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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1911.
Kleinere Mitteilungen.
i. Funkentelegraphische Wetternachrichten an Schiffe auf dem öst-
lichen Teile des Nordatlantischen Ozeans. Vom 15, Juli d. J. wird von der
funkentelegraphischen Station des Eiffelturmes in Paris eine vom Bureau Central
Meteorologique de France zusammengestellte Depesche abgegeben werden, die die
auf dem Atlantischen Ozean nach Europa fahrenden Schiffen über die Wetter-
lage unterrichten soll, Diese Depesche wird sich unmittelbar an die Zeitsignale
L1b V (M. Gr. Z.) anschließen. Die Form der Depesche wird versuchsweise ohne
Anderung bis zum 31. Dezember d. J. beibehalten werden. Sie enthält Luftdruck,
Windrichtung und -stärke sowie Seegang der sechs Stationen: Reykjavik (Island),
Valentia (Irland), Ouessant (Frankreich), Corufa (Spanien), Horta (Azoren),
St. Pierre-Miquelon (Amerika). Die Angaben der fünf ersten Stationen beziehen
sich auf 7h V, die der letzten auf 8h am Vorabend. Die Stationen werden in der
Depesche durch die Anfangsbuchstaben (R, V, O, C, H, S) bezeichnet,
Die beiden ersten Ziffern jeder Gruppe geben den Luftdruck in mm an,
wobei die Hunderter (700) weggelassen sind. Die beiden folgenden Ziffern geben
die Windrichtung in Strichen an: 02 = NNO bis 32 = N in der Richtung über
Ost und Süd fortschreitend 02 — NNO, 04 = NO, 16 = 58 usw. Die fünfte Ziffer
gibt die Windstärke: 0 == Windstille bis 9 = Sturm. Die sechste Ziffer gibt den
Seegang von 0 =- schlicht bis 9 = äußerst hoch. Die Depeschen von Reykjavik
und St. Pierre-Miquelon enthalten den Seegang nicht und daher nur fünf Ziffern,
Jede fehlende Beobachtung wird durch die Zahl 9 ersetzt werden.
Im Anschluß an diese sechs Gruppen werden in gewöhnlicher Sprache
einige Angaben über den allgemeinen atmosphärischen Zustand in Europa und
besonders über die Lage der Zentren hohen und tiefen Druckes gemacht werden,
Die Depesche wird eingeleitet durch die drei Buchstaben B, C, M, wodurch
angekündigt wird, daß sie vom Bureau Central Meteorologique ausgeht. Hr.
2. Sammlung meteorologischer Photographien durch das Wetterbureau
der Vereinigten Staaten Nordamerikas.
Das Wetterbureau der Vereinigten Staaten stellt in seiner Bibliothek eine
Sammlung meteorologischer Photographien zusammen, für die Zuwendungen aus
allen Teilen der Welt willkommen sind. Insbesondere werden Abbildungen
folgender Gegenstände gewünscht:
|. Ansichten meteorologischer Institute, Observatorien und Stationen.
2. Abbildungen meteorologischer Apparate,
3. Porträts von Meteorologen; Ansichten ihrer Heim- und Geburtsstätten.
4. Ansichten, die die Wirkung von Stürmen, Überschwemmungen, Frost,
starkem Schneefall usw. zeigen.
5. Wolkenphotographien,
6. Photographien optischer Erscheinungen (Regenbogen, Halos, Brocken-
gespenst, Luftspiegelung usw.).
/. Photographien von Blitzen und ihrer Wirkungen,
8. Photographien meteorologisch interessanter Bilder in alten Büchern oder
alter Drucke und Gemälde (z. B. zeitgenössische bildliche Darstellungen der
Schäden, die durch den großen Sturm im Jahre 1703 in England herbeigeführt
wurden).
Ebenso Photographien aller Art, die sich auf maritime Meteorologie beziehen,
Wer gewillt ist, solche Darstellungen dem Wetterbureau zuzuwenden oder
sie im Austausch gegen Veröffentlichungen der Wetterbureaus zu überlassen,
wird gebeten, an Chief U. S. Weather Bureau (Library), Washington D. C. zu
adressieren,
Es wird den Wert dieser Darstellungen sehr erhöhen, wenn der Absender
auf dem Rücken jedes Blattes so viel dazu gehörige Informationen, als ausführbar,
bemerkt. Auf Darstellungen der Nummern 4 bis 7 sollte wenigstens das Datum,
die Stunde und der Ort der Aufnahme und die Richtung, gegen welche die
Kamera gerichtet war, angegeben werden. Hr.