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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1911,
Sterndistanz- Tafel.
Von Karl Löwe, Schiffsoffizier.
Die im Juli 1910, Heft X dieser Zeitschrift erschienene Sterndistanz-Tabelle
hat in dieser Tafel eine wesentliche Umänderung erhalten, indem in der Tafel
die Distanzen der hellsten Fixsterne untereinander der wachsenden Größe nach
geordnet sind. Diese Tafel ist eine notwendige Ergänzung der Tabelle und er-
leichtert ein schnelles und sicheres Aufsuchen der gemessenen Distanz, wenn bei
bewölktem Himmel dem Beobachter kein Stern dem Namen nach bekannt ist.
Gebrauchsanweisung: Spalte A enthält die mit laufenden Nummern
von 1 bis 35 versehenen Sternnamen; Spalte B die nach der Größe geordneten
Distanzen, in Spalte C stehen für jede Distanz zwei Nummern.
Man mißt mit dem Oktanten oder Sextanten, ohne Fernrohr, die Distanz
zweier heller Fixsterne, welche man für seine Zwecke dem Namen nach wissen
will. Die gemessene Distanz wird auf ein Zehntel Grad abgerundet und nun die
gleiche Größe in Spalte B aufgesucht. Neben dieser Distanz stehen in Spalte C
zwei Nummern, für diese setzt man die in Spalte A zugehörigen Sternnamen ein,
Jetzt mißt man von einem dieser beiden Sterne eine weitere Sterndistanz nach
einem beliebigen, jedoch hellen und bequem zu messenden Fixstern. Die für die
letzte Distanz gefundenen Sternnamen werden mit den Namen der ersten Distanz
verglichen und so erhält man einen Namen doppelt. Dieser Name bezeichnet den
bei beiden Distanzmessungen benutzten Stern, der zuerst gefundene Name be-
zeichnet den Stern der ersten Distanz, der zuletzt gefundene den anderen Stern
der zweiten Distanz. Mithin hat man durch zwei Distanzmessungen drei Sterne
dem Namen nach kennen gelernt und kann diese für die jeweilig anzustellende
Beobachtung verwenden.
Die günstigste Zeit zur Anstellung astronomischer Beobachtungen für die
Orts- oder Zeitbestimmung ist die Morgen- und Abenddämmerung. Man nütze
die Zeit aus, wenn die Sterne genügend hell und der Horizont scharf zu sehen
ist. Das Resultat der dann genommenen Beobachtungen, wie z. B. der berechnete
Schiffsort aus zwei Höhen, sind den Tagesbeobachtungen der vereinzelt dastehenden
Sonne vorzuziehen, weil man durch zwei Standlinien den Schiffsort sofort erhält,
hingegen die Genauigkeit der Ortsbestimmung bei der Sonnenbeobachtung durch
die dazwischenliegende mehrstündige Versegelung beträchtlich verliert,
Beispiel 1. Man mißt die Distanz zwischen den Sternen x und y zu 30,6°,
die Distanz zwischen y und z zu 32.8°.
Spalte B = 30.6° = Spalte * = 24 4-26 \ Also ist X—Y, Y—Z = 1) Benetnasch— Areturus.
B—3289— e& C=—23126 { Spalte A — 24—26, 26—23 = 2) Areturus—8Spica.
Beispiel 2.
Man mißt die Distanz zwischen den Sternen x und y == 36.3°.
x « « « « « « y« Z2 = 58.1°.
In der Tafel stehen neben Spalte B 36.3° in Spalte C = 13 + 14.
* « « « « « B 58.1° « « C — 13 +27,
Das ergibt 1% Distanz x —y = 14 und 13.
„gie « y—z =13 « 27, dafür in Spalte A
die Namen eingesetzt für 36,3° = Sirius— Canopus,
x « 58.1° = Canopus — «a®* Centauri.
Steht bei senkrechter Messung ein Gestirn sehr nahe dem Horizont, dann
muß zur gemessenen Distanz die bei der Tabelle angegebene Korrektion addiert
werden; weil Sterne, welche sehr nahe dem Horizont stehen, durch die Refraktion
scheinbar gehoben werden und man dadurch bei senkrechter Messung die Distanz
um den Betrag der Refraktion zu klein gemessen hat,