156 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1911.
Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-
stärke (Beaufort}
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Nach dem Abzuge der Depression im Osten drang vom Ozean her ein
neues umfangreiches Tiefdruckgebiet ostwärts vor, währenddessen das Hoch-
druckgebiet über Westeuropa ostwärts gedrängt wurde und bei seiner Wanderung
über den Kontinent hin dem deutschen Küstengebiet aufheiterndes, trockenes
Wetter brachte, das jedoch schon am Abend des 17, wieder umschlug, da das
Küstengebiet alsdann in den Bereich der ozeanischen Depression gelangte: Diese
letztere blieb über West- und Zentraleuropa bis zum 20. liegen und hatte, mit
Ausnahme des äußersten Ostens, überall starke Niederschläge und Gewitter zur
Folge; dieser Teil des Küstengebietes hatte bei Winden, die aus dem über
Rußland gelegenen Hochdruckgebiet in die Depression hineinwehten, heiteres und
trockenes Wetter.
Während nun vom Atlantischen Ozean eine neue, sehr umfangreiche und
kräftige Depression herannahte, verlagerte sich am 21. ein über Südwesteuropa
gelegenes Hochdruckgebiet ostwärts und brachte, über den Kontinent hinziehend,
dem deutschen Küstengebiet am 21. und 22. meist trockenes und wärmeres
Wetter, das im äußersten Osten bis zum 25, anhielt, wogegen die westlicheren
Teile der Küste unter dem Einfluß des Tiefdruckgebietes regnerisches Wetter
erhielten. Das Minimum des letzteren hielt sich bis zum 26. über der Gegend
der Nordsee und verlagerte sich erst am 27. nordostwärts, während von Süd-
westeuropa ein Hochdruckgebiet sich über den Kontinent ausbreitete und ein
neues Tiefdruckgebiet über Nordwesteuropa erschien. Letzteres drang schnell
astwärts vor und brachte dem deutschen Küstengebiet bis zum Monatsschluß
anhaltendes regnerisches Wetter. Die höchsten Monatstemperaturen traten an
der Nordseeküste vom 4. bis 6., an der Ostseeküste vom 24, bis 26. ein; sie er-
reichten eine Höhe von 925 bis 31°.
Rüg.
Neuf. | 15
Mem. 5
4
Berichtigung.
In der Textfigur: Reiseweg der »Deutschland«, Mai 1911, auf S. 350 »Ann. d, Hydr. usw.« 1911
sind versehentlich die Längengrade falsch angegeben, indem der Meridian von Greenwich mit 10° an-
statt mit 0° bezeichnet ist und entsprechend auch die anderen Meridiane,
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei
Berlin SW, Kochstraße 68—71.