Plassmann, J.: Beobachtung veränderlicher Sterne auf See,
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vom irdischen Orte ab, als die Störungen, welche die Lufthülle als licht-
verschluckendes und anderseits als lichtdurchstrahltes Medium ausübt, von der
Lage des himmlischen Gradnetzes zum Horizonte mitbestimmt werden, und
ebenso die Schätzungsfehler, die sich nach der Lage der Schwerkraftslinie zu
den Verbindungslinien mit den Sternen und zu ihrer gemeinsamen Ebene richten.
Im ganzen wird man den Ort für unsere Zwecke immer hinreichend genau er-
halten, wenn man auf der geradwegigen Karte zwischen den aufgetragenen
Punkten nach der Beobachtungszeit interpoliert, nötigenfalls unter. Rücksicht auf
einen Kurswechsel. Der Beobachter braucht schließlich auch nur die hierfür
dienenden Angaben mit den Beobachtungen selbst dem Berechner zu unter-
breiten; dieser wird schon den Ort mit der ihm nötig scheinenden Genauigkeit
von ein paar Seemeilen feststellen, und da das Beobachtungsjournal mittlere
Greenwicher Zeiten gibt, kann er diese in mittlere Ortszeiten und Sternzeiten
verwandeln, wodurch er mit Rücksicht auf die Breiten alles Erforderliche hat,
um die Lage der beobachteten Gestirne zum Horizont, die Stellung des
Dämmerungsbogens, den Einfluß des Mondes und anderer störenden Faktoren
zu finden. Wenn wir vorhin zur Angabe der Greenwicher Zeit geraten haben,
so versteht sich, daß anzugeben ist, ob man von Mittag zu Mittag gezählt hat,
wie es den Astronomen am liebsten ist, oder von Mitternacht zu Mitternacht.
Bei gelegentlichen Beobachtungen an Land wird man Länge und Breite schon
nach der Karte ermitteln können; man vergesse hier nicht die Angabe der See-
höhe, bei welcher die mit Barometern erzielbare Genauigkeit hinreichen wird,
Ehe wir an die Schätzungen selbst gehen, sei noch der Karten und
Sternverzeichnisse gedacht, die außer den Handfernrohren und der Uhr die
einzigen Beobachtungsgeräte sind. Das bedeutendste Spezialwerk ist der Atlas
stellarum variabilium von J. G. Hagen (Verlag von Felix L. Dames in Berlin-
Steglitz); er gibt für die einzelnen veränderlichen Sterne auf beiden Himmels-
halbkugeln Spezialkarten und ausführliche Verzeichnisse von Vergleichssternen.
Doch umfaßt er auch zahlreiche sehr lichtschwache teleskopische Veränderliche,
an deren Aufsuchung ernsthaft nur der mit feststehenden Instrumenten aus-
gerüstete Astronom denken kann. Demgemäß ist er auch ziemlich teuer, und
wir möchten hier lieber wohlfeilere und jedem Seemann sowieso zur Verfügung
stehende Hilfsmittel nennen, z. B. die über den ganzen Himmel erstreckten
Tabulae caelestes von R. Schurig, die im Jahre 1909, von P. @ötz in Heidelberg
bearbeitet, in zweiter Auflage erschienen sind, (Verlag von Ed. Gaebler in
Leipzig; Preis 3 X für das gebundene Exemplar.) Der Sternatlas für Himmels-
beobachtungen von J., Messer, im Jahre 1902 in zweiter Auflage erschienen,
geht nur vom Nordpol bis knapp 40° südlicher Abweichung, reicht also bereits
auf einer Fahrt im Mittelmeere nicht vollständig aus. Dennoch möchten wir
dieses ausgezeichnete Buch, das auch einen sehr vollständigen beschreibenden
Text und Verzeichnisse bietet, unseren Lesern zur Anschaffung dringend emp-
fehlen. (Verlag von K. Z. Ricker in St. Petersburg und Leipzig. Preis etwa
10...) Die Sichtbarkeitsgrenze für das freie Auge erscheint am weitesten vor-
geschoben in dem Atlas coelestis novus von E. Heis, der bis zur Größe 61/, geht,
dank der vorzüglichen Sehschärfe seines Verfassers. Obgleich auch dieses Karten-
werk nur den im mittleren Europa sichtbaren Sternhimmel umfaßt, sollte man,
wo es die Mittel irgendwie gestatten, sich dessen Anschaffung nicht versagen,
besonders auch der berühmten Milchstraßenzeichnung wegen, die seit Ptolemäus
die erste eingehendere Beschreibung dieses großartigsten Gegenstandes der
Himmelskunde gewesen ist. Vielleicht betrachten unsere Leser das als einen
Wink, sich gelegentlich auch selbst als Milchstraßenzeichner zu betätigen. Was
wir nach Heis an Darstellungen erhalten haben (Houzeau, Boeddicker, Easton),
ist immer nur aus den Eindrücken entstanden, die ein Beobachter in wenig ver-
änderter Breite erhalten hat. Es wäre besonders interessant, zu erfahren, wie
sich das Gebilde einem Beobachter darstellt, für den die geometrischen Bedin-
gungen so rasch wechseln wie für den Seemann. Im übrigen möchten wir diese
Sache einem späteren Aufsatze vorbehalten. (Der Atlas von Heis ist im Jahre
1872 bei Du Mont Schauberg in Köln erschienen und kostet nebst Katalog, beides