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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Germein-Bucht mit Port Pirie. 
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Kapt. F. Reiners sind die Gezeiten sehr vom Winde abhängig, und es kann 
vorkommen, daß man beim Mondviertel mehr Wasser im Port Pirie-Kriek findet, 
als bei Voll- und Neumond, Wenn am Eingange des Spencer-Golfes Südwest- 
sturm weht, kann man sicher auf hohen Wasserstand rechnen, während derselbe 
bei heftigen Nordwinden sehr niedrig ist. 
Gezeitenströme. Im nördlichen Fahrwasser der Germein-Bucht setzen 
die Gezeitenströme während der Flut nach Nordosten und während der Ebbe 
nach Südwesten quer über die Einfahrt mit etwa 1'/, Sm Geschwindigkeit bei 
Springtide. In der False-Bucht setzen sie in !/, Sm Abstand von der Black-Huk 
auf 9 m Wassertiefe während der Flut nach Osten, während der Ebbe nach 
Westen mit etwa 1 Sm Geschwindigkeit; in !/, Sm Abstand von der Hummock- 
Huk setzen sie Nord—Süd. . 
Gezeitensignale. Pegel sind aufgestellt: 1. an der Einfahrt zum Port 
Pirie-Kriek an der Leuchtbake Nr. 10; 2. am Außenende der Germein-Landungs- 
brücke; 3. nördlich von Cockle Spit am Rande der Bank; 4. am Ostende von 
Cockle Spit. Letzterer trägt ein Zifferblatt, auf dem die Zahlen 0 bis 12 an- 
gebracht sind; ein drehbarer Zeiger gibt den jeweiligen Wasserstand des nach 
Port Pirie führenden Kriekes an. Da dieser augenblicklich 4.6 m Wasser hat bei 
gewöhnlichem Springniedrigwasser, so ist diese Tiefe noch zu der auf dem Ziffer- 
blatt angezeigten hinzuzuzählen. Die übrigen Pegel geben direkt die Tiefe des 
Fahrwassers an zwischen Bake Nr. 10 und den Anlegestellen in Port Pirie; sie 
können gewöhnlich auf 1 bis 1!/, Sm Entfernung abgelesen werden. 
Klima, In Port Pirie ist es von November bis März sehr heiß, so daß an 
manchen Tagen nicht gearbeit werden kann; auch soll hier oft tagelange Wind- 
stille herrschen, Gesundheitshalber ist Germein nach Angaben von Kapt. H. Jolles 
Port Pirie bei weitem vorzuziehen, da in Germein stets etwas Wind ist. Der 
Gesundheitszustand war während des Aufenthaltes der eingangs angeführten 
Schiffe am Orte und auf den Schiffen gut. 
Einsteuerung. Von der Mündung des Krieks bis zum Südende des Port 
Pirie-Hafens ist ein Fahrwasser ausgebaggert worden, das bei 46 m (150') ge- 
ringster Breite 4.6 m (15) Tiefe bei mittlerem Springniedrigwasser und 6.1 bis 
7.6 m bei Hochwasser hat. Schiffe bis zu 6.5 m (21’ 4”) Tiefgang haben das Fahr- 
wasser bereits benutzt. Schiffe mit größerem Tiefgang müssen auf der Reede 
von Germein leichtern oder dort ihre Ladung ergänzen. Zehn rote Leuchtbaken, 
die von innen nach außen von 1 bis 10 numeriert sind, und verschiedene rote 
Tonnen sind einkommend an der rechten Seite des Fahrwassers, während eine 
schwarze Bakentonne gegenüber der Außenbake Nr.10 liegt und die Einfahrt des 
Kanals kennzeichnet; außerdem liegen noch mehrere schwarze Tonnen an der 
linken Seite des Fahrwassers, Man kann bei Tag und Nacht ein- oder auslaufen, 
wenn im Fahrwasser genügend Wasser ist. Einkommend läßt man die roten 
Leuchtbaken und Tonnen an St-B. und passiert in etwa 27 m (30 Yard) Abstand 
davon. Ortsunkundige können nur mit Lotsenhilfe den Kanal befahren; auch 
ist nach Kapt. F. Reiners für größere Segelschiffe wegen der vielen Krümmungen 
im Fahrwasser ein zweiter Schlepper notwendig. Wenn ein größeres Schiff das 
Fahrwasser herabkommt, dürfen tiefgehende Schiffe erst dann in den Kriek ein- 
laufen, wenn das auslaufende Schiff die Leuchtbake Nr. 1 passiert hat. Schiffe, 
die auslaufen wollen, dürfen. dagegen, wenn ein einkommendes größeres Schiff 
bereits in den Kriek eingelaufen ist, nicht früher von der Anlegebrücke los- 
werfen, als bis das einlaufende Schiff den Hafen erreicht hat und das Fahrwasser 
frei ist. Im Kriek sich passierende Schiffe müssen unter allen Umständen ver- 
suchen, dies in einem der geraden Teile des Fahrwassers zu tun, ; 
Hafenanlagen, Eine 1660 m lange Anlegebrücke ist querab von dem Orte 
Germein in die Bucht hinausgebaut. Liegeplätze für 3 Schiffe sind bis zu 6.4 
und 7 m Tiefe ausgebaggert worden. Das Fahrwasser von der Reede nach der 
Brücke ist auf 5.2 m Tiefe bei Niedrigwasser gebracht worden, Im Jahre 1908 
hat ein Schiff mit 6.6 m Tiefgang die Brücke benutzt. Mehrere Festmachetonnen 
sind in der Nähe der Brücke ausgelegt. Nach Kapt. H. Jolles kommen Schiffe 
mit 6.8 m Tiefgang längsseit der Brücke bei Ebbe auf den Grund, Es ist daher
	        
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