accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

‚65 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1911. 
Was die einzelnen Instrumente anbetrifft, so ist zu bemerken, daß die 
Schraube bei den Sigsbee Schöpfern durch den Rückwärtsgang des Propellers 
festgezogen wird. Wir haben dem Übelstand hier durch einen kleinen Stift am 
unteren Ende der Schraube abgeholfen, der gegen einen anderen Stift anschlägt, 
ehe die Schraube völlig herausgedreht ist, Bei dem Kipprahmen von Seemann 
wurde die Thermometerhülle am oberen Ende mit einem Bleiring versehen, 
damit sie besser in die Sicherung einschnappte. Auch die Buchanan-Lot- 
spindeln erhielten eine kleine Anderung, damit sie nicht, wie es vorgekommen 
war, nach der falschen Seite umschlugen und das Fallgewicht nicht abfiel. 
Die Lotungen westlich Sao Miguel sollten im Zusammenhang mit 
einer Serie dem Studium der Temperatur-, Salzgehalts- und Sauerstoffverteilung 
im Monaco-Kessel dienen. Wir begannen mit einer Lotung am 6. Juni, die im 
südlichen Teil des Kessels gelegen, 2932 m Tiefe ergab mit einer Boden- 
temperatur von 4.56°, die nur um */,,o° höher ist, als diejenige der größten Tiefe 
von 3327 m im nördlichen Teil des Kessels, Bei der sich anschließenden Serie 
nahm ich zum Schluß die Schöpfer hintereinander an die Litze, die in die Tiefen 
von 1100, 2100 und 2500 m versenkt wurden, Infolge Vertreibens des Schiffes 
mit stark West setzendem Strome gerieten die Schöpfer auf Grund und 1900 m 
Drahtlitze, 3 Schöpfer und 5 Thermometer gingen verloren. Nachdem das 
Schiff zu magnetischen Bestimmungen gedreht worden war, loteten wir in an- 
genäherter Schlußposition der Serie 1631 m. Nach der Azoren-Karte von Thoulet 
waren solche geringe Tiefen hier nicht zu erwarten, dagegen war, wie sich 
später zeigte, auf der englischen Seekarte hier eine Untiefe von nur 145 Faden 
eingezeichnet. Weiter westwärts auf die vom »Challenger« gemessene Tiefe von 
1871 m zu lotend, hatten wir zunehmende Tiefen bis 2379 m. Es ergibt sich 
hiernach, daß das Bodenrelief viel komplizierter ist, als es nach der Thouletschen 
Karte erscheint. Wahrscheinlich steht unsere Tiefe von 2379 m mit den größeren 
Tiefen des Kessels in Verbindung. Bei der am nächsten Tage ausgeführten 
Serie (Stat. 33), die technisch große Schwierigkeiten bot, erhielt ich folgende 
Temperaturen: 1500 m: 5.89%, 2000 m: 5.57°, 2500 m: 4.62%, 2800 m: 4.,54°, 
3261 m (Lotung): 4.55%. Dies führt zu dem vorläufigen Ergebnis, daß der 
Zutritt des Wassers zu den Tiefen des Kessels gehemmt ist durch eine Schwelle 
von etwa 1500 m mittlerer Tiefe (dieser Tiefe entspricht nach einer südlicher 
gelegenen Station ungefähr die Temperatur von 5.6 bis 5.9°), die aber Unter- 
brechungen mit größerer Tiefe aufweist, durch welche Wasser mit einer anderen 
Schwellentemperatur Zutritt hat. Die hohen Sauerstoffbefunde in den ab- 
geschlossenen Tiefen (5.60 ccm in 2000 m, 5.44 ccm in 3261 m) können vorläufig 
noch nicht erklärt werden. Eine sichere Lösung der schwierigen Frage wird 
sich wohl nur ermöglichen lassen, wenn das Relief besser ausgelotet ist; eine 
neue Karte wird übrigens nach den Mitteilungen von Herrn Chaves, dem 
Direktor des meteorologischen Dienstes auf den Azoren, in Kürze erfolgen. 
Systematische Untersuchungen über jahreszeitliche und jährliche Schwankungen 
der Temperatur und des Salzgehalts in den obersten 1000 m werden von Herrn 
Chaves schon seit geraumer Zeit angestellt. 
Die Lotungen von Ponta Delgada bis Pernambuco. Die Stationen 
Nr. 34 bis 39 liegen in der nordafrikanischen Mulde und erreichen Tiefen bis 
zu 5990 m. Die Temperatur der größten Tiefen hier beträgt 2.45 bis 2,.50°, der 
Salzgehalt 34.9% . Mit Lotung 40 wurde der Ostabhang der Schwelle, mit 
Lotung 41 das Rückgrat mit 2925 m Tiefe erreicht. Bis 12'/,° N-Br, verfolgen 
unsere Lotungen sodann die Schwelle, indessen die Stationen 49 bis 54 der 
Tiefsee angehören, die zwischen dem Brasil- und Nordamerikanischen Becken 
gelegen ist, Temperatur ’(1.7°) und Salzgehalt (34.8%,7) des Bodenwassers 
ergaben, daß dies aus den südlichen Breiten stammt, wobei jedoch zu bemerken 
ist, daß die Temperatur etwa 1° CC. und der Salzgehalt etwa 0.1°% 9 höher ist 
wie in 5° S-Br. (vgl. Station Nr. 66). Besonderes Interesse erwecken sodann die 
Stationen 55 bis 57, die die Lage der atlantischen Schwelle in diesem bislang 
ganz unerforschten Gebiet feststellen (allerdings weit östlicher wie bislang an- 
genommen), so daß im Zusammenhang mit unseren nördlicher liegenden Lotungen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.