520 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1911.
Winde mehr nach westlichen Richtungen übergingen, trat etwas Abkühlung ein,
die Gewitter im Gefolge hatte.
Vom 4. bis zum 183. befand sich das Deutsche Küstengebiet unter dem
Einfluß von Hochdruckgebieten, die meist trockenes, heiteres und warmes Wetter
mit sich brachten; nur im äußersten Osten sowie am 8. an der ganzen OÖstsee-
küste trat vorübergehend etwas Regen ein. Während dieser Witterungsperiode
hielt sich hoher Luftdruck andauernd über West- bzw. Nordwesteuropa auf, wo-
gegen im Osten Depressionen und Ausläufer von solchen vorüberzogen, Die
Temperaturen hielten sich während dieser Zeit meist nahe der normalen, im
äußersten Osten etwas darunter, Erwähnenswert ist noch besonders die Wetter-
lage am 8. Ein kleines Teilminimum befand sich an diesem Tage über Süd-
schweden und verursachte vereinzelt ein Auffrischen der Winde aus Nordwest;
am folgenden Tage brachte es der östlichen Ostsee stürmische Winde aus nörd-
lichen Richtungen, die stellenweise auch noch am 10. anhielten.
Am 14. fand die lange Periode vorherrschend trockenen und heiteren
Wetters ein Ende, da das westliche Hochdruckgebiet sich weiter zurückzog und
ein neuer Depressionsausläufer über Skandinavien nach dem Deutschen Küsten-
gebiet vordrang. Er hatte bei Winden aus westlichen Richtungen etwas kühleres
Wetter im Gefolge und verursachte am 15.,, wo sich bei Riga ein tiefes Teil-
minimum eingestellt hatte, ein weiteres erhebliches Sinken der Temperaturen
sowie an der Ostseeküste steife und stürmische nordwestliche Winde. Hieran
schloß sich eine Folge von Tagen mit unruhigem Wetter, da weitere De-
pressionsausläufer über das Küstengebiet hinzogen, wobei sich das westliche
Hochdruckgebiet allmählich nach Südwesteuropa verlagerte, Besonders der 16,
und 17. brachten vielfach an der Deutschen Küste stürmische Winde, die meist
aus nordwestlichen Richtungen wehten. Am 18. traten verbreitete Gewitter auf,
denn im Gefolge höheren Luftdrucks, der sich über den Kontinent ausgebreitet
hatte, war über dem Binnenland etwas Erwärmung eingetreten, bei der An-
näherung einer über der Nordsee gelegenen Depression wurde jedoch ziemlich
kühle Luft herbeigeführt, so daß sich bei diesem Temperaturgegensatz die Ge-
witter entwickelt haben dürften. Am 19. begann das Südwesteuropa bedeckende
Maximum sich nach dem Kontinent zu verlagern, wobei im Binnenlande und auch
an der Küste Erwärmung eintrat. Am 20. befand es sich über Nordfrankreich;
da jedoch ein Depressionsausläufer über das Deutsche Küstengebiet hinzog, so
blieb das Wetter hier noch weiterhin ziemlich unruhig und regnerisch,
Bei dem weiteren Marsche des Maximums über den Kontinent hin war das
Wetter nun bis zum 24, vielfach heiter, ziemlich ruhig und warm; am 23. stellten
sich im Bereiche einer von der Unterelbe bis nach der Biscayasee reichenden
Furche tiefen Druckes verbreitete Gewitter ein. Am 24. näherte sich vom Westen
her ein neues Hochdruckgebiet, das am 25. mit einem anderen über Nordost-
europa in Verbindung trat, Nun blieb hoher Luftdruck bis zum Monatsschluß
über Ost- bzw. Nordost- und Nordeuropa liegen, so daß das Deutsche Küsten-
gebiet unter dem Einfluß östlicher Winde kam, die anhaltend heiteres Wetter,
allmählich sehr hoch ansteigende Temperaturen und vielfach Gewitter im Ge-
folge hatten, die vom 27, ab in der Nordsee ohne Niederschläge auftraten. Am
höchsten stieg die Temperatur am 30.: in Hamburg auf 32.1, in Wilhelmshaven
auf 32.6 Grad; die niedrigste Maximaltemperatur hatte Wustrow am gleichen
Tage, nämlich 26.9 Grad.
Berichtigung.
In dem Artikel >»Dampferwege von Durban nach den Durchfahrten in das Malatische Insel-
meer usw.«, »Ann, d, Hydr. usw.« 1911, sind in der Tabelle 14 auf S. 398 die Zahlen, die die Mittel
der Kolumnen »Zeitz« und »Mittlere Fahrt auf 1 Wache« angeben, zu vertauschen,
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei
Berlin SW. Kochstraße 68—71.