Ladeplätze an der Südwest- und Nordwestküste von Thasos,
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das Hinterland allmählich ansteigt. An diesen flachen Strand schließt sich im
Osten eine steile, nach Süden vorspringende Felswand an, auf welcher das
Kontorhaus der Firma Speidel steht, das weithin sichtbar ist. Weiter nach
Osten tritt diese Felswand wieder etwas zurück und bildet dort eine kleine
Bucht, an der sich am steilen Abhang sämtliche Minenanlagen befinden. Östlich
von der Minenanlage steht auf dem höchsten Hügel ganz allein ein augenfälliges
Haus, das Pulverhaus der Firma,
Landmarken bildet die Insel Thasos selbst mit ihren Erhebungen und
Küstenvorsprüngen, insbesondere das Kap Kephalo und die der Südspitze der
Insel vorgelagerte kleine Insel Panagia. Für die Auffindung des Ankerplatzes
bildet besonders das bereits erwähnte Kontorhaus der Firma Speidel eine gute
Landmarke. . m
Ansteuerung. Nachdem man mit Hilfe der vorhandenen Landmarken sich
der Südwestküste der Insel Thasos so weit genähert hat, daß man sich annähernd
in der Verbindungslinie Kap Kephalo — Insel Panagia befindet, bringe man das
große alleinstehende Kontorhaus in‘ mw. N’'/„W-Peilung und halte darauf zu, bis
man 11m (6 Faden) Tiefe findet. Dann peilt ein kleines, allein links vom Dorfe
stehendes Haus mit Türmehen mw. NW!/,W. Man ankert dann in der Nähe der
Landungsbrücke, Kapt. Mahncke schreibt: »Von den Dardanellen kommend,
passierten wir die Insel Panagia in 1 Sm Abstand. Darauf hielten wir Kap
Kephalo etwas an Backbord und steuerten so, bis die Villa Speidel N peilte,
worauf der Kurs geändert und direkt auf die Ladebrücke zu gesteuert wurde,
die Villa Speidel ein wenig an Backbord haltend. Wir ankerten recht vor der
Brücke, etwa 2 Kblg davon entfernt auf 16 m (8%, Faden) Wassertiefe,
Leuchtfeuer und Lotsen sind nicht vorhanden.
Schleppdampfer sind zwei vorhanden, ein Dampfer und ein Motorboot. Sie
dienen besonders zum. Schleppen der Leichter, doch fährt der Dampfer auch
zweimal wöchentlich nach Cayalla (Kavala) zur Beförderung der Post. .
Quarantäne- und zollamtliche Behandlung. Es ist. eine türkische Behörde am
Orte. Bei der Ankunft eines Schiffes kommt ein Boot dieser Behörde an Bord,
um die für die Einklarierung nötigen Dokumente abzuholen, Verlangt wird stets
ein Gesundheitspaß. Im übrigen sind die Förmlichkeiten ziemlich einfach, weil
die Schiffe gewöhnlich von einem anderen türkischen Hafen kommen.
Die Reede und Landungsanlagen. Die Reede ist eine offene Seereede; sie
liegt gegen Winde von S bis WSW gänzlich ungeschützt, und bei stürmischen
Winden aus diesen Richtungen muß man die Reede verlassen, Da aber nörd-
liche Winde vorherrschen, so liegen die Schiffe auf‘ der Reede meistens gut,
Die Wassertiefen sind bis nahe an die Küste groß, jedoch findet man dort,
wo die Küste steil und felsig ist, in geringem Abstande von ihr 4 Faden (7.3 m)
Wassertiefe, während man in gleichem Abstande von dem flachen Strande nur
2 Faden (3,7 m) Tiefe findet, Strom wurde auf der Reede nicht. bemerkt. .
Eine eiserne Landungsbrücke ist bei dem steilen Küstenabhange, wo
sich die Minenanlagen befinden, ins Meer hinaus gebaut. Sie dient besonders
zur Verschiffung des Erzes in Leichter, mittels welcher das Erz an Bord der
Seeschiffe gebracht wird, Die Brücke ist mit den Schuppen für Erzlagerung
durch Schienengleise verbunden, Das Erz wird auf Kippwagen bis zu der auf
der Brücke vorhandenen Schütte gebracht und dort in die in den. Leichtern
befindlichen Tuben geschüttet, von denen die Leichter je 12 von je 10 bis 12 Tons
Fassung haben. Die Leichter werden dann längsseit der Schiffe geschleppt. -
Das Übernehmen der Ladung geht bei gutem Wetter ziemlich rasch. An
einem Tage können mit 2 Gängen 500 Tons übergenommen werden, Die Tonne
Erz nimmt etwa 30 Kubikfuß (etwa 0.85 cbm) Raum ein. Kosten und Risiko der
Leichterverschiffung trägt die Firma Speidel. Die Beladung des D. »Achaia«,
die in der Zeit vom 18, bis 24, August erfolgte, wurde durch Witterungsverhält-
nisse nicht unterbrochen, Der D. »Thasos« hielt sich vom 19. bis 21. und vom
24. bis zum 28, Juni dort auf, In der Zwischenzeit befand er sich auf der
Reede von Sotiros an der Westküste der Insel, ebenfalls Erz ladend.