522 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1911.
Erst in 1000 m Tiefe zeigt sich mit 5.15° fast die gleiche Temperatur wie weiter
nördlich auf Station 14 des Schnittes A, die dort 5.3° beträgt.
Die weiter nördlich sehr mächtige Salzgehaltsschicht von über 35.00 °%/99
bleibt auf der neuen Station viel geringer, Während auf Station 13 im Jahre
1909 bis zu einer Tiefe von etwas über 250 m der Salzgehalt über 35.75° 9 be-
trägt, erreicht er hier diesen Betrag überhaupt nicht; nur bis 150 m Tiefe reicht
der Salzgehalt zwischen 35.75 und 35.50°% 9, bei Station 13 1909 geht er aber
bis beinahe 400 m. Bei etwa 400 m beginnt auf Station 25 1910 schon das Wasser
von unter 35.00%9, auf Station 13 1909 erst bei über 600 m Tiefe,
Die Werte für ot sind auf Station 25 1910 in den gleichen Tiefen erheblich
größer als auf den nördlichen Stationen. Diese spezifisch schwereren Wasser-
massen werden daher nach N absinken, und es ist als Gegenwirkung ein Zu-
strömen der leichteren Oberflächenschichten von N nach S, nach den bis jetzt
vorliegenden Beobachtungen, die bis etwa 12° S-Br. reichen, von dort bis etwa
30° S-Br. zu erwarten, was ja auch mit den für das ganze Jahr beobachteten
Oberflächenstromrichtungen übereinstimmt.!) Da auf dem in Betracht kommen-
den Gebiet während der Monate Juli bis September der Oberflächenstrom vor-
wiegend von NO nach SW setzt, die Winde aber in dieser Zeit im allgemeinen
von SO nach NW wehen, so zeigt sich, daß die Windrichtung mit der Strom-
richtung einen rechten Winkel bildet. Nach Ekman”) verursacht nun die Erd-
vrotation auf der südlichen Halbkugel eine Ablenkung des reinen Triftstromes um
45° von der Windrichtung nach links; eine weitere Ablenkung nach links mag
der Verlauf der ostaustralischen Küste bewirken, so daß trotz der senkrecht zur
Windrichtung laufenden Strömung diese doch durch den aus SO kommenden
Wind veranlaßt sein kann, Mit in Betracht für diese Richtung des Oberflächen-
stromes kommen aber auch sicher noch die Unterschiede im spezifischen Gewicht
des Meerwassers zwischen 12° S-Br. bis 30° S-Br., die sich auf Tafel 28%) in dem
steilen Einfallen der Isopyknen von S nach N dartun,
An der neuen Station 25 S, M. S. »Planet« kann der hohe Salzgehalt der
Oberfläche nicht sehr tief liegen, da durch die stärkere Abkühlung gegenüber
den nördlicheren Stationen das spezifische Gewicht so erhöht wird, daß ein
rasches Abfließen der oberen Schichten entlang der Isopyknen nach N, den Orten
geringeren spezifischen Gewichtes, bedingt ist. Besonders in den Tiefen von etwa
100 bis 800 m fallen die Isopyknen nach N so steil ein, daß gerade in diesen
Tiefen der nordwärts setzende Strom zu erwarten ist. Als Ausgleichsstrom
wirkt dann der von NO kommende Oberflächenstrom.
Die dritte neue Serienstation Nr. 55 liegt westlich von Espiritu Santo auf
15° 42,3’ S-Br. und 165° 44.4’ O-Lg. bei einer geloteten Tiefe von 3366 m. Die
Temperaturen, verglichen mit denen der östlich liegenden Station 22 1909, er-
wiesen sich in den korrespondierenden Tiefen von 50 bis 300 m um etwa 1 bis
1,5° höher als dort. Vergleicht man sie mit denen der im N liegenden Station 49
1909, so zeigt sich, daß in 0 bis 200 m die neue Station niedrigere Temperaturen
aufweist, von da ab aber bis 1000 m Tiefe höhere. Der größte Unterschied liegt
mit 2.,8° Differenz bei 400 m; selbst in 1000 m ist die Temperatur der neuen
Station noch um 0.6° größer.
Der Salzgehalt in den verschiedenen Tiefen der Station 55 1910 schließt
sich in seinem charakteristischen Verlauf — Max. in 200 m, Min. in 800 m Tiefe —
eng an den der Station 22 1909 an; nur hinsichtlich der absoluten Beträge be-
stehen Unterschiede. So fehlt der hohe Betrag von 35.95°%.) in 200m der
Station 22 1909 auf der neuen Station des Jahres 1910, und unterhalb 500 m
Tiefe erhebt sich der Salzgehalt von Station 55 etwas über den von Station 22.
Die Isopyknen neigen in allen Tiefen von 0 bis 1000 m nun unbeträchtlich etwas
von W nach O0.
!) Atlas des Stillen Ozeans. hrsg. von der Deutschen Seewarte, 1906, Tafel 19.
?) »Ann. d. Hydr. usw.« 1906, S. 474.
3) Es ist Schnitt A aus Tafel 33, Band XXXVIII, ergänzt durch Stat, 25 und 55 des
Jahres 1910. — Berichtigung zu Tafel 28 gsiehe S. 5384.