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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1911.
Wallaroo.
Nach Fragebogen Nr. 1681 des Kapt. E. Stolz, S. »Viduco«, vom September 1900; Nr. 4479 des
Kapt. E. Zander, 8. »Herzogin Sophie Charlotte«, vom Januar 1908. Ergänzt nach deutschen und
englischen Quellen. Brit, Adm-Krt. Nr. 2389B, St-Vincent and Spencer Gulfs; Nr. 402 Wallaroo
and Tipara Bavs. Letzte Veröffentlichung »Ann. d. Hydr.« usw. 1891, S. 342.
Wallaroo, früher der einzige Verschiffungsplatz für das aus den um-
liegenden Minen gewonnene Kupfererz, liegt an der gleichnamigen Bucht an der
Ostseite des Spencer-Golfes. Die Bucht ist zwischen der Hughes-Huk im Süden
und der Riley-Huk im Norden 3!/, Sm breit bei einer Tiefe von 11!/, Sm. Ihre
Wassertiefen betragen auf der Verbindungslinie der beiden Huken von !/, Sm
nördlich von der Hughes-Huk bis etwa 1 Sm südlich von der Riley-Huk 7.3 bis
9.1 m, und innerhalb dieser Linie bis zu !/, Sm Abstand von der Küste 9.6 bis
7.3 m. Schiffe bis zu 7 m (23') Tiefgang können die Bucht mit Sicherheit
befahren. Sie liegt ungeschützt gegen West- und Nordwestwinde, aber der Anker-
platz ist gut und sicher. Die geographische Lage des Leuchtfeuers auf dem
Kopfe der neuen Landungsbrücke ist 33° 56’ S-Br. und 137° 37’ O-Lg. Die
Mißweisung für das Jahr 1911 ist etwa 5°O und nahezu stationär.
Landmarken. Die Küste zwischen Kap Elizabeth und der Riley-Huk bietet
für weiter draußen stehende Schiffe nur wenige hervorragende Landmarken.
Sie erscheint in 10 bis 12 Sm Abstand als geradliniger Küstenstrich, dem das
ınit dichtem Gebüsch bestandene Hinterland eine gleichmäßige dunkle Farbe
verleiht. Die einzelnen Gegenstände auf ihr sind niedrig und können erst aus-
vemacht werden, wenn man nahe dabei ist, Bei den häufig auftretenden Nord-
winden wird außerdem das Ausmachen von Gegenständen durch die dann stark
in Erscheinung tretende Luftspiegelung sehr erschwert, die das Bild der Küste
ganz verzerrt und ihr ein völlig anderes Aussehen gibt. Gute Landmarken sind
bei Tage der Leuchtturm auf dem Tipara-Riff und der Schornstein der Schmelz-
werke von Wallaroo. Letzterer, ein viereckiger, aus hellen Steinen erbauter
Turm, erhebt sich inmitten der Anlagen der Schmelzwerke zu 42,7 m Höhe über
Hochwasser und ist bedeutend höher, als das umliegende Land. Er kann auf
beträchtliche Entfernung gesehen werden, namentlich bei Luftspiegelung, wo er
schon aus 20 Sm Entfernung gesehen worden ist; bei stillem Wetter ist der aus
ihm aufsteigende Rauch manchmal sogar schon aus 25 Sm Entfernung zu sehen,
Für nordwestlich von Wallaroo stehende Schiffe bilden die Schmelzöfen, die in
langer Reihe mit der Front nach Nordwesten errichtet sind und von See aus
gesehen, einer starken Batterie mit mehr als 30 Schießscharten ähneln, eine auf-
fällige Landmarke, Bei Nacht können die Feuer der Öfen, von denen eine oder
zwei Türen fast immer offen stehen, auf 6 Sm Entfernung gesehen werden, Im
übrigen dienen bei Nacht das Feuer vom Tipara-Leuchtturm und die Beleuchtungs-
feuer der Wallaroo-Landungsbrücke als Landmarken, Letztere scheinen sehr hell;
sie wurden von Kapt. E. Zander schon auf 12 Sm Entfernung gesehen. Zum
Einsteuern in die Bucht dient das rote Feuer auf der Landungsbrücke als
Anhaltspunkt. Es soll sich aber nach Kapt. E. Stolz nicht gut als Landmarke
zum Einsteuern eignen und nur auf 3 Sm Entfernung zu sehen sein; auch
Kapt. E. Zander berichtet, daß die Leuchtstärke des Feuers stark durch die
helle Beleuchtung der Landungsbrücke beeinträchtigt wird und das Feuer nur
3 Sm weit zu sehen ist. Für Landmarken an der Westseite des Golfes siehe
Germein-Bucht weiter hinten.
An- und Einsteuerung. Wenn man von Süden kommt, steuere man am
Tage so, daß man etwa 8 Sm westlich vom Kap Elizabeth passiert. Ist man auf
dessen Höhe angelangt, so steuere man mit rw. 5° (mw. N)-Kurs außerhalb des
Tipara-Riffes entlang und achte darauf, daß man sich demselben nicht auf
weniger als 12,8 m (7 Fad.) Wassertiefe nähert. Peilt der Leuchtturm auf dem
Riff rw. 117° (mw. OSO), 5 Sm entfernt, so steuere man mit rw. 50° (mw. NO)-
Kurs auf die Wallaroo-Bucht zu. Ist man in deren Nähe angelangt und peilt
der Schornstein der Schmelzwerke rw. 90° (mw. 01!/,N), so kann man mit dieser
Peilung als Kurs in den Hafen hineinlaufen. Man wird auf diesem Kurse 5.9