Brücke ist auf 5.2 m Tiefe bei Niedrigwasser gebracht worden, Im Jahre 1908
hat ein Schiff mit 6.6 m Tiefgang die Brücke benutzt. Mehrere Festmachetonnen
sind in der Nähe der Brücke ausgelegt. Nach Kapt. H. Jolles kommen Schiffe
mit 6.8 m Tiefgang längsseit der Brücke bei Ebbe auf den Grund, Es ist daher