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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Port Broughton. 
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holte der anfangs frische Nordwestwind im Laufe des Vormittags südwestlich, 
um am Nachmittage als starker Sturm aus SW. zu wehen, Am 18. Januar war 
so ‚steifer Südwestwind, daß der Dampfer von der Seite des Schiffes wegholen 
mußte, ohne seine Ladung gelöscht zu haben. Die Luft war in dieser Zeit oft 
sehr heiß. Am 14. Januar wurde starke Luftspiegelung beobachtet. Am Morgen 
dieses Tages war die Westküste des Spenecer-Golfes deutlich zu sehen, und um 
10b abends sahen wir bei frischer Brise aus NNW und warmer Luft von Bord 
aus die Feuer von Tipara und Point Lowly, obwohl wir von jenem 389, von 
diesem 32 Sm entfernt standen. Am 23, Januar lichteten wir um 3% V Anker und 
traten bei frischer südöstlicher Brise unsere Reise nach dem Kanal für Order an.« 
Einsteuerung. Um es.kleinen, flachgehenden Dampfern und Leichterfahrzeugen 
zu ermöglichen, nach Port Broughton zu gelangen, ist durch die Sandbänke ein Fahr- 
wasser, der Mundoora-Kanal, ausgebaggert worden, das bei 12 m (40’) geringster 
Breite 1.8 m (6’) Wasser bei Niedrigwasser hat, Eine rote Bake mit rundem und 
eine schwarze Bake mit viereckigem Toppzeichen stehen an der Einfahrt, und 
43 rote Baken, von denen jede zweite ein rundes Toppzeichen trägt, bezeichnen 
einkommend die St-B.-Seite des Kanals (nach Kapt. H. Meyer sind einkommend 
an St-B. weiße Pfähle), Einlaufende Schiffe müssen die schwarze Bake mit vier- 
eckigem Toppzeichen an ihrer B-B.-Seite, die rote Bake mit rundem Toppzeichen 
und die übrigen Baken an ihrer St-B.-Seite lassen; sie werden auf diese Weise 
nie weniger als 1.8 m Wasser bei Niedrigwasser haben. Für beladene Leichter 
ist es oft schwierig, durch das enge und gewundene Fahrwasser, in dem starke 
Gezeitenströme laufen, nach der Reede zu gelangen. 
Hafenanlagen, Eine 380 m lange Anlegebrücke mit 2.4 m Wassertiefe an 
ihrem Außenende ist vorhanden. Löschen und Laden, Weizen wird auf der 
Reede mit Hilfe von Arbeitsleuten von Land aus 500 bis 1400 Sack fassenden 
Dampfleichtern oder kleinen Seglern übergenommen, die am Außenende der 
Anlegebrücke aus Eisenbahnwagen beladen werden oder die Ladung von anderen 
Orten heranbringen., Die Leichter hieven mit Dampfwinden die Ladung an 
Bord. Im Winter wird das Laden oft unterbrochen infolge durch starke Winde 
hervorgerufenen hohen und kurzen Seeganges. Dieser legt sich jedoch schnell 
wieder, sobald der Wind abgenommen hat. Kosten und Risiko für die nach 
der Reede gebrachte Ladung trägt der Ablader, Die Arbeitsleute von Land 
müssen während des Ladens an Bord übernachten. Ballast. S. »Indra« erhielt 
Erlaubnis, den Ballast 2 Sm westlich von der eigentlichen Reede auf 12.8 m 
Wasser über Bord zu werfen. Nach Aussage des Kapitäns müssen aber Schiffe, 
die von Port Adelaide kommen und Ladung. als Stiffning an Bord haben, den 
Ballast westlich von Wallaroo auf 22 m Wasser über Bord werfen. Boots- 
lJandungsstelle ist an der Anlegebrücke vor dem Orte. Schiffsboote werden 
zum Verkehr mit dem Lande benutzt, doch ist der Weg von der Reede aus 
ziemlich lang; er beträgt etwa 10 Sm. Bei schlechtem Wetter wird jedoch in- 
folge von Seegang jede Verbindung mit dem Lande unmöglich gemacht. 
Hafenunkosten. SS. »Indra«, 1643 R-T. netto, hatte folgende Unkosten: 
Tonnengelder. . .. „.. 41£1sh 6d., 
Einklarieren . 0.0.0... 2«47« 8« 
Kommission für Fracht . . . 127«2« 8« 
Agenturunkosten. .. . .. 5«5« — 6 
Stauerunkosten . .. . . . 185«4 « 
Der Ort Port Broughton ist nur klein; er zählt etwa 350 Einwohner und 
hat nur einige Bedeutung als Verschiffungsplatz für Weizen, Ein Post- und 
Telegraphenamt ist vorhanden, Eine Spurbahn, die von Pferden gezogen 
wird, verbindet den Ort mit der 10 Sm landeinwärts gelegenen Stadt Mundoora, 
von der der meiste Weizen kommt, der. in Port Broughton verschifft wird, 
Nach Kapt. H. Meyer kann die Bahn aber kaum genügend Ladung Iür zwei 
Schiffe heranbringen. Es wird beabsichtigt, diese Bahnlinie zu verbessern und 
Verbindung nach Port Adelaide herzustellen, Jetzt unterhält der Motorsegler 
»Vietor« 14tägige Verbinduny mit Port Adelaide.
	        
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