Kleinere Mitteilungen.
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beobachteten wir gleich nach 9% eine Luftspiegelung., An Steuerbord lief uns
der englische Passagierdampfer. »Empress of Irland« auf, an Backbord lag ein
mitgehender Tankdampfer, beide ungefähr 6 bis 8 Sm von uns entfernt, Bei
blauem, wolkenlosem Himmel wehte ein leichter NW-Wind. Barometer 763.7 mm,
die Temperatur des Wassers war 3.4°C., die der Luft 7.2°C. Beide Dampfer
erschienen uns wie zwei Schwimmdocks, über welchen man zwei- bis dreimal das
eigentliche Bild der Schiffe schweben sah. Voraus entdeckten wir den Feuer-
turm von South-West Point auf Anticosti, von dem wir noch etwa 112 Sm ent-
fernt waren, und zwar so deutlich, daß wir den Turm peilen konnten, Diesen
Turm sah man aber, ebenso wie einen voraussegelnden Schuner, doppelt, beide
oberen Bilder auf dem Kopfe stehend. Diese Luftspiegelung hielt ungefähr eine
volle Stunde an, um darn langsam zu verschwinden,
b) Dampfer »Sicilia«, Kapt. Reimer, auf der Reise von Colombo nach Suez,
berichtet aus dem Roten Meer vom 29. Mai 1909, 3b 43min N, als Ras Gharib querab
peilte: »Sehr starke Luftspiegelung, Wind N Stärke 1, Barometer 756.1 mm,
Temperatur der Luft + 30.5° C.,, Wetter schön, Bewölkung sehr gering.« Bei
gleichbleibenden Witterungsverhältnissen beobachtete man bis Sonnenuntergang
die Erscheinung. i
Derselbe Dampfer beobachtete am 4. Juni 1909 auf der Reise von Port Said
nach Havre im Mittelmeer während der Vormittagswache ungefähr auf 35° 7’ N-Br.
und 15.8° O-Lg., bei Stille und später durchkommenden leichten SW, Barometer
765.2 mm, Temperatur der Luft -+24.4° C., des Wassers 19.8°C., bei schönem
Wetter und wolkenlosem Himmel ebenfalls starke Luftspiegelung. v. S.
c) Starke Luftspiegelungen wurden, einer Notiz im meteorologischen Journale
des Dampfers »Hessen«, Kapt. H. Schaefer, zufolge, von den Offizieren dieses
Dampfers unter der australischen Küste beobachtet. Der Dampfer befand sich am
25. Januar 1910, auf der Reise von Melbourne nach Sydney, in der Nähe der Inseln
südlich von Wilsons Promontory und hatte hier zuerst Gelegenheit, starke Luft-
spiegelungen zu beobachten. Am Morgen’ des 26. wiederholten sich die Erschei-
nungen und waren noch deutlicher und stärker als am Tage vorher. Die Küste
erschien jetzt an vielen Stellen horizontal verdoppelt und kam auch bereits auf
große Entfernungen in Sicht, so unter anderem der Leuchtturm der Insel Gabo.
Ein Dampfer wurde von den Beobachtern doppelt gesichtet und die unnatürlich
lang erscheinenden Masten und der Schornstein erschienen erst in etwa 6 Sm
Abstand in ihren natürlichen Größenverhältnissen. v.d. B.
5. Gezeitenbeobachtungen der französischen Südpolarexpedition. In den
Sitzungsberichten vom 27, Dezember 1910 der französischen Akademie der Wissen-
schaften findet sich eine Zusammenstellung der Ergebnisse der Gezeitenbeob-
achtungen der Charcotschen Südpolarexpedition auf der Petermann-Insel (Port
Circonecision) 65° 10’ S und 66° 34’ West von Paris. Aus den Kurven des Flut-
messers, der 225 Tage in Tätigkeit war, ergaben sich für die hauptsächlichsten
Tiden folgende Werte:
M,:H = 20 em, x= 161°; Sy: H==17 cm, x = 266°; Ko: H == 5 cm, x = 261°;
N:H = 83cm, x= 25°; K, : H=32 cm, x = 21°; 0: H==29 cm, x = 16°: P:H= 10cm,
% = 21°.
Da das Verhältnis (K, +0) : (My + S) = 1.65 ist, gehören die Tiden dem
Typus der Eintagstiden an. Auffällig ist ferner bei den halbtägigen Tiden die
große Amplitude von S,,- die beinahe. den Betrag von M, erreicht. Da diese
beiden Tiden nahezu gleich sind, verschwindet ungefähr alle 15 Tage die halb-
tägige Gezeit. Das Alter der halbtägigen Springtide beträgt 4.Tage und 8 Stunden
und das der eintägigen Springtiden 5 X 0.0838 ==0.19 Tage = 4.6 Stunden. Außer
der 14tägigen Tide M£. von der Amplitude 5.5 cm und der Kappazahl 288°
zeigt die Kurve des täglichen Mittelwassers eine halbjährliche und sogar noch
eine vierteljährliche Welle, deren Ursprung nicht zu ermitteln war. Aus dem
Vergleich der täglichen Mittelwasserstände mit den täglichen Barometerständen
ergab sich ferner aus der 225tägigen Beobachtungsreihe, daß einer Zunahme des
Luftdrucks von 1mm ein Fallen des Wassers von 14.5 mm entspricht. Die