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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1911.
Der Mittelwert der Bewölkung betrug 4.2 Zehntel. Heitere Tage wurden
10, trübe 5 ausgezählt. Der Sonnenscheinautograph registrierte 156.1 Stunden,
gleich 42 %, der möglichen Sonnenscheindauer.,
Die monatliche Niederschlagsmenge erreichte eine Höhe von 11,5 mm und
fiel an drei Tagen. Nebel wurden am 6., 14., 15,, 26. und 27, beobachtet. Das
erste Gewitter kam am Abend des 23, von Westen nach Osten ziehend im Norden
vorüber.
In den registrierten Windrichtungen überwogen der Zahl nach bereits die
Winde aus dem Südwest-Quadranten, während die nördlichen Winde durch ihre
Stärke hervortraten. Am 5,, 11.,, 15. und 29. herrschten stürmische Winde aus
nordwestlichen bis nördlichen Richtungen, welche eine mittlere Windgeschwindig-
keit von > 13.0 m p. Sek. während mindestens einer Stunde erreichten. An
weiteren 6 Tagen wurde während mindestens einer Stunde eine mittlere Wind-
geschwindigkeit von 10.0 bis 12.9 m p. Sek. erreicht, nämlich am 27. und 30.
Winde aus nördlichen, am 9.,, 13., 14. und 25. aus südöstlichen Richtungen.
Sandsturm wurde am 5. beobachtet.
Auf der Station Iltisberg wurde Sandsturm desgleichen am 5. bemerkt,
Im Nebel waren die Iltisberge am 15. gehüllt, Ein Ferngewitter wurde am 23.
wahrgenommen.
April 1910. In der allgemeinen Luftdruckverteilung machte sich im ver-
gangenen Monat die Umbildung zum sommerlichen Monsuntypus, welche Ende
März einzusetzen begann, stärker bemerkbar. Das Hochdruckgebiet des Innern
begann sich allmählich aufzulösen und einem langsam sich entwickelnden Tief-
druckgebiet zu weichen. Infolge der durch diesen Vorgang bedingten Un-
beständigkeit der auftretenden Wetterlagen, welche die Bildung und Ausbreitung
von Depressionen begünstigte, herrschte in den Witterungserscheinungen starke
Abwechselung. Mehrfach gelangte Tsingtau in den Bereich solcher ostwärts
ziehenden Depressionen, welche zunächst frische südöstliche Winde verursachten
und reichliche Niederschläge oder ausgebreitete Nebel im Gefolge hatten. Zu
bemerkenswerten Stürmen gaben jedoch diese Minima wegen ihrer meist nur
geringen Druckunterschiede keine Veranlassung. Die in ihrem Rücken auf-
tretenden nördlichen Winde waren in der Regel nur von kurzer Dauer und
mäßiger Geschwingkeit. Die Morgentemperaturen lagen in der ersten und letzten
Dekade fast durchweg unter, in der zweiten Dekade etwas über den normalen
Werten, In ihrem Gange von Tag zu Tag zeigten die Morgentemperaturen bis
zum 9. häufigeres Schwanken um eine wenig veränderte Mittellage, wobei der
Morgen des 4. besonders kalt war. Dann folgte unter mehrfachem Schwanken
ein langsames Steigen bis zum 27, worauf am Schluß des Monats wiederum
Rückgang der Temperatur eintrat. Die Temperatur schwankte zwischen ihrem
höchsten Stand von 21.5° am 26. und ihrem niedrigsten Stand von 0.1° am 3,
und 4., um 21.4°. Die Mittelwerte der Extreme sind 13.9° und 6.0°, Die aus
den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag berechnete Veränderlichkeit
der Temperatur erreichte ihren größten Wert von 3.4° mittags, ihre kleinsten
Werte von 1.7° und 1,8° morgens und abends.
Bei einer mittleren Bewölkung von 5.2 Zehnteln kamen 8 heitere und 10
trübe Tage zur Auszählung. Ausgebreitete Nebel herrschten am 9., 16. und 17.
Sonnenschein wurden 168.4 Stunden, gleich 43 °%, der möglichen Dauer registriert.
An 7 Regentagen fiel eine Gesamtniederschlagsmenge von 56.0 mm. Sehr
ergiebige, die Höhe von 20 mm übersteigenden Mengen fielen am 7. und 23.
Ein Gewitter wurde am 7. nachmittags im Südosten beobachtet.
Durchschnittliche Windgeschwindigkeiten von > 13.0 m p. Sek. während
einer ganzen Stunde wurden überhaupt nicht, solche von 10.0 bis 12.9 m p. Sek,
während mindestens einer Stunde an 9 Tagen, nämlich am 12,, 13., 14.,, 15,, 16.,
17., 18,, 23. und 28,, beobachtet. Sie wehten am 18. und 28. aus dem nordwest-
lichen, am 23. aus dem nordöstlichen, an den übrigen 6 Tagen aus dem südöst-
lichen Quadranten, Am 28, führte Wind Sand mit sich,
Auf der Station Iltisberg wurde Nebel am 8., 9., 16. und 17., Sandsturm
am 28 beobachtet.