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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1911.
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen sind nicht zu haben. Trinkwasser
wird einer Leitung entnommen. Das Wasser ist sehr manganhaltig und hart,
sonst aber gut. Proviant. Frisches Fleisch ist wohlfeil, Gemüse und Kartoffeln
sind teuer. Andere Ausrüstung muß man von Port Pirie oder Port Adelaide
beziehen; letzterer Ort wird dafür von Kapt. H. Meyer empfohlen,
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutscher Konsul ist nicht am Orte,
ebensowenig Agenten des Germanischen Lloyd und deutscher Dampfer-
gesellschaften. Kapt. H. Meyer hatte die Herren John Darling & Son, die
zugleich die Befrachter des Schiffes waren, als Agenten. Seemannsheim und
Seemannskrankenhaus sind nicht am Orte. Mannschaftsentweichungen
kommen vor; Ersatz kann durch den Motorsegler »Vietor« aus Port Adelaide
beschafft werden.
Einrichtungen zum Chronometervergleich, zur Kompaßregulierung
und zum Vergleich und zur Untersuchung meteorologischer oder nautischer
Instrumente sind nicht vorhanden. Seekarten und nautische Bücher sind
nicht zu kaufen.
Kleinere Mitteilungen.
1. Wracke auf dem Farquhar-Riffe und Stromversetzung auf dem Wege
dahin. Bericht des Kapt. C. Maselius, D. »Kattenturm«, vom März 1911.
Beim Umschiffen Madagaskars sichtete ich am 25. März da. J. morgens um
9 Uhr etwa 4 Strich an B-B. einen großen Gegenstand, den ich anfänglich für
Land hielt, der sich aber später als ein auf dem Farquhar-Riff gestrandeter
Dampfer erwies, Beim Näherkommen sah ich noch weitere zwei Dampfer auf
demselben Riffe gestrandet, Der zuerst gesichtete Dampfer lag oben auf dem
Riff platt auf seiner Steuerbordseite und schien schon sehr lange dort zu sitzen;
der andere der genannten Dampfer saß ganz an der Nordseite des Riffes und
Zwar so weit entfernt, daß nur die Masten und die Schornsteine zu sehen waren.
Der dritte dieser Dampfer saß ganz auf der Westkante des Riffes und konnte,
nach seinem noch gut erhaltenen Anstrich zu urteilen, erst kürzlich dort ge-
strandet sein. Das Schiff hatte gelbe Masten und einen schwarzen oder blauen
Schornstein mit breitem weißen Ring.
Brandung machte sich auf dem Riffe z. Zt. nicht bemerkbar, Die Insel
Farquhar selbst ist nur 50 Fuß hoch, dazu häufig in Regen gehüllt. Ich hatte
meinen Kurs 30 Sm südlich von Farquhar gesetzt und konstatierte 22 Sm Strom
nach Norden, während 16 Dampfstunden meines Dampfers.
2. Einführung der Weltzeit in Portugal und den portugiesischen Kolonien,
Lage der astronomischen Observatorien von Tapada-Lissabon und Lorenzo
Marques.
Von dem Direktor des astronomischen Observatoriums zu Lissabon, Vize-
Admiral Campos Rodrigues, wird folgendes mitgeteilt:
Am 1. Januar 1912 wird in Portugal und den portugiesischen Kolonien als
gesetzliche Zeit die Weltzeit nach dem von der Meridian-Konvention zu Washington
im Jahre 1884 angenommenen System eingeführt, also die Zeit von
82 0min O-Lg, für Macao und Portugiesisch-Timor,
52 Qmin O-Lg. für Portugiesisch-Indien (einstweilig 5% 30"M O-Lg.),
22 Qmin O-Lg. für das portugiesische Ost-Afrika,
1» Omin O.Lg. für das portugiesische West-Afrika,
0b Omin (westeuropäische Zeit) für Portugal, die Inseln Principe und
St, Thome, Whydah.
1» 0min W-Lg, für Madeira und Portugiesisch-Guinea,
24 Qmin W.Lg, für die Azoren und die Kap Verdischen Inseln.
N Dem Observatorium von Lissabon verbleibt die Zeitbestimmung und die
Übermittlung der gesetzlichen Zeit an das ganze Land, an das Zeitsignal des