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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1911.
Normalwerte der Wassertemperatur in den $ Stationen,
Monat
Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember
2
“8
0,8
1.4
12,6
4,8
66
7.6
6.9
141,8
13.2
129
nn ia im ll vl
„3.2 16,3
12.9 15.7
13.0 15.6
13.5 16.0
14.6 17.1
16.3 | 188
17.6 20.6
17.8 21.5
18.0 21.8
16.7 20.7
15.6 19.0
14.3 174
18.0
17.4
17,3
17.8
18.5
20.5
21,2
22.1
22.6
2.1
20,7
190
‚45
9.1
19.3
19.6
20.1
21.1 |
21.9 |
22.9
23.2
23.1
22.0
205
|
VI |
20.9
205
205
20.7 |
212
21.9 |
231
25.1
25.8
25,6
242
9 q
vun | vun
25.5
25.2
25,3
25.4
25.7 |
265
26.5
26.3
27,0
7A
27.2
265
26.6
26.6
27.0
27.2
27.3
26.8
26.4
26.0
26.1
26.5
26.7
267
1903 gibt uns dann wieder das Bild eines ausgeprägt kalten Jahres, nur
zu Anfang desselben sehen wir die Temperatur sich über die normale erheben.
Auch hier können wir wieder die Winde als Ursachen ansehen,
Kräftige südwestliche Winde des Januar und Februar halten die Tem-
peratur zu Anfang des Jahres über der normalen, weichen jedoch im März über-
aus starken Winden nordwestlicher Richtung, die über den ganzen Ozean hin-
wehen und den Gang des Golfstromes äußerst hemmend beeinflussen, weswegen
auch die bei der Station 1 herrschenden Winde westlicher bis südwestlicher
Richtung die Temperatur des Oberflächenwassers nicht erhöhend beeinflussen
können. Jene nordwestlichen Winde in Verbindung mit denen des Mai und
Juni — der April weist wie der Juli und August annähernd normale Verhält-
nisse auf — werden für die Oberflächentemperatur bestimmend, um so mehr,
als mit Ausnahme des Oktobers, wo starke W-Winde die Temperatur wieder in
die Höhe schnellen lassen, auch in den übrigen Monaten des Jahres nördliche
bis nordwestliche Winde vorherrschend sind.
Wie 1889, 1890 mag auch 1903 das Auftreten ungewöhnlich reicher Mengen
von Treibeis und Eisbergen im Labradorstrom*!) in Verbindung mit den Winden
nordwestlicher Richtung die Ausbildung einer so stark gekennzeichneten nega-
tiven Anomalie der Temperatur jener Stationen begünstigt haben. Auch
Dickson?®) scheint die Wirkungen der Wasser schmelzenden Eises größere Wir-
kungen zuschreiben zu wollen. Bei seiner Untersuchung der Temperaturverhält-
nisse der Meeresoberfläche der Jahre 1896 und 1897 schreibt er die hohen Tem-
peraturen des größten Teiles des Jahres 1896 der weiten nordöstlichen Er-
streckung der atlantischen Antizyklone zu. Jene »led to increased strength in
the European stream, resulting in the delivery of unusually large quantities of
warm water by the Norwegian stream with subsequent excessive melting of
Polar ice. Hence at the end of 1896 the northern seas were covered with water
below the average temperature« usw. Übrigens stimmen seine Resultate ausge-
zeichnet mit den meinigen überein, auch hier sehen wir in dem durch relativ
warmes Wasser ausgezeichneten Jahre 1896 gegen Schluß desselben negative Ano-
malien sich bemerkbar machen.
Diese an 5 charakteristischen Jahren gegebenen Beispiele für die Wir-
kung der im östlichen nordatlantischen Ozean vorwiegend herrschenden Winde
mögen genügen, um für die übrigen gleiche Ursachen anzunehmen. Wir er-
kennen, daß in erster Linie die Richtung der Winde, in zweiter erst
die Stärke derselben für den Gang der Temperatur ausschlag-
gebend werden,
Was nun die Zeit anbetrifft, in der sich die wechselnde Windrichtung in
der Oberflächentemneratur bemerkbar macht, so erkennen wir aus folgenden
1) Schott. Die große Eistrift bei der Neufundlandbank und die Wärmeverhältnisse des
Meerwassers im Jahre 1903. »Ann. d. Hydr. usw.« 1904.
2) Dickson. On the circulation of the surface waters of the North Atlantic Ocean, London,
‚Royal Society«, 1901. S. 114.