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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1911.
u. a. m. niedriger, als die Karten es vermuten lassen. Die Lage von Kap St. Vincent
oder der Quartermaster-Insel stimmt nicht genau mit der Angabe der Karte.
Punta Arenas. Für das Aufsuchen eines günstigen Ankerplatzes ist zu
empfehlen, gut frei von See kommend, recht auf die Stadt zuzusteuern, Findet
man den Platz zwischen den zahlreichen Hulken bei der Landungsbrücke, nahe
der Regierungstonne, noch frei, so ist dieser wegen der kürzeren Verbindung
mit dem Lande als Ankerplatz empfehlenswert, andernfalls ankere man am Süd-
ende der Reede dicht unter Land, dem geschütztesten Punkte der Reede.
Durch Famine Reach und Froward Reach bietet die Fahrt keine
Schwierigkeiten. Bei dem Kap St. Isidro, das als Wetterscheide bekannt ist, trat
bei stürmisehen westlichen Winden vorübergehend Nebel und Schneefall ein. In
einer solchen Wetterlage empfiehlt es sich, dicht an der Nordseite der Straße
entlang zu steuern,
Im English Reach, nordöstlich von Carlos III Island, setzt aus dem
Järome-Kanal häufig ein bis zu 4 Sm in der Stunde starker Strom nach Süden
schräg zur Fahrwasserrichtung. Hier ist Vorsicht geboten vor Verwechselung
des Jerome-Kanals mit Crooked Reach. Bis zur Borja-Bucht wurden am 6. Juni
102 Sm mit meist 17 Sm Fahrt zurückgelegt.
Die Borja-Bucht ist eng, aber ein sonst brauchbarer Ankerplatz, Bei
stürmischen Westwinden wird die Bucht infolge der sehr steilen hohen Berge
von Williwaws heimgesucht. Hat man Freiheit in der Wahl des Ankerplatzes,
so ist die 23 Sm östlich von der Borja-Bucht liegende Forteseue-Bucht jener vor-
zuziehen. Bei westlichen Winden ist vor der 20 Sm westlich von der Borja-Bucht
gelegenen Bucht Field Anchorage zu warnen.
Das Wetter war am 7. Juni stürmisch und an einzelnen Stellen sehr
lick. An diesem Tage wurde bis zur Otter-Bucht gefahren, Distanz 110 Sm mit
meist 15 bis 17 Sm Fahrt. Beim Snow-Sund und weiter bis Snowy Inlet wurde
15 bis 20° westliche Kompaßablenkung beobachtet,
Im Sea Reach stand grober Seegang und war andauernd dickes Wetter;
Fahrt ermäßigt.
Einsteuerung in den Smith-Kanal. Die Insel Tamar ist sehr hoch
und markant. Die Straggler-Inseln sollen nach Aussage des Lotsen östlicher
liegen, als die Karten angeben. Trotz des dicken Wetters konnte das hohe Land
hinter der Sholl-Bucht wie auch der Berg Joy bei der Annäherung gut aus-
gemacht werden. Für südwärts steuernde Schiffe bildet ein großer Wasserfall
bei Felix Point an der Südseite der Magellan-Straße eine gute Landmarke.
Im Smith-Kanal ist die Fahrt bis zur Renouard-Insel bei klarem Wetter
mit keinerlei Schwierigkeiten verbunden, Bei der Renouard-Insel empfiehlt sich
eine Fahrtermäßigung, bis die kleinen Baken auf Shoal Island und der Evans-
Gruppe, wie auch das Wrack östlich von Shoal Island gut ausgemacht sind, da
eine Verwechslung der Kanäle hier leicht möglich ist. Auf Otter Ridge ist
guter Ankergrund. Er dehnt sich weiter nach Westen aus, als die Karte zeigt.
Das große Becken, in dem die Otter-Inseln liegen, ist ausgezeichnet geschützt
gegen fast alle Winde, wie überhaupt im Smith-Kanal die heftig einsetzenden
Böen seltener sind, als sonst in der Straße. Schiffe, die in dieser Gegend ankern
und am folgenden Tage den Mayne-Kanal passieren wollen, finden auch östlich
von der Sumner-Insel in der Nähe der Sumner-Passage-Tonne guten Ankerplatz.
Er hat den Vorteil, daß man ihn, nordwärts steuernd, schon bei Dunkelheit ver-
lassen kann, sobald man die erwähnte Tonne sieht,
Über den Gray-Kanal gaben die Offiziere zweier chilenischer Ver-
messungsdampfer folgende Auskunft: »Die Tonnen liegen sicher; er kann bei
sichtigem Wetter sehr empfohlen werden. Dicht westlich von der Sumner-
Passage liegt eine 3 m-Stelle, die durch eine Tonne bezeichnet ist.«
Die Weiterfahrt bis nach Puerto Bueno wurde am 8. Juni ausgeführt.
Es wurden an diesem Tage 95 Sm Distanz mit durchschnittlich 16.5 Sm Fahrt
zurückgelegt. Bei klarem Wetter bietet dieser Weg keine Schwierigkeiten, jedoch
war das Wetter oft recht dick. Im Farquhar-Paß herrscht zu dieser Jahreszeit
meist Schnee und Nebel. Im Farquhar-Paß liegen südlich und südwestlich von