Beiträge zur Kenntnis des Oberflächensalzgehaltes im Stillen Ozean,
Mit Ausnahme des Gebietes südlich von Neu-Kaledonien, wo die vorliegenden
wie die Beobachtungen von S. M. S. »Planet« den angegebenen hohen Salzgehalt
vermissen lassen, wären also die auf Aräometerbeobachtungen fußenden Angaben
der Karte von Schott noch als zu Recht bestehend anzusehen, Die übrigen
vorgefundenen Abweichungen, besonders in der Ausdehnung des Salzgehaltes
von über 36.00°% 5, zwischen 5° bis 30° S-Br. und 80° bis 165° W-Lg. könnten
immerhin auf jahreszeitlichen Änderungen beruhen; es wäre daher sehr .wünschens-
wert, wenn genaue, titrimetrische Salzgehaltsbestimmungen aus dem Stillen Ozean
in größerer Anzahl ausgeführt würden, A.C.R.
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Beobachtung veränderlicher Sterne auf See.
Von Professor Dr. J, Plassımnann zu Münster in Westfalen.
Die Beobachtung der Fixsterne, zumal der helleren, ist dem Seemann zu-
nächst nur das Mittel zu dem wichtigen Zwecke der Zeit- und Ortsbestimmung.
Aber die tüchtige theoretische Schulung, die der Seemann, zumal der deutsche,
erhalten hat, ermöglicht ihm auch, diese Beobachtung als Selbstzweck zu be-
treiben. Es ist schon oft gesagt worden, die hohe Stellung, welche die deutsche
chemische Industrie im Wettbewerbe der Völker errungen habe, rühre gerade
daher, daß unsere jungen Chemiker auf der Hochschule zunächst recht gründ-
liche Bekanntschaft mit der strengsten Theorie machen müssen, ehe sie an die
wirtschaftliche Ausnutzung denken dürfen, Ähnlich steht es erfreulicherweise
mit der biologischen Vorbildung unserer Ärzte und Tierärzte, unserer höheren
Beamten der land- und forstwirtschaftlichen Verwaltung. Und so findet sich
unter diesen, wie auch unter den Apothekern, Baubeamten, überhaupt unter allen
Studierten, deren Bildungsgang irgendwie eine breitere naturwissenschaftliche
oder mathematische Grundlage erhalten hat, eine erfreuliche Anzahl von
Männern, die, der Wissenschaft treugeblieben, sie durch gelegentliche oder
systematisch angestellte Beobachtungen bereichern, indem sie die hierfür not-
wendige Zeit in schönem Idealismus von den Erholungsstunden abziehen, die der
Lebensberuf ihnen übrig läßt. .
Es hieße sich selbst ein Zeugnis der Unwissenheit ausstellen, wollte. 'man
leugnen, daß auch unsere Seeleute, und gerade auch die, welche nicht im Dienste
von besonderen Instituten und Expeditionen stehen, dem gewaltigen Leuchtfeuer
der Wissenschaft manches stattliche Holzscheit zutragen. Außer dem beständigen,
durch die Seereisen bewirkten Fortschreiten der Erkenntniszweige der Hydro-
graphie und der Meteorologie des Meeres, denen die vorliegenden Blätter ge-
widmet sind, zeugen dafür alle Teile der beschreibenden und physischen Geo-
graphie, der Länder- und Völkerkunde. Auf diesen Arbeitsgebieten ist der
einzelne Seemann beständig nicht nur ein Nehmender, sondern auch ein Gebender,
fühlen sich alle untereinander und mit den dahingegangenen Geschlechtern als
eine große Einheit von Forschern und Benutzern der Ergebnisse. Es will uns
nur manchmal scheinen, als könne gerade der Astronomie, genauer gesagt ihrem
jüngeren Abschnitte, der Astrophysik, seitens der Schiffer noch mancher wert-
volle Beitrag geliefert und hierdurch das Gefühl des Dankes gegen die festlän-
dische Himmelskunde betätigt werden, die dem Seemanne für und für ihre
Zahlen, die Resultate äußerst mühseliger Arbeit, freigebig zu Gebote stellt. In dieser
Erkenntnis ist vor einiger Zeit in vorliegender Zeitschrift (Jahrg. 1911, Heft IV,
Seite 191ff.) eine Anleitung zum Anstellen und Aufzeichnen von Meteorbeobach-
tungen auf See veröffentlicht worden. Während es sich dort um Wahrnehmungen
handelte, die, abgesehen von bestimmten Zeiten im Jahre, mehr gelegentlich zu
machen sind, entrollt sich uns in dem Lichtwechsel der Fixsterne ein
Arbeitsgebiet, das in jeder sternklaren Nacht angebaut werden kann. Dabei
hat es ein günstiges Schicksal gewollt, daß sich die ernsthafte und liebevolle
Beobachtung dieses Komplexes von Himmelsersecheinungen auch dann noch lohnt.