Plassmann, J.: Beobachtung veränderlicher Sterne auf See.
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der Sonne unsichtbar ist. Das nachträgliche Verbessern des Originals ist Urkunden-
fälschung; man darf höchstens mit anderer Tinte eintragen: Sollte wahrscheinlich
so und so heißen.
Nach der üblichen Einteilung zerfallen die Veränderlichen in fünf Klassen:
1. Neue Sterne oder Novae, fast immer im Milchstraßengebiet aufgetaucht.
Das Aufleuchten scheint mit großer Plötzlichkeit stattzufinden, und es ist z. B.
festgestellt, daß die berühmte Nova Persei von 1901 zum Anwachsen von der
Unsichtbarkeit für freie Augen bis zur Helligkeit eines Sternes dritter Größe nur
wenige Stunden gebraucht haben kann, Was aufmerksamen, mit dem Himmel
gut vertrauten festländischen Beobachtern geglückt ist, die erste Wahrnehmung
eines solchen Objektes, ehe es so hell war, daß es jedem auffiel, soll das nicht
auch gelegentlich dem Seemanne möglich sein ?
2. Langperiodische Veränderliche, Ihr Hauptvertreter ist o Ceti (Mira
Ceti), ein Gestirn, das den Namen des wunderbaren mit Recht trägt, da es in
einer Periode von elf Monaten, die übrigens selbst erheblichen Schwankungen
unterliegt, von einem Minimum unter der 9. Größe rasch zu einem zwischen
der 4, und 1, liegenden Maximum anwächst und langsamer wieder abnimmt.
Die Zahl dieser Gestirne ist so groß, daß wir um Auswahl kaum jemals verlegen
sein können. Die Amplitude der Änderungen ist immer erheblich.
3. Schwach veränderliche Sterne, Gewöhnlich sind es hellere Objekte,
wie @ Orionis, « Tauri, 6 Pegasi, u Herculis. Gleich denen der vorigen Klasse
sind die meisten rot, ein Umstand, der die Beobachtung noch mehr erschwert, da
es — wie jedem mit optischen Signalen vertrauten Beobachter bekannt — äußerst
schwer ist, die Lichtstärke eines roten Punktes mit der eines weißen zu ver-
gleichen. Der Anfänger möge sich an diesen Objekten noch nicht versuchen,
vielmehr zunächst die weit bequemeren der zwei folgenden Klassen vornehmen.
4. Sterne von beständigem Lichtwechsel in kurzer Periode. Dazu
gehören % Aquilae mit 7tägiger, ö Cephei mit 5tägiger, 68 Lyrae mit 13tägiger
Periode. Der Lichtwechsel verläuft nach einer ziemlich gleichmäßig wieder-
kehrenden Kurve. Dabei erheben sich % Aquilae und 6 Cephei ziemlich rasch
zum Maximum, von dem sie langsamer und in merkwürdigen Wellen wieder ab-
fallen; die Kurve von ß Zyrae zerfällt durch zwei gleich hohe Maxima und ein
dazwischen liegendes Neben-Minimum in vier ziemlich gleich lange Abschnitte. —
Wenn die Lichtstärke nicht beständig wechselt, sondern nur zeitweilig vermindert
erscheint, haben wir
5. den Algol-Typus. Algol oder ß Persei verharrt etwa 60 Stunden lang
in vollem Lichte, das etwas unter dem Durchschnitt der Sterne 2, Größe liegt.
Dann, nimmt er für 4’'/, Stunden ab bis zu einem Minimum, von dem er in
weiteren 41/, Stunden zur vollen Höhe wieder ansteigt. Die Algol-Minima der
nächsten Monate finden nach Greenwicher Zeit für einen Beobachter auf der
Sonne statt wie folgt:
1911 Sept, 24 %7/h, 5d 4b, 8d lh, 10d21h, 13d418b, 16d15h, 19412h, 22d Oh, 25d 5h, 28d Z2h, 30d23h;
Okt. 3d20h, 6d1l7h, 9d 14h, 12dl1Oh, 15d 7h, 18d 4h, 21d lb, 23d22h, 26d1Sh, 29415h;
Nov. 1d12b, 4d 9b, 7d 6b, ]0d 2h, 12423h, 15d20h/ 18d 17h, 21dl4h, 2441]l1h, 274 7h, 30d dh;
Dez. 3d 1b, 5d22h, Sdl]Oh, 11415h, 14d12h. 17d Ob. 20d 6b, 23d 3h. 26d Ob, 28d20h, 31d17h,
Im Hochsommer fallen die Algol-Minima aus wegen der Konjunktion mit
der Sonne. Im übrigen ist zu beachten, daß ein solches Minimum für die eine
Hälfte des Erdballes in den Tag, für die andere in die Nacht fällt und daß sich
der ganze Komplex von Erscheinungen in 9% abspielt, in denen sich die Sphäre er-
heblich dreht. Während der brauchbaren Zeit sollte man alle Viertelstunden nach-
sehen, am besten ziemlich genau zu den vollen Greenwicher Viertelstunden.
Wie Algol verhalten sich noch viele Sterne, von denen jedoch für die
Beobachtung mit einfacheren Mitteln nur wenige in Betracht kommen. Wir nennen
A Tauri sowie 6 Librae; von dem letzteren, für Deutchland recht ungünstig liegen-
den Stern sind Beobachtungen in südlicheren Breiten sehr erwünscht. Für etwas
bessere Handfernrohre, z. B. kleine Keplersche einläufige Rohre, kommt noch
U Sagittae in Betracht. Hicr beträgt die Periode 3d 9b, die Dauer des Ver-
finsterungsvorganges 12b; das kleinste Licht hält 2b an, In bestimmten Phasen
vor und nach dem kleinsten Licht vollzieht sich hier die Ab- und Zunahme so
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