Kleinere Mitteilungen.
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3. Sammlung der Beobachtungen von Himmelserscheinungen, Die Vereini-
gung von Freunden der Astronomie und kosmischen Physik erläßt folgenden Aufruf,
‚Die wissenschaftliche Forschung hat auf dem Gebiete der Astronomie und kos-
mischen Physik ein immer dringenderes aber auch für das gesamte Kulturleben
immer bedeutsameres Bedürfnis nach Helfern aus allen Lebenskreisen, da es
eine Reihe von sehr wichtigen und interessanten Erscheinungen in den fernen
Himmelsräumen, wie auch in den oberen atmosphärischen Regionen gibt, für
welche von der geringen Zahl der astronomischen Fachmänner und der Stern-
warten nur Vereinzeltes oder Unvollständiges geleistet werden kann, Verlaufen
doch diese Erscheinungen vielfach so, daß sie nur bei gleichzeitiger und über
weite Räume verteilter Ausschau möglichst vieler Beobachter tiefer erforscht
werden können.
Die Vereinigung von Freunden der Astronomie und kosmischen Physik
wendet sich deshalb mit der Bitte um Mitarbeit an alle, welche sich in den ver-
schiedensten Tages- und Nachtzeiten im Freien aufzuhalten pflegen und sich
dabei des Ausblickes auf den Himmel mit Interesse und einigem Verständnis für
die dortigen Vorgänge erfreuen, insbesondere an die Lehrer aller Unterrichts-
stufen, die Geistlichen aller Bekenntnisse, an alle mathematisch oder natur-
wissenschaftlich speziell Vorgebildeten, wie Ärzte, Tierärzte und Apotheker,
Uhrmacher, Bau-, Eisenbahn- und Bergbeamte und Techniker aller Art, Militärs,
Land- und Fortwirte, sowie Geschäftsleute verschiedenster Art, Natur- und
Sportsfreunde aus allen Berufskreisen, wesentlich auch an die Luftfahrer, sowie
in besonderer Weise an die gebildeten Deutschen in den Kolonien, überhaupt in
den. andern Erdteilen und auf Seereisen und bittet sie, ihre Adressen zwecks
näherer Information und Verständigung an F. Dümmler, Berlin W 30, Rosen-
heimerstraße 12, zu senden. ,
Eingehende mathematische Kenntnisse werden bei solcher Mitarbeit nicht
vorausgesetzt; doch soll das Verständnis der Erscheinungen und die daraus
hervorgehende tiefere Freude an denselben durch das Zusammenwirken in be-
sonderer Weise gepflegt werden.« ;
Dem Wunsche der Vereinigung zur Verbreitung dieses Aufrufs durch
Veröffentlichung in »Ann. d. Hydr. usw,« beizutragen ist hiermit gern Rechnung
getragen worden, da die seefahrenden Kreise. ganz besonders Gelegenheit haben
werden und berufen zu sein scheinen, die Bestrebungen der Vereinigung zu
unterstützen. Es mag jedoch dabei betont werden, daß es der Wunsch der
Schriftleitung der »Ann, d. Hydr. usw.« ist: es mögen die Mitteilungen außer-
gewöhnlicher Vorgänge, die auf See beobachtet werden, an »Ann, d. Hydr. usw.«
durch die Mitarbeit an der Sammlung der Vereinigung nicht beeinträchtigt
werden.. Handelt es sich doch bei der Sammlung der Vereinigung in erster
Linie um Angaben bereits bekannter Erscheinungen, deren zusammenfassende
Bearbeitung gefördert werden soll, während »Ann, d. Hydr. usw.« als Zeitschrift,
sich naturgemäß auf die Veröffentlichung ungewöhnlicher Erscheinungen und
Vorgänge heschränken muß. . Hr.
4. Der Beginn der österreichischen Terminfahrten im Adriatischen
Meere. Im Oktoberheft 1911 dieser Zeitschrift war nach einem Aufsatz von
Professor Brückner in Wien über die geplante österreichisch-italienische Unter-
suchung des Adriatischen Meeres berichtet worden. Ende Februar haben nun-
mehr diese Fahrten begonnen. Da die erste Fahrt der Österreicher einen
Einblick in die ganze Organisation gewährt und auch schon einige wichtige
Ergebnisse gezeitigt hat, so soll hier ein kurzer Bericht nach einem Aufsatz
Brückners in den Mitteilungen der k. k. Geographischen Gesellschaft in Wien
(1911 S. 193 ff.) und einer Mitteilung Grunds in der Zeitschrift der Gesellschaft
für Erdkunde zu Berlin (1911 S. 262 ff.) gegeben werden,
Als Fahrzeug war von der Kriegsmarine der Dampfer »Najade« — 560 t
groß — zur Verfügung gestellt, der allerdings erst umgebaut werden mußte.
Es wurden Kabinen eingebaut und auf Deck ein Laboratorium errichtet. An
der Reeling wurden vier kleinere Handwinden und, weiter mittschiffs eine
große elektrische Winde angebracht. Zum Loten und zur Serienarbeit dienten