502 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1911.
3 Sm weit zu sehen sein.) Das Einsteuern in den Hafen bei Nacht ist aber,
ausgenommen bei gutem Wetter, Ortsunkundigen nicht zu empfehlen.
Auslaufen. Kapt. E. Zander schreibt: »Unter normalen Windverhält-
nissen ist es ratsam, beim Verlassen des Hafens abends mit der Landbrise Anker
zu lichten und den Kurs gut frei vom Tipara-Leuchtturm zu setzen, Ist man
über BB-Halsen, gut voll und bei dem Winde segelnd, nach der Westseite des
Golfes hinübergekommen, so kann man mit der Seebrise über St-B-Halsen die
Corny-Huk an der Ostseite des Golfes freisegeln. Man hält sich dann am besten
auf der Ostseite des Golfes, um mit der Landbrise aus demselben hinausliegen
zu können. S. »Herzogin Sophie Charlotte« konnte auf diese Weise den Golf in
22 Stunden durchsegeln.«
Barre. In etwa 5 Sm Abstand von der Küste findet man querab von der
Wallaroo-Bucht 18 und 20 m Wassertiefe mit Sand- und Muschelgrund, Nach
innen zu nimmt die Tiefe schnell ab und es liegt quer vor der Einfahrt zur
Bucht eine ziemlich breite Strecke mit nur 8.2 m (41/, Fad.) und 6.4 m (3*/, Fad.)
Wassertiefe. Innerhalb dieser Barre nimmt die Tiefe dann wieder bis zu 9.6 m
Wasser zu.
Leuchtfeuer. Siehe Leuchtfeuer aller Meere 1911, Heft VII, Tit. IX,
Nr. 2742, 2745,
Lotsenwesen. Eigentliche Seelotsen sind nicht vorhanden, doch kommt am
Tage der Hafenmeister, der zugleich auch als Hafenlotse fungiert, in einem
Segelboote an Bord und bringt das Schiff ein, wenn dieses rechtzeitig genug die
Lotsenflagge zeigt. Es herrscht nur Lotsenzwang für den Hafenlotsen, der
das Schiff vom Ankerplatze nach der Landungsbrücke bringt. Sein Gebiet reicht
nur bis 1 Sm vom Äußeren Ende der Landungsbrücke. Beim Auslaufen der
»Herzogin Sophie Charlotte« verließ der Lotse das Schiff, nachdem es !/„ Sm
von der Landungsbrücke entfernt war. Das Lotsengeld beträgt:
einkommend
1. für den Hafenlotsen für Schiffe unter 500 R-L. 1£ -—“
von 500 bis 1000 R-T. . . - 1 «
von über 1000 R-T. 2000000 2 «
für den Seelotsen für Schiffe bis zu 100 R-T. . 1 «.
von 100 bis 200 R-T. . . . +. 2 « -
für jede R-T. über 200 . . ı,d
Schleppdampfer sind nicht vorhanden, S. »Viduco« wurde von Port Ade-
Jaide von einem dort beheimateten Schleppdampfer für 60 £ nach Wallaroo
geschleppt.
Sturmsignale. Bei Anzeichen schlechten Wetters wird an einem Signalmast
beim Zollamt eine blaue gezackte Flagge gezeigt.
Quarantäne. Ärztlicher Besuch muß abgewartet werden, ehe man mit dem
Lande in Verkehr treten darf. Gesundheitspaß wird stets verlangt, Quaran-
täneeinrichtungen sind nicht vorhanden. Der Gesundheitszustand war während
der Anwesenheit der S. »Viduco« und S, »Herzogin Sophie Charlotte« sehr gut
und es kamen keine klimatischen Krankheiten an Bord vor.
Zollbehandlung ist sehr zuvorkommend. An Schiffspapieren werden
Schiffszertifikat, Ladungsmanifest und Proviantliste verlangt. -
Ankerplatz. Der Ankerplatz in der Wallaroo-Bucht erscheint beim ersten
Anblick‘ ziemlich offen und ungeschützt, Er ist aber nur gegen Winde von
NWzN bis W ungeschützt. Bei Winden aus dieser Richtung steht dann auch der
stärkste Seegang in die Bucht hinein, der aber durch die vor der Einfahrt
liegende Barre etwas gemildert wird; auch kann nicht allzuhoher Seegang auf-
kommen, da die Küste an der Westseite des Golfes nur 30 Sm entfernt liegt.
Gegen westsüdwestliche Winde wird die Bucht durch den Steert im flachen
Wasser geschützt, der nach Süden zu die Fortsetzung der vor der Einfahrt
liegenden Barre bildet. Guten Ankerplatz findet man auf 7,3 m Wasser, von wo
das Außenende der alten Landungsbrücke rw. 117° (0SO), 2 Kblg entfernt peilt.
Weniger tief gehende Schiffe können auch auf 5,5 m Wasser ankern, das Außen-
ende der alten Landungsbrücke zwischen mw. SSO und 8 peilend.