accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Liepe, H.: Temperaturschwankungen der Meeresoberfläche von Ouessant bis St. Paul-Fels. 485 
Allerdings müßten wir dabei eine Verzögerung der Windwirkung des 
SO-Passates auf die Oberflächentemperatur jener Station um ein Jahr annehmen, 
was aber in bester Übereinstimmung mit dem stehen würde, was Hepworth in 
der oben erwähnten Arbeit angibt: »A relation may be traced between depar- 
tures from the average in the velocities of the North-East and South-East Trades 
in any one year, and deviations from the normal in the distribution of surface 
temperature of the North-Atlantie in the succeeding year.« 
Weiter möchte ich auf die Kongruenz der Kurve mit denen hinweisen, die 
Engeler auf Grund seiner Resultate entworfen hat. Ich meine Kurve Va,b,c 
des Englischen Dampferweges Kapstadt—Europa, für deren Verlauf er ja auch 
als Hauptursache die wechselnde Stärke des SO-Passates annimmt. Vor allem 
ist es Kurve Vb, die die größte Ähnlichkeit zeigt. In der meinen wie der 
Engelers sehen wir die Kurve während 1891 bis Anfang 1894 (von kleineren 
Abweichungen abgesehen) sich unter der Normalen bewegen, um sich dann — 
in der Mitte des Jahres 1894 macht sich im Temperaturgange von Station 8 
noch eine negative Anomalie bemerkbar, die auch in der Kurve Engelers an- 
gedeutet ist — bis 1897 (inclusive) über der Normalen zu halten, Nur einige 
Monate von 1896 weisen zu kaltes Wasser auf, bis dann erst 1898 wieder in der 
Benguelaströmung lang andauernde und außerordentlich kräftig ausgebildete 
negative Anomalien auftreten, die auch in Station 8, doch hier schwächer und 
nur drei Monate andauernd, sich bemerkbar machen. 
„Fassen wir zum Schluß noch einmal die für die unperiodischen Schwan- 
kungen der Meeresoberfläche verantwortlich gemachten Ursachen zusammen, so 
konstatierten wir als solche für die der drei nördlichen, außerhalb des Passates 
gelegenen Stationen die wechselnde Windrichtung, die sich noch in demselben, 
beziehungsweise im nächsten Monat in der Oberflächentemperatur ausprägt. Die 
Windstärke wirkt hierbei als verstärkender, weniger als kausaler Faktor. Da- 
gegen tritt letztere für die der innerhalb des Passates gelegenen Stationen in 
erster Linie als Ursache auf, da die Richtung der Passate im allgemeinen als. 
ziemlich konstant angesehen werden darf, Dabei äußert sich die Wirkung der 
wechselnden Stärke des NO-Passates im nächsten oder übernächsten Monat, die 
des SO-Passates erst im folgenden Jahr auf die Oberflächentemperatur der 
betreffenden Stationen. 
Einfluß der Abschließung der Zuiderzee auf die Flutgröße außerhalb 
der Abschließung. 
Eine der wichtigen Fragen, die seit langer Zeit der Niederländischen 
Regierung vorliegen, ist die Abschließung und Trockenlegung der Zuiderzee, 
die bereits seit dem Jahre 1849 die Öffentlichkeit beschäftigt, um eine neue 
Provinz der See abzuringen und die Volkswirtschaft zu heben, Der älteste Plan 
von v. Diggelen vom Jahre 1849 umfaßte eine Abschließung der ganzen Zuiderzee 
hinter den Nordseeinseln, also eine Verbindung dieser mit dem Festlande, doch 
führten die damit verbundenen, zu den Vorteilen nicht in richtigem Verhältnis 
stehenden, fast unüberwindlichen Schwierigkeiten dazu, diesen Plan wieder fallen 
zu lassen. Der im Jahre 1866 von Beyerink eingereichte Entwurf beschränkte 
sich auf eine Abschließung von Enkhuizen über die Insel Urk nach der Ketel- 
mündung und auf die Trockenlegung der dadurch abgeschlossenen Wasserfläche. 
Nach Ablehnung dieses Planes seitens der Regierung bildete sich im Jahre 1877 
die sogenannte Zuiderzee-Vereinigung zwecks Ausarbeitung eines neuen Entwurfs 
auf Grund weiterer und eingehenderer Untersuchungen. 
Das Ergebnis der Arbeiten dieser Vereinigung ist die Abschließung der 
Zuiderzee von der nordholländischen Küste bei van Ewyksluis über die Insel 
Wieringen nach der friesischen Küste bei Piaam. durch einen 29.3 km langen 
Damm mit Entwässerungs- und Schiffahrtsschleusen auf der Insel Wieringen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.