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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1911. 
_ Die Winde wehten vorwiegend aus nördlichen Richtungen in mäßiger 
Stärke. Durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von = 13.0 m p. Sek. während 
mindestens einer Stunde wurden überhaupt nicht vermerkt, solche von 10.0 bis 
12.9 m p. Sek, an 2 Tagen, nämlich am 4. und 24. bei nordnordwestlichen Winden. 
Erlen und Akazien vollendeten ihren Höhentrieb, Die Samenreife der 
meisten Holz- und Straucharten begann. 
Oktober 1910. Die Witterungserscheinungen des vergangenen Monats 
zeigten einen für diese Jahreszeit ungewöhnlich wechselreichen Verlauf. Ver- 
hältnismäßig hohe und niedrige Temperaturen, heiteres und trübes Wetter wechsel- 
ten in rascher Folge. Diese Erscheinungen standen mit der über dem nordöst- 
lichen Asien auftretenden allgemeinen Wetterlage in engem Zusammenhang, Die 
bereits im Monat September einsetzende Entwicklung des kontinentalen Hoch- 
druckgebiets machte im Laufe des Oktober über Mittel- und Nordchina weitere 
Fortschritte, während mehrere augenscheinlich in großer Ausdehnung sich er- 
streckende Depressionen die nördlicher gelegenen Gebiete überzogen, Die im 
allgemeinen von Westen nach Osten gerichteten Bahnen dieser Depressionen 
lagen teils nördlicher, teils südlicher und brachten hierdurch die nördlichen 
Teile des Gelben Meeres wiederholt in die Grenzgebiete hohen und niederen 
Luftdrucks. Die Folge hiervon war das häufige Auftreten südlicher Luft- 
strömungen, welche erhöhte Luftfeuchtigkeit und Wärme verursachten, Nach 
dem Vorübergang solcher Depressionen und dem Vordringen höheren Luftdrucks 
von Westen und Nordwesten traten in der Regel wieder nördliche und nord- 
westliche Winde auf, welche heiteres Wetter und größere nächtliche Abkühlung 
herbeiführten. 
Die Mittelwerte der Temperatur sind zu hoch, die der Bewölkung und 
des Niederschlages zu niedrig. Die mittlere Monatstemperatur betrug 16.5° 
gegen 15.8° als 10jährigen Normalwert. Im ganzen schwankte die Temperatur 
zwischen ihrem höchsten Wert von 25.9° am 3. und ihrem niedrigsten von 8,4° 
am 11. um 17.5°%. Die Mittelwerte der Extreme sind 21.1° und 13.0° gegen 19,5° 
und 12.5° aus den 10jährigen Beobachtungen. Nur an einem Tage überstieg 
das Maximum der Temperatur 25.0°, In ihrem Gange von Tag zu Tag zeigten 
namentlich die Morgentemperaturen mehrfach starke Rückgänge, denen häufigere 
aber durchweg geringere Zunahmen gegenüberstanden. Besonders kühle Morgen 
hatten der 9., 12, 13. und 24,, während sich der 7, 17. und 20. durch warme 
Morgenstunden auszeichneten. Mehrfach erreichte die Tagesschwankung der 
Temperatur Beträge von mehr als 10°, Die aus den Änderungen der Temperatur 
von Tag zu Tag für die einzelnen Termine berechnete Veränderlichkeit der 
Temperatur erreichte ihren größten Wert mit 2.0° morgens, ihren kleinsten mit 
1.4° abends, 
Die Bewölkung betrug 3.9 Zehntel gegen 4.5 als 10jährigen Normalwert. 
Sonnenschein wurde 194.7 Stunden registriert gleich 56 %, der möglichen Dauer; 
er verteilte sich auf die drei Dekaden ziemlich gleichmäßig. Die Zahl der 
heiteren Tage betrug 12, der trüben 5, gegen 9.3 und 5.5 aus 10jährigen Beob- 
achtungen, Nebel wurde an 3, Gewitter an 2 Tagen vermerkt. 
Die Niederschlagsmenge erreichte nur eine Höhe von 80.5 mm gegen ihren 
Durchschnittswert von 45.3 mm. Die Zahl der Regentage betrug 5; an 2 von 
diesen blieb die 24stündige Menge unter 0.2 mm. 
Unter den registrierten Windrichtungen überwiegen der Zahl nach Winde 
aus den Richtungen zwischen Osten über Süden bis Südwesten, während die- 
jenigen aus den Richtungen zwischen Ostnordosten über Norden bis Westnord- 
westen sich durch etwas größere Geschwindigkeit auszeichneten. Durchschnitt- 
liche Windgeschwindigkeiten von > 13.0 m p. Sek. während mindestens einer 
Stunde wurden überhaupt nicht notiert, solche von 10.0 bis 12.9 m p. Sek, am 8, 
bei nordwestlichen Winden, 
Eine Schädigung der Ernte trat durch die Trockenheit nicht ein, vielmehr 
war dieselbe für das Abernten der Felder günstig. Die Laubfärbung setzte ein. 
Der Samen der Pinus-Arten wurde reif. Der Blattabfall begann,
	        
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