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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1911. 
Das Wetter im Winter 1910/11. 
Zum ersten Male erschien stärkerer und verbreiteterer Frost an den letzten 
Tagen des Monats Oktober. Ganz Schweden von Stockholm nordwärts sowie 
Finnland hatten am 31, Oktober zwischen 2 und 12 Grad Kälte. Eine tiefe atlan- 
tische Depression führte jedoch am folgenden Tage der Ostsee wärmere Luft zu, 
und erst am 5. November konnte man wieder von stärkerem, verbreitetem Frost 
im Nordbotten sprechen. Eine neue Depression bewirkte aber am 8. November 
so viel Erwärmung, daß vom 9, bis 11. Finnland fast ganz frostfrei war, Nach 
ihrem Abzuge trat jedoch am 12. wieder intensiver Frost ein, der am 13. in 
Hernösand 16 Grad betrug. Diese Kälte hielt bis zum 14. an, wo sich wiederum 
ein tiefes atlantisches Minimum näherte und so nachhaltige Erwärmung im 
Gefolge hatte, daß Finnland vom 17. bis zum 21. November frostfrei blieb. Nun- 
mehr erschien jedoch über Nordosteuropa ein Hochdruckgebiet, das wieder Frost, 
wenn auch nur von mäßigem Grade, im Gefolge hatte, der bis zum 8. Dezember 
in Finnland bestehen blieb, wo eine vom Norwegischen Meere nach dem Weißen 
Meere fortschreitende Depression vorübergehend Tauwetter herbeiführte,. Nach 
ihrem Abzuge stellte sich am folgenden Tage eine neue bis zum 16. Dezember 
reichende Frostperiode mit teilweise sehr tiefen Temperaturen ein, der am 17, 
eine mit ihrem Minimum über dem Norden erschienene Depression ein Ende 
machte; Finnland und Skandinavien hatten Tauwetter bis zum 20, Dezember, das 
während des Vorüberganges eines Hochdruckrückens am 21. und 22, durch 
mäßigen Frost abgelöst wurde, Am 23, trat im Gefolge einer nachfolgenden 
Depression abermals Erwärmung über den Gefrierpunkt ein. Von jetzt ab hielt 
sich das Frostwetter bis zum 8. Januar. Besonders tiefe Temperaturen stellten 
sich am 28., 29. und 31. Dezember sowie vom 3. bis 6. Januar ein, wo das Öst- 
liche und südöstliche Ostseegebiet unter den Einfluß eines Hochdruckgebietes 
kam, das bis zum 6. bzw. noch zum 7. Januar bestehen blieb. An diesem Tage 
führte eine Depression milderes Wetter herbei, das bis zum 9. anhielt. 
Nunmehr wurden die Störungen des Frostwetters im Gebiete des Nord- 
bottens geringfügiger und der Frost intensiver; vorübergehend trat Tauwetter 
während des Monats Januar nur noch am 16,, 20. und 25. ein. Die tiefsten 
Monatstemperaturen brachte der 30. im Gefolge eines Hochdruckgebietes, das 
über Finnland Temperaturen von mehr als 20 Grad bewirkte. 
Im Februar herrschte Tauwetter nur am 4, und der Frost betrug häufig 
mehr als 20 Grad. 
Im Monat März war der Frost im großen und ganzen gelinder, und Unter- 
brechungen durch Tauwetter ereigneten sich wieder etwas häufiger. Letzteres 
war der Fall am 1., 2, 11. bis 13., 27. und 31. An diesem letzteren Tage führte 
eine im hohen Norden vorüberziehende und mit einem Ausläufer bis zur west- 
lichen Ostsee reichende Depression überall verhältnismäßig starke Erwärmung 
herbei; das ganze Ostseegebiet hatte Temperaturen von -weit über Null Grad, 
Im Monat April stellten sich im Gefolge ozeanischer Depressionen nach- 
haltige Tauwetterperioden ein, vorübergehend am 2,, 7. bis 9., dann vom 11. bis 12,, 
vom 14. bis 18, und vom 19. bis zum Monatsschluß, Die durchgreifendste Er- 
wärmung hatte eine fast das gesamte Mittel- und Nordeuropa bedeckende De- 
pression am 283. April im Gefolge, wo morgens 8 Uhr im Gebiete des Nordbottens 
Temperaturen von 6 bis 9 Grad beobachtet wurden. Der Frost war fast im 
ganzen Monat sehr gelinde; er betrug nur wenige Grad unter Null. Nur vom 
4, bis 6. wurden morgens 8 Uhr teilweise Temperaturen von mehr als 10 Grad 
unter dem Gefrierpunkt festgestellt, Sie können als die Nachwehen des Winters 
bezeichnet werden, die auf der Rückseite eines nach Rußland abziehenden 
Minimums bei lebhaften nördlichen Winden eintraten. Im Monat Mai wurde nur 
noch ganz vereinzelt leichter Frost beobachtet, 
NH. Die Eisverhältnisse in den dänischen Gewässern. 
Wie in den Vorjahren, so wurden auch in diesem Jahre wieder die Eis- 
verhältnisse in den dänischen Gewässern vom dänischen Meteorologischen Institut 
bearbeitet und unter dem Titel: Isforholdene i de danske Farvand i Vinteren 
1910-—1911 veröffentlicht.
	        
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