Fahrt durch die Magellan-Straße und die Patagonischen Kanäle.
St. Bartelome Point Steine mit Kelp, weshalb man sich hier, nach Angabe des
Lotsen, an der B-B.-Seite des Fahrwassers halten soll.
Puerto Bueno ist ein ausgezeichneter Ankerplatz. Ein Bach mit frischem
Wasser ermöglicht Wasserübernahme in Booten. .
Von Puerto Bueno nach Eden-Hafen wurde am 9. Juni gefahren und
und hierbei 137 Sm mit 16 bis 18 Sm Geschwindigkeit zurückgelegt. Die Guia-
Engen wurden bei Stauwasser passiert; sie bieten keine Schwierigkeiten, solange
es nicht unsichtig ist. Das Wetter klarte auf, mittags war Sonnenschein, Die
Edwards-Klippe im Innocentes-Kanal soll nach Lotsenangabe etwas westlicher
liegen, als die. Karte angibt. Die Fahrt durch den nördlichen Teil des Wide-
Kanals, durch Icy. Reach, Grappler Reach und Indian Reach eröffnet die land-
schaftlich schönsten Bilder. der ganzen Kanaldurchfahrt. Bei der Fahrt im Iey
Reach ist ein Vorbeifahren an der Einfahrt zum Grappler Reach nicht aus-
geschlossen. Bei dickem Wetter ist deshalb die B-B.-Seite, bei klarem Wetter
die Mitte des Fahrwassers zu halten,
Eden-Hafen., Die Nordeinfahrt zum Eden-Hafen ist durch ein Dampfer-
wrack gut markiert. Die Südeinfahrt ist breiter und besser, doch ist hier Vor-
sicht geboten wegen des sich vor Greville Point ausdehnenden Riffes, Hammond-
Riff an der gegenüberliegenden Seite wird gut durch Kelp und die beim Riff
liegende Tonne gekennzeichnet. Für Ankerpeilung sind Eden Island und die
Bare-Klippe zu empfehlen. Letztere ist an einer pyramidenförmigen Aufmauerung
inmitten eines Kelpwuchses erkennbar und einer spitzen Tonne sehr ähnlich.
Der Ankerplatz ist sehr geräumig, ausgezeichnet geschützt, bietet brauchbaren
Ankergrund und die Möglichkeit, aus einem Gebirgsbach Wasser zu holen
mit Booten,
Weiterfahrt bis zum Golf von Penas, Es empfiehlt sich, die Englische
Enge etwa bei Stauwasser zu passieren. S. M. S. »Emden« traf bei eben ein-
setzendem Flutstrom dort ein. Schwierigkeiten, die Enge zu passieren, sind für
gut steuernde Doppelschraubenschiffe selbst bei schwachem Strom nicht vorhanden.
Große Vorsicht ist während Stromes in der Enge bei Hume Point, der
Nordwestecke der Cavour-Insel, geboten. Der hier wirbelartige Strom reißt das
Schiff an einer der engsten Stellen des ganzen Fahrwassers bei mangelnder Auf-
merksamkeit aus dem Ruder und läßt Bug oder Schrauben gegen die das Fahr-
wasser einengenden Felsen schlagen. Diese Stelle ist schon bei geringem Strom
eine der gefährlichsten der ganzen Kanaldurchfahrt.
Von den Direetion-Inseln bis nach Cocks Head springen die Kompasse sehr
stark nach Westen herum, Infolge des vorherrschenden dichten Nebels versagte
hier selbst die sonst gute Fahrwasserkenntnis des Lotsen. Das Schiff kam bei
den Arthur-Inseln für Augenblicke in eine sehr unangenehme Lage, ;
Port Chico. Sollte man im Golf von Pefas zu schwere See antreffen, so
findet man nach Angabe des Lotsen in Port Chico an der Südseite der Wager-
Insel einen erst kürzlich bekannt gewordenen guten und geschützten Ankerplatz
für die größten Schiffe. Je eine Einfahrt führt an beiden Seiten der dem Hafen
vorgelagerten kleinen Insel entlang. Die Bucht soll größer sein, als die Karte
zeigt. Der Lotse gibt an, dort mit einem der größten hier verkehrenden Dampfer
gelegen zu haben, (Siehe d, Adm-Krt. Nr. 89, die West-Patagonischen Gewässer
zwischen Golf von Trinidad und Golf von Pefias.)
Allgemeines. Die deutsche Karte ist gut, nur die Berge längs den Kanälen
fehlen darauf. Die Angaben im Piloten, Jahrgang 1903, und die französischen
Vertonungen geben im allgemeinen einen guten Anhalt. Die Kompasse konnten
wegen des meist dicken Wetters nur zeitweilig in bezug auf Deviation kontrolliert
werden, Sie haben sich während der ganzen Durchfahrt durch den westlichen
Teil der Straße und die Patagonischen Kanäle als sehr unzuverlässig erwiesen.
Als besonders störend für die Orientierung wurden die häufig eintretenden
lokalen Kompaßablenkungen nach W empfunden, Nach Verlassen des Golfs
von Pefias nahmen die Kompasse allmählich wieder ihre alte Deviation an. Die
gesetzliche Zeit für ganz Chile ist neuerdings die des 75. Meridians gleich
5b Omin (sek W von Greenwich.