Ann, d. Hydr. usw., XXXIX. Jahrg. (1911), Heft IX,
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Die: Eisverhältnisse des Winters 1910/11 in den außerdeutschen
Gewässern der Ostsee sowie an der holländischen Küste.
I. Die Eisverhältnisse in den russischen und schwedischen Gewässern.
Den Veröffentlichungen über die Eisverhältnisse der vorangegangenen
Jahre, wie sie in dieser Zeitschrift gegeben worden sind, schließt sich die
folgende Übersicht über die Eisverhältnisse während des letzten. Winters an.
Aus Gründen einer leichteren Vergleichbarkeit wurden wesentliche Änderungen
in der Bearbeitung des vorliegenden Beobachtungsmaterials nicht vorgenommen.
Die von den einzelnen Instituten übersandten tabellarischen Zusammenstellungen
wurden wieder ganz oder im Auszuge abgedruckt, um so einen schnellen Über-
blick über die Eis- und Schiffahrtsverhältnisse in den betreffenden Gewässern
zu ermöglichen. Auch wurden bei deren Besprechungen Zeitungsmeldungen
herangezogen, um ein anschaulicheres Bild zu gewinnen.
A. Schluß der Schiffahrt.
1. Nordbotten. Betrachten wir zunächst den nördlichen Teil des Nord-
bottens, wo die Häfen am frühesten zuzugehen pflegen, so erfolgte der Zugang
der Häfen von Solmis, Räneä, Luleä, Pitei und Skelleftea in der Zeit vom 21.
bis 25, Oktober, Segelschiffe konnten nur noch einige Tage einlaufen mit Aus-
nahme des Hafens von Piteä, wo dies bis zum 5. November möglich blieb. Da-
gegen konnten Dampfer noch bis Anfang November fahren. Am frühesten,
nämlich bereits am 1. November, wurde für die Schiffahrt Räneä, einer der nörd-
lichsten Häfen, geschlossen, am spätesten der weit südlich im Bereiche des nörd-
lichen Nordbottens gelegene Hafen von Ratan, nämlich am 28. November, der
benachbarte Hafen von Umeä jedoch bereis am 12, November. Die Eisdicke be-
trug in den verschiedenen Häfen meist etwa 60 bis 90 cm. Nach einer Zeitungs-
meldung war der Distrikt von Haparanda am 15. November gesperrt.
Ahnliche Eisverhältnisse wurden von der Finnischen Seite des Nord-
bottens gemeldet. Der Hafen von Uleäborg ging am 1. November zu, derjenige
von Jakobstad am 8. Die Dampfschiffahrt konnte am längsten im Hafen von
Wasa aufrecht erhalten werden; denn erst am 9. Dezember wurde von dort
Schluß der Schiffahrt gemeldet,
Die Eisverhältnisse im südlichen Teile des Nordbottens gestalteten
sich naturgemäß günstiger als im nördlichen Teile. Dies machte sich schon im
Hafen von Holmsund bemerkbar, der von den in diesem Abschnitt zu besprechenden
Häfen der.schwedischen Seite des Südbottens am weitesten nördlich liegt, Wenn-
gleich sich der Hafen schon etwas früher, nämlich bereits am 7, November, mit
Eis bedeckte als derjenige von Ratan am nördlichen Nordbotten, so konnten doch
Dampfer weit länger ein- und auslaufen, nämlich bis zum 10. Dezember, was in
Ratan nur bis zum 28. November, in dem benachbarten Umeä sogar bloß bis zum
12. November möglich war. Schreiten wir weiter nach Süden, bis nach Gefle,
dem südlichsten Hafen, fort, so kann man ein allmähliches Vorrücken des Datums
der Beendigung der Schiffahrt feststellen; zu Omsköldvils trat dies am 17, zu
Hernösand am 31, Dezember, zu Sundsvall sogar erst am 138. Januar, zu Hudiksvall
am 4, Januar ein, während in den Häfen von Söderhamn und Gefle die Schiff-
fahrt bis zum 25. bzw. 26. Januar möglich blieb.
Es verlohnt sich, vergleichsweise einen Blick auf die Eisverhältnisse dieser
Häfen im vorangegangenen Winter zu werfen. Wie aus der tabellarischen Über-
sicht über die Eis- und Schiffahrtsverhältnisse in schwedischen Gewässern auf
Seite 471 des vorigen Jahrganges dieser Zeitschrift hervorgeht, wurde damals
die Schiffahrt in den nördlichen Häfen des Nordbottens zu einem im großen
Ann. d. Hydr. usw. 1911, Heft IX.