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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Die Witterung und phänologischen Erscheinungen zu Tsingtau im Jahre Dez. 1909 bis Nov. 1910. 543 
Temperaturen des Tages sind: Maximum 3.8°, Minimum —4.,2° gegen 3.6° und 
—983,3° aus den Beobachtungen von 10 Jahren. Mehrfach erreichte die tägliche 
Schwankung der Temperatur einen Betrag von 10° und darüber. Die absolut 
höchste Temperatur wurde am 16. mit 8.0°%, die absolut niedrigste am 1. mit 
—192.4° gemessen. Als relativ warme Morgen kennzeichneten sich die vom 15, 
16., 19., 24. und 25. Februar. Von den 26 Frosttagen des Monats waren 2 Eis- 
tage. Die längste ununterbrochene Frostperiode umfaßte die Zeit vom 1. bis 14,, 
welche im unmittelbaren Anschluß an die vom 9. bis 31. Januar eine ununter- 
brochene Frostperiode von 37 Tagen ergibt. Die aus den Beobachtungen der 
drei Termine berechnete Veränderlichkeit der Temperatur erreichte ihren größten 
Wert mit 3.2° mittags, morgens und abends betrug sie 2.8° bzw. 2.3°, 
Bei einer mittleren Bewölkung von 3.2 Zehnteln, gegen 4.5 als Normal- 
wert, kamen 11 heitere und gar keine trüben Tage zur Auszählung. Die Gesamt- 
sonnenscheindauer betrug 165.6 Stunden oder 54 °%, der möglichen Dauer. 
Niederschläge fehlten im Monat Februar gänzlich, Die Trockenheit der 
Luft war eine verhältnismäßig sehr große; die Dunstspannung betrug 2.7 mm, 
die relative Feuchtigkeit 59%, gegen 73 °%, als mittleren Wert aus 10-jährigen 
Beobachtungen. 
Eine mittlere Windgeschwindigkeit von > 13.0 m p. Sek. während min- 
destens einer Stunde wurde am 1., eine mittlere Windgeschwindigkeit von 10.0 
bis 12.9 m p. Sek. während mindestens einer Stunde an 5 weiteren Tagen — 
nämlich am 9., 10., 20. und 26, — erreicht. An allen diesen Tagen wehte der 
Wind aus dem Nordwestquadranten, 
Auf der Station Iltisberg blieb die Eisstärke im Durchschnitt etwa 20 cm, 
während das Erdreich ungefähr 30 cm tief gefroren war. 
Winter 1909/10. Im allgemeinen entsprach die Wetterlage den nor- 
malen winterlichen Verhältnissen. Das, was die Vorgänge des vergangenen 
Winters besonders auszeichnete, war die Intensität und lange Dauer der vor- 
herrschenden Witterungserscheinungen. Charakteristisch war unter diesen be- 
sonders die anhaltende und ungewöhnliche Kälte sowie die große Trockenheit 
der Luft und die Armut an Niederschlägen. Die Ursache dieser Beständigkeit 
lag in der fast unveränderten Zugehörigkeit Tsingtaus zu dem Gebiet hohen 
Luftdrucks, welcher im Winter das Innere des asiatischen Kontinents. bedeckte. 
Dem gleichen Umstand verdankte ferner die verhältnismäßig hohe Geschwingkeit 
der vorherrschenden nördlichen Luftströmungen ihre Entstehung. Die dauernde 
Vorbedingung für das Auftreten gewisser Witterungserscheinungen bedingt eben 
auch eine größere Intensität derselben, 
Die große Kälte des vergangenen Winters tritt auch in den Mittelwerten 
der meteorologischen Elemente in Erscheinung: 
Temperatur (Mittelwerte) 
n ed relative Bewöl- Nieder- Frost- Eis- heitere trübe 
Tag höchste niedrigste Feuchtigkeit kung schläge tage tage Tage Tage 
Mittel 10 Jahre 0.9° A4.1° —2,7° 74 9 44° 340mm 673 16.0 289 17.2 
1910 —0.6° 29° —4.3° 64 9a 3.9° 268mm 77 26 35 10 
März 1910. In der ersten Hälfte des März wurde die Wetterlage noch 
stark von dem kontinentalen Hochdruckgebiet beeinflußt, während sich von 
Mitte des Monats ab häufiger die Herrschaft von Depressionen geltend machte, 
In den Witterungserscheinungen zeigten sich demzufolge zwischen Anfang und 
Ende des Monats mehrfache scharfe Gegensätze, Während sich in der ersten 
Monatshälfte die Witterung durch anhaltend heiteren Himmel und große Trocken- 
heit auszeichnete, war die zweite Monatshälfte durch vorwiegend trübes und 
regnerisches Wetter charakterisiert. Dieser Gegensatz zeigte sich auch in dem 
Auftreten stürmischer Winde im Bereiche der über Tsingtau fortziehenden 
Depressionen. 
Die Mittelwerte der Temperatur, Bewölkung, Luftfeuchtigkeit und des 
Niederschlags zeigten erhebliche Abweichungen von den Mittelwerten aus zehn- 
lihrigen Beobachtungen.
	        
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