Der Amunyoku Kan oder Yalu-Fluß und seine Häfen.
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Hafenanlagen für Seeschiffe sind nicht vorhanden, die 1910 erbaute und
beendete etwa 300 m lange Kaianlage am Ufer vor dem Zollhaus dient zur
Entlöschung und Beladung von Leichtern, die ausschließlich den Ladungs-
verkehr mit dem Lande vermitteln. Den Ankerplatz wähle man also dement-
sprechend in möglichster Nähe des Zollhauses, je nach der Lage der bereits
verankerten Schiffe.
Die Stadt Antung liegt auf 40° 8’ N-Br. und 124° 23’ his 24’ O-Lg. am
rechten, chinesischen Ufer, ist Sitz des chinesischen Gouverneurs der Provinz
Antung, hat im Winter 25000, im Sommer 15000 Einwohner und vorläufig
immer noch eine Kompagnie japanischer Soldaten als Besatzung. Nach dem
Bericht des I, Offiz. Lieber befinden sich unter den 5000 meist japanischen
ausländischen Einwohnern nur 8 oder 10 Europäer. Seit 1907 gehört Antung
zu den sogenannten Vertragshäfen, die für den Außenhandel geöffnet sind.
Handelsverkehr. Der Haupthandelsartikel besteht in Holz, und zwar ganze
Baumstämme der Urwälder aus dem Flußgebiet des Amunyoku Kan mit all
seinen Nebenflüssen. In jenen fernen Gebieten werden die Bäume gefällt in die
Wildbäche gestürzt, in den ruhigeren Nebenflüssen zu mächtigen Flößen ver-
einigt und dann den Strom hinunter nach Antung geflößt, wo sie unmittelbar
in die Seeschiffe verladen werden nach Tientsin, Newshwang, Chifu, Waihai
Wei, Tsing Tau und Shanghai, Ferner werden ausgeführt Bohnen und Bohnen-
kuchen, Mais, Hirse, Seidenkokons und Rohseide. Die Einfuhr besteht haupt-
sächlich aus Zeugen, Eisen- und Eßwaren, Ol, Mehl, Petroleum und anderen
Kulturartikeln. Der Wert der Einfuhr belief sich 1908 auf 379655 £, der der
Ausfuhr auf 545 952 £,
Schiffsverkehr. 1908 einkommend 349 Schiffe mit 136247 R-T., aus-
gehend 345 Schiffe mit 136191 R-T. Eine regelmäßige japanische Dampfer-
linie unterhält Verkehr alle drei Wochen mit Osaka, dabei Kobe, Moji, Fusan,
Chemulpo, Chinampo anlaufend. Deutsche Dampfer laufen den Hafen gelegentlich
in wilder Fahrt an. Eine schmalspurige Bahn verbindet die Stadt mit Mukden,
sie soll-aber in eine normalspurige ausgebaut werden. Eine Seemeile unterhalb
der Stadt bei Neu Wiju ist eine Eisenbahndrehbrücke über den Fluß im Bau
zur Verbindung der Mukden- mit der koreanischen Keigi-Bahn. Chinesische
wie auch japanische Postämter vermitteln den telegraphischen Verkehr
nach allen Erdteilen. Von der Stadt Neu- oder Swinwiju mit dem Bahnhof der
Keigi-Eisenbahn nach Antung ist quer durch den Fluß ein Kabel gelegt, An
den Ufern sind zwei Baken rechts und links von den Kabellandestellen errichtet.
Die eine Landestelle befindet sich in den Peilungen Hyondei san, höchster Gipfel
(419’ hoch) rw. 251° (mw, WSW’/,W) 2.1 Sm ab, Hügel (598‘ hoch) rw. 4.5° (mw.
NzO); die andere Landestelle befindet sich in der Richtung rw. 337.5° (mw.
NzW*',W) von der ersten.
Das Ankern in der Nähe der Kabellage ist verboten.
Geogr. Lage der ersten Landestelle: 40° 6’ 11” N-Br., 124° 22’ 43” O-Lg.
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen sind in Taatonko etwa 100 bis 200 Tons
vorrätig, sie stammen von Fushan, Mandschurei und kosten 7,50 Yen die Tonne,
Die Kohlen werden in Leichtern längsseit gebracht. Proviant ist nicht immer
zu haben und ziemlich teuer. Kesselwasser kann aus dem Fluß entnommen,
aber ungekocht sollte es niemals genossen werden, Ist man darauf angewiesen,
so lasse man es abstehen, ehe man es zum Kombüsengebrauch in die Tanks füllt.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Über Schiffshändler, Krankenhaus,
Seekarten und Segelanweisungen erhält man am besten bei einer ansässigen
deutschen oder andern europäischen Firma Auskunft; ein deutsches Konsulat
befindet sieh nicht am Orte.