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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1911.
Lotsenwesen. Die Lotsen sind japanische Staatslotsen und sollen nach dem
Bericht des I, Offiz, Lieber keine Vergütung bekommen, erhalten aber für das
Auflotsen gewohnheitsmäßig 30 bis 40 Yen. Will man zum Einlaufen einen Lotsen
haben, so muß man ihn in Yong am Po, beim Leuchtfeueramt (Lighthouse Brange
Office) telegraphisch mit Angabe der Zeit und vor welcher Einfahrt das Schiff
zu erwarten sein wird vorher bestellen,. daraufhin kommt er dem Schiffe in einer
Barkasse mit gelbem Schornstein bis zur Ansteuerungstonne entgegen. ;
D. »Tsingtau« hatte einen Lotsen für das westliche Fahrwasser bestellt,
der bei der Ansteuerungstonne Nr. 2 an Bord kam und das Schiff mit 3.35 m
Tiefgang auf den Ankerplatz bei Taatonko brachte, wo auch die Ladung ge-
löscht wurde. Auslaufend hatte man keinen Lotsen an Bord.
Quarantäne. Dem D, »Tsingtau«, von Chemulpo kommend, war ungehindert
Verkehr mit dem Lande gestattet; Gesundheitspaß wurde nicht verlangt,
Quarantäneeinrichtungen waren nicht vorhanden. Der Gesundheitszustand war
im Mai 1910 an Land wie an Bord gut.
Zollbehandlung ist zuvorkommend. Von Schiffspapieren wird verlangt:
Einkommend Schiffszertifikat, Import-Manifest und Bescheinigung über die für
alle Häfen Chinas bezahlten Tonnengelder (dieser Schein ist alle vier Monate zu
erneuern) und ausgehend: Exportmanifest,
Ankerplätze. Im Ost-Fahrwasser ist ein guter Ankerplatz für große See-
schiffe jeden Tiefgangs westlich von dem Leuchtturm von Shurerii auf 14.6 m
(8 Fad.), Sandgrund, vorhanden; weiter nördlich ist ein guter geschützter Anker-
platz mit etwa 9 m (5 Fad.) westlich von den Tasarugi-Inseln, begrenzt im Westen
durch die schwarzen Tonnen Nr. 7 und 9 und im Norden durch die rote Tonne
Nr. 8. Auf diesem Ankerplatz der Tasarugi-Reede warten die weiter aufwärts
bestimmten Schiffe die nächste halbe Flut ab, um die sehr flachen Stellen, die
oberhalb dieser Reede beginnen, passieren zu können. Im West-Fahrwasser
warten die Schiffe die halbe Flut zum Weiteraufwärtsgehen auf der Taatonko-
Reede in 5,5 bis 7 m (3 bis 4 Fad.) auf feinem Sandgrund ab. Dieser Ankerplatz
ist bezeichnet durch die rote Tonne Nr, 12 an der Seite der Shin To-Inseln und
die schwarze Tonne Nr. 5 nördlich von der vorigen an dem Rande der Sände
von Taatonko. Die westliche Einfahrt und der Taatonko-Ankerplatz sind die ge-
bräuchlichen. Schiffe, die zuerst in die Osteinfahrt liefen, wurden durch die
japanischen Lotsen. nach der Westeinfahrt gebracht und auf Taatonko-Reede
verankert,
Die Yong am Po-Reede mit 7 bis 18 m (4 bis 10 Fad.) und mit feinem
Sandgrund erstreckt sich 1 bis 2 Sm nördlich und entlang von dem 52 m (170°)
hohen Lande westlich von dem Orte Yong am Po.
Der Ankerplatz bei Antung hat querab von der Stadt selbst nur
1.8 bis 3.7 m (1 bis 2 Fad.), aber unterhalb der Stadt findet man 5.5 und 6.9 m
(3 und 3°%/, Fad.) Wassertiefen.
Gezeiten auf Reeden und in Häfen des Amunyoku Kan:
*öYrt
Hafenzeit
Hochwasserhöhe
bei Springtide | bei Niptide
70m (239)
55m (18)
| | 2.6 m (83/,’)
Weiter oberhalb von Antung treten keine Gezeitenerscheinungen mehr auf.
In den Mündungen und auf den Ankerplätzen eben innerhalb der Einfahrten
läuft der Gezeitenstrom. mit 2 bis 3 Sm in der Stunde, ist allerdings wie auch
der Wasserstand vom herrschenden Winde stark beeinflußt; bei anhaltenden,
nördlichen Winden nimmt die Geschwindigkeit des Flutstromes ab, die des Ebb-
stromes zu und dementsprechend der Wasserstand im ganzen Mündungsgebiet
ab. Die umgekehrte Erscheinung ist bei südlichen Winden zu beobachten. Im
Frühjahr während und nach der Schnee- und Eisschmelze nimmt die Geschwindig-
keit des ausfließenden Stromes ganz im allgemeinen beträchtlich zu und kann
5.0 m (161/,')
3.9 m (12%)
18m (5%)