Temperatur- und Salzgehaltsbestimmungen im südwestlichen Stillen Ozean. 1910, 527
gehalt auf über 35.50%.,. Ein Salzgehalt von über 36.00%,, wie ihn die Karte
von Schott!) für die Umgebung von Neu-Kaledonien angibt, konnte jedoch nicht
aufgefunden werden, Der hohe Salzgehalt von über 35.50° g zwischen 20° und
35° S-Br. kommt vermutlich durch Verdunstung zustande. Da die Oberflächen-
strömung in dem in Betracht kommenden Gebiet nicht aus Osten, dem Gebiet
höheren Salzgehaltes, sondern aus N und NW kommt, so wird wohl nur die
Verdunstung den Salzgehalt des von N zuströmenden verhältnismäßig salzarmen
Wassers anreichern. A.C.R.
Beiträge zur Kenntnis des Oberflächensalzgehaltes im Stillen Ozean.
Von den Schulschiffen des Norddeutschen Lloyd sind der Deutschen See-
warte dank den Bemühungen der Herren Dr. Harry Meyer (Reise des Seglers
‚Herzogin Sophie Charlotte«) und I. Offizier J, C, Gärdes (Reise des Seglers
‚Herzogin Cecilie«) eine Anzahl von Oberflächenwasserproben nebst Temperatur-
beobachtungen zugegangen, die es ermöglichten, durch Titration genaue Salz-
gehaltsbestimmungen für den Stillen Ozean zu gewinnen.
Das in der Schottschen Karte?) des Oberflächensalzgehaltes des Stillen Ozeans
enthaltene Material beruht durchgehend noch auf Aräometerbestimmungen; es scheint
daher angebracht, die Werte dieser Karte mit den genaueren, titrimetrisch bestimm-
ten, der Reisen der beiden Schulschiffe zu vergleichen. Im großen und ganzen zeigen
die neuen Beobachtungen dasselbe Bild der räumlichen Verteilung des Salz-
gehaltes; einige auffällige Abweichungen sind jedoch zu bemerken, Beginnen
wir im Osten, an der südamerikanischen Küste; bei Schott dringt die Zunge des
Wassers von über 36.00°% 9, die sich zwischen 5° bis 30° S-Br. ausbreitet, all-
mählich sich zuspitzend bis 80° W-Lg. Die Beobachtungen beider Schulschiffe
lassen sie erst bei 100° W-Lg. beginnend sich nach W erstrecken; auch reicht
sie nach den Beobachtungen an Bord der »Herzogin Cecilie« nicht so weit
nördlich, sondern wird schon bei 10° S-Br. auf 105° W-Lg. durch Wasser von
etwas unter 36.00°%,, ersetzt. Der höchste Salzgehalt wurde bei 118° W-Lg. und
22° S-Br. mit 36.55%,, gefunden. Nach W hin wurde schon bei 130° W-Lg.. und
25° S-Br. ein Salzgehalt unter 36.00%,, gefunden, so daß auch hier die 36.00%9-
Isohaline nach N zurückzudrängen wäre. Von 130° bis 140° W-Lg. auf 25° S-Br.
herrscht ein Salzgehalt von 35.5 bis 36.00%9, auf der Schottschen Karte über
36.00°% 0. Zwischen 140° bis 150° W-Lg. und 25° bis 30° S-Br, fällt der Salzgehalt
nach den neuen Beobachtungen unter 35.50° 0, ergibt also ein Zurückweichen
der 35.50 °%/,,-Isohaline nach.N. Auf 150° bis 160° W-Lg. fallen die neuen Beob-
achtungen etwa mit der 35.50 °/,,-Isohaline zusammen, Weiter nach W zu, bis
in die Nähe der australischen Küste, fand sich ein Salzgehalt von wenig über
35.50%o, in zwei Fällen um 0.04%, darunter. Das von Schott angegebene
Gebiet von über 36.00 °%,,, das sich in 20° bis 30° S-Br. und 160° bis 170° O-Lg.
vorfinden sollte, kam nicht zur Beobachtung, trotzdem die dritt- und zweitletzte
Station der »Herzogin Sophie Charlotte« in ihm liegen sollten. Es sei hier gleich
auf die Zusammenstellung der Beobachtungen S. M. S. »Planet«3) aus diesem Gebiet
verwiesen, bei der sich auch keine so hohen Salzgehalte ergaben. Nach den
neuesten Feststellungen wäre also der Meeresteil zwischen Neu-Kaledonien und
Norfolk als in das Bereich der 35.50%.g)-Isohaline gehörend zu betrachten.
Im’ Verlauf der. Reise der »Herzogin Cecilie« stimmt die Beobachtung
von 34.96 %, bei 1° N-Br. und 124° W-Lg. gut mit der Schottschen Karte überein,
ebenso die nächste bei 6° N-Br. und 131° W-Lg. Mit den beiden nächsten Stationen
1) G. Schott. »Die Verteilung des Salzgehaltes im Oberflächenwasser der Ozeane.« Peter-
manns Mitteilungen, 1902,
2) G. Schott, Die Verteilung des Salzgehaltes im Oberflächenwasser der Ozeane. »Petermanns
Mitteilungen« 1902, S. 217.
3) »Ann. d. Hydr. usw.« 1911, S. 525.